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THE STATEMENT

THE STATEMENT

Regie Norman Jewison
Kinostart 23.06.2005

Kritiken • THE STATEMENT

27. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • Neues Deutschland

Für Marion Pietrzok ist es "vor allem das eindringliche Spiel Michael Caines, durch das der Zuschauer immer wieder in Zwiespalt der Figur gegenüber gerät. ... Man muss sehr genau hinhören, um die Antwort auf die im Film stets präsente Frage zu erhalten, warum die katholische Kirche den Judenmord nicht verurteilte und die Täter deckte, es sind nur wenige beiläufig gesprochene Sätze: Juden bedeuteten so viel wie 'kommunistische Gefahr'. Und die Résistance wollte Frankreich an die Sowjetunion ausliefern, die die Kirche unterdrückte, so einer der Priester, Brossard habe das verhindern wollen. Doch vermittelt der Film die Erkenntnis, dass eine solche Deutung ein Reinwaschungsversuch ist, das Vergangene nicht tilgt, dass so verstandenes Christentum lediglich Scheinheiligkeit ist."

23. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • Berliner Zeitung

Für Peter Uehling handelt THE STATEMENT von ungesühnter Schuld. "Ein ernstes Thema. In Norman Jewisons neuem Film THE STATEMENT, nach einem Roman von Brian Moore, geht es um Schuld und Feigheit, um Verschwörung und Macht. Oder doch nicht? Es ist ein altmodischer Film: Konzentriert auf das Spiel seiner Protagonisten und die stets repräsentativen Landschaften und Bauwerke erzählt er bedächtig von der Flucht eines Mannes, um dessen Hals sich gleich mehrere Schlingen legen. ... Der Rest des Films ist steifleinen, ohne dass er schlecht wäre. Aber er gebärdet sich ernster, als er ist. Es handelt sich im Grunde um einen ganz normalen Thriller, den man ausgebremst hat, um Besinnung zu ermöglichen und Gewicht zu behaupten. Ihn allerdings den französischen Juden zu widmen, die unter dem Vichy-Regime ermordet wurden - das setzt der ernsten Gebärde eine gar zu pathetische Krone auf."

23. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • Der Tagesspiegel

Silvia Hallensleben vermutet, daß der Regisseur überfordert war. "Der Film jedenfalls scheint sich für die moralischen wie politischen Fragen nur vordergründig zu interessieren: ein bisschen Politthriller, ein bisschen katholisches Schulddrama, aufbereitet mit Action. Als politischer Film versagt THE STATEMENT, weil er keinerlei neue Tatsachen aufdeckt; und weil er bei Motiven und Zusammenhängen schändlich schludert. Für die Frage nach der Moral fehlt dem von Michael Caine mit ergreifender Hinfälligkeit gespieltem Täteropfer jenes Quäntchen aufrichtiger Reue, die ihn überhaupt erst zum Kandidaten für mögliche Vergebung machen könnte."

23. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für einen Thriller kommt THE STATEMENT zu bedächtig und reflexiv daher, für eine Charakterstudie ist er wiederum zu sehr den Mechanismen seines Genres verpflichtet, schreibt Sascha Westphal. "Die meisten Kritiker haben sich folglich auf Michael Caine konzentriert, der in der Rolle des alt gewordenen Kriegsverbrechers Pierre Brossard die ganze Banalität des Bösen offenbart. Die enthüllende Dimension von Jewisons Bildkompositionen und die moralische Präzision seiner Blickperspektiven und Schnitte haben sie übersehen. Es ist fast so, als hätte sie das strahlende Sonnenlicht des südfranzösischen Sommers geblendet, obwohl es für Jewison zweifellos auch das alles erhellende Licht der Wahrheit ist."

22. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • br-online.de

Gunnar Mergner hat langsam erzähltes Katz-und-Maus-Spiel vor einem realen politischen Hintergrund gesehen. "Damit sind aber schon alle netten Worte über THE STATEMENT verloren. Denn die Richterin und der Oberst bleiben genauso zweidimensional und hölzern wie all die überzeichneten Bösewichte und hilfsbereiten Priester, weil sie weder Raum noch Geschichte bekommen. Eine altmodische Inszenierung und fehlende Spannung tun ihr übriges. Einfach schade ist, dass THE STATEMENT sich in Redundanzen verliert, statt Erklärungsansätze zu liefern. Anstelle echter Einblicke in die Mechanismen der Verschweigung und Leugnung, anstelle einer echten Auseinandersetzung mit der Rolle der Kirche oder dem Charakter Brossards zeigt Jewison Flucht auf Flucht, von Kirche zu Kirche."

22. Juni 2005 | THE STATEMENT • Kritik • fluter.de

Die Hauptrolle ist vom alternden Michael Caine grandios gespielt, meint Susanne Gupta. "Regisseur Norman Jewison verfilmte die Geschichte des Mitläufers Pierre Brossard als klassischen Politthriller. Mit Überraschungen im Plot, immer neuen Fährten und Fragen spinnt er ein Netz um Brossard und sorgt für spannungsvolle Unterhaltung. Dabei rollt THE STATEMENT heikle Themen auf, indem er die Verbrechen der französischen Nazi-Kollaborateure anprangert und die zwiespältige Rolle der katholischen Kirche in Frankreich während der deutschen Besatzung hinterfragt."

Mai 2005 | THE STATEMENT • Kritik • film-dienst 10/2005

Der Regisseur mag laut Franz Everschor "stets ein politisch engagierter Mensch gewesen sein, ein politisch argumentierender Regisseur ist er nicht. Die Dramaturgie von THE STATEMENT folgt den pedantischen Vorbildern des konventionellen Agentenfilms alter Schule. Randfiguren und Situationen werden gelegentlich überstrapaziert und stellen die Geduld des Publikums auf die Probe. Was einen dennoch festhält, sind zwei Dinge: die scheinbare Widersprüchlichkeit in Brossards Charakter und die Undurchschaubarkeit der Motivation seiner zahlreichen Beschützer. Die eine Komponente erweist sich auf Dauer als Stärke des Films, die andere als Schwäche."

März 2005 | THE STATEMENT • Kritik • filmz.de

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