| Regie | John Polson |
| Kinostart | 07.04.2005 |
Versteckspiel ist der Schlüssel des Genre, weiß Bert Rebhandl. "HIDE AND SEEK will gar nicht originell sein, sondern einfach eine Variation auf klassische Motive des Angstkinos: das heimgesuchte Haus, der undurchschaubare Vater, die sinistren Nachbarn, das über Gebühr fantasierende Kind, die Erinnerung als Spuk. Alle diese Motive zusammen bilden das Versteck für eine Lösung, die am Ende nicht allzu überraschend ist. Jedenfalls nach den Gesetzen der Psychologie, die im Kino gelten."
Julian Hanich behauptet, daß sich das Horrorgenre in den 90ern in kreativer Leichenstarre befand. "Längst hat sich der Trend umgekehrt: HIDE AND SEEK von John Polson ist der jüngste Sendbote einer Armee von Horrorfilmen, die derzeit die deutschen Kinos belagert. Zwei Drittel lang lockt der Film den Zuschauer gekonnt, wenn auch nicht sonderlich inspiriert in den dunklen Wald des Horrors. Schock und Spannung ködern routiniert das Publikum, das bereitwillig der Quelle der Angstlust entgegenschreitet. Das letzte Drittel ist dagegen so subtil wie ein Vorschlaghammer."
"Mit der Einbildung ist das aber so eine Sache. Was wahr und was gesponnen ist - darauf kommt man nicht so schnell in diesem Horrorstreifen mit Starbesetzung. Dakota Fanning brilliert als Emily, Robert de Niro zeigt, dass er auch einen einfühlsamen Filmvater spielen kann. Der Schrecken bleibt in HIDE AND SEEK dosiert."
Für Annette Kilzer handelt es sich bei HIDE AND SEEK um einen Hokuspokus-Trash-Thriller. "Man sollte lieber nicht zu scharf darüber nachdenken, denn dieses Horrorfilmchen folgt so brav und exakt allen Genrekonventionen, dass man als einigermaßen passionierter Genre-Liebhaber ohnehin nach 15 Minuten weiß, wie alles ausgehen wird ... Die größte Überraschung ist also tatsächlich, warum sich De Niro auf seine alten Tage noch auf solchen Mumpitz einlassen muss."
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Aktiv hat sich Frank Mehring am Entschlüsseln der Bilder beteiligt. Ständig regen stimmungsvolle Bilder und das eigenständige Sounddesign zum Mitdenken, Mitfühlen und Antizipieren des Schreckens an. "Regisseur John Polson versteht es vortrefflich, den Spürsinn zu aktivieren. Denn die Köder sind dramaturgisch geschickt ausgelegt. ... Im Gegensatz zur eindrucksvollen Eröffnung des psychologischen Dramas und den herausragenden schauspielerischen Leistungen von Robert De Niro und seiner nahezu ebenbürtigen Partnerin, der erst elf Jahre alten Dakota Fanning, verspielt der Film sein Spannungspotenzial im letzten Drittel und schaltet stattdessen auf Autopilot. Die meisten Fährten offenbaren sich letztlich als plumpe Ablenkungsmanöver des Drehbuchs."