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NOBODY KNOWS

NOBODY KNOWS

Regie Hirokazu Kore-eda
Kinostart 07.04.2005
Genre Drama

Kritiken • NOBODY KNOWS

07. April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • Die Tageszeitung

Ein magisches Märchen hat Claudia Lenssen gesehen. "Wo in westlichen Filmen die Schuldfrage zur Dramaturgie gehört, entfaltet Hirokazu Kore-Edas östlicher Erfahrungshorizont auf subtile Weise eine andere Sicht. Aus dem Leiden entsteht die Chance zur Loslösung, aus dem Prozess minimalistischer Alltagsrituale entwickelt sich über zweieinhalb Stunden mit wachsender Intensität die Chronik eines Umgangs mit der Not, eine Parabel auf kindliche Stärke und Würde in der nach innen gekehrten Verzweiflung."

07. April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • Der Tagesspiegel

Gregor Dotzauer hat eine "Versuchsanordnung für vier verlassene Kinder und die großstädtische Gleichgültigkeit" gesehen. Der Regisseur zeigt "alles auf Augenhöhe der Kinder, soweit sich die Erwachsenenperspektive überhaupt ausblenden lässt. Der konsequente Einsatz von Handkamera und natürlichem Licht wirkt dokumentarisch, doch jede Einstellung in der Wohnungsenge ist kalkuliert und zuvor am Storyboard gezeichnet worden. In den Großaufnahmen der Kinder entsteht eine hypnotische Nähe, die von Kore-edas zerdehntem, zyklisch angelegtem Erzählrhythmus noch gesteigert wird - sie versetzt den Zuschauer in die Unendlichkeit eines Zustands, in dem Gewalt und Poesie, Glück und Depression verschmelzen."

07. April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte lobt den Film. Wie der Regisseur die "Katastrophe meistert, wie positiv er die kindliche Haltung zum Tod bewertet, das erhebt NOBODY KNOWS zu einem der bleibenden humanistischen Zeugnisse des Kinos überhaupt. Und wieder sind es die wiederkehrenden Rituale, die einfachen Bilder wie das Spiel auf der steilen Treppe neben dem Haus der Kinder, in denen in ganz unzeitgemäßer Zurücknahme der ganze Lebensmut destilliert ist. So wie man die ersten iranischen Kinderfilme feierte, weil sie uns plötzlich über Alltäglichkeiten staunen ließen, ja wie man zuvor De Sica und davor Chaplin für ihre Kindheitsbilder rühmte, müssen wir Kore-eda bewundern: für seine Erklärung der Langlebigkeit der Hoffnung aus der Unschuld des naiven Blicks."

06. April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • Berliner Zeitung

Atemlos haben die 2 1/2 Kinostunden Anke Westphal gemacht. Der Regisseur sammelt "die Details wie in einem Dinggedicht. Mit dokumentarischer Eindringlichkeit, aber auch behutsam gewahrter Intimität wird hier von einem lautlosen Drama erzählt, das sich vor einigen Jahren so tatsächlich in Tokio ereignete. ... In diesem Film muss niemand schreien, um das Drängende einer Lage zu vermitteln. Das ist auch gar nicht das Anliegen. Kore-eda ging es, so sagte er im vergangenen Jahr, als NOBODY KNOWS im Wettbewerb der Filmfestspiele Cannes lief, "darum, mit der Zeit herauszufinden, was in den Kindern steckt und aus dieser Erfahrung einen Film zu machen." Das konstituiert denn auch das Transzendente und, wenn man so will, Hoffnungsvolle an diesem Film: dass sich das Leben einige Zeit selbst weiterhilft und zivilisatorische Anfänge nicht so leicht erlöschen. Und dass sich noch im Zerfall Entwicklungen vollziehen."

06. April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • fluter.de

Für Sybille Schimpf erzählt der Regisseur in poetischen Bildern, wie die Realität zum Alptraum wird. "Trotz des grundsätzlich ernsten Themas schwebt denn auch über der gesamten Erzählung ein feiner Humor, der den fast zweieinhalb Stunden langen Film wunderbar kurzweilig macht. Die intime Beobachtung des geschwisterlichen Miteinanders im Wechsel der Jahreszeiten erinnert an die stille Observation eines Biotop - und gibt die dokumentarische Vergangenheit des Regisseurs preis. Obwohl jede Szene akribisch geplant und nach einem festen Drehplan umgesetzt wurde, haben die jungen Laiendarsteller eine Natürlichkeit und Präsenz, als hätte eine versteckte Kamera sie heimlich in ihrem Alltag gefilmt."

April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • film-dienst 07/2005

Unspektakuläre Ernsthaftigkeit und genaue Beobachtungen zeichnen den Film laut Hans Jörg Marsilius aus. "Die behutsame Distanz, die Kore-eda zu seinen kindlichen Helden bei aller Zuneigung aufrecht erhält, bewahrt den Film davor, larmoyant zu werden, auch nicht bei dem an einigen Stellen etwas süß geratenen Soundtrack. Wie in einem modernen Märchen, in dem der böse Wolf einer noch bedrohlicheren Kraft, nämlich einer beunruhigenden Einsamkeit und abgründigen Vergessenheit Platz gemacht hat, wo der Wald durch ein anonymes Wohnviertel ersetzt wurde, verfolgt man ungläubig das Schicksal der vier Geschwister. Wo andere in der Schule mit abstrakten Aufgaben das Rechnen erlernen, wird es für Akira mit ganz konkreten Problemen zu einer Überlebensfrage."

April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | NOBODY KNOWS • Kritik • epd-film 04/2005

Der Regisseur nimmt konsequent die Sicht der Kinder ein, schreibt Michael Ranze. "In langen, ruhigen Einstellungen, die die Gegenwart der Kamera vergessen lassen, verfolgt er ihre endlosen, einsamen Tage, während das Schicksal der Mutter gänzlich aus dem Blickfeld gerät. ... Die Close-ups vermitteln aber auch ein Gefühl der Klaustrophobie: Ein Ausweichen ist in dieser kleinen Wohnung nicht möglich. Längst ist sie zum Gefängnis geworden. Mit zunehmender Dauer wird Nobody Knows immer beklemmender, die unterschwellige Gefahr immer greifbarer und dramatischer: Vier Kindern wird verwehrt, Kinder zu sein."

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