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DIE SYRISCHE BRAUT

DIE SYRISCHE BRAUT

Regie Eran Riklis
Kinostart 17.03.2005

Kritiken • DIE SYRISCHE BRAUT

22. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Spiegel

Durch Scharfsinn und Humor hat DIE SYRISCHE BRAUT Henryk M. Broder bestochen. Der Film ist "ein Familiendrama vor dem Hintergrund eines weltbewegenden Konflikts. Rührend, aber nicht kitschig, sentimental aber nicht versöhnlich, authentisch aber nicht naturalistisch. Ein Film, an den man sich noch nach Monaten mit Wohlgefallen erinnert, weil an der Geschichte einfach alles stimmt: der Plot, die Inszenierung, das Tempo, sogar das Wetter; noch die letzte Nebenrolle wurde perfekt besetzt. ... Es ist kein Happy End, nur das vorläufige Ende einer leisen Kömödie mit einem dicken Trauerrand."

22. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Die Tageszeitung

Zügig führt der Regisseur die Personen ein, schreibt Anke Leweke. "Nur die Braut Mona bleibt der weiße Fleck in diesem Film. Was sie bewegt und beschäftigt, scheint seltsamerweise kaum zu interessieren, stattdessen verweilt die Kamera auf ihrem wunderschönen Gesicht und dem wunderschönen Brautkleid. Stundenlang sitzt Mona mit immer gleichem Gesicht auf einem Stühlchen im von Stacheldraht umzäunten Niemandsland zwischen Israel und Syrien. An diesem unwirklichen Ort nimmt die verquere Politik im Mittleren Osten groteske Züge an. Denn mit ihrer Einreise nach Syrien verliert Mona auf Lebzeiten das Recht, israelisches Territorium zu betreten."

18. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Tagesspiegel

Für Christina Tilmann ist es die traurigste Hochzeit aller Zeiten und die komischste dazu. "Es geht um einen Abschied für immer - und der ganze Aberwitz im Nahen Osten ist zusammengeschnürt in einer Familiengeschichte. Eran Riklis' Film DIE SYRISCHE BRAUT ist eine schwarze Komödie, gewürzt mit Verzweiflung, Wut, Melancholie und viel Situationskomik. Und immer trifft der Regisseur genau den richtigen Ton. ... Eran Riklis, in London ausgebildeter israelischer Regisseur, war von der Situation der Golanhöhen fasziniert, seit er zum ersten Mal dort drehte. Ein Israeli, der auf den Golanhöhen filmt: schon das ein Politikum. Und dass DIE SYRISCHE BRAUT, bei aller impliziten Israel-Kritik, in den Kinos von Jerusalem und Tel Aviv ein Erfolg wurde: auch das ein kleines Wunder. Auf den Golanhöhen jedoch war der Film noch nicht zu sehen: Es gibt dort kein Kino."

17. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Berliner Zeitung

Für Christina Bylow ist die politische Realität das dramatische Fundament des Films. "Die Grenze wird nun zur stoischen Gegenspielerin der Figuren: Es gibt fast keine Einstellung ohne das fahle Rautenmuster des Maschendrahts, ohne die Gitterstäbe der Tore. Riklis ist besessen von dieser Grenze und überwindet sie, indem er sie zum Kompositionselement seiner Bilder macht. Es sind vielschichtige, großzügige Bilder, die Riklis herstellt - keine Kulissenlandschaften für eine sentimentale Story und keine Beweisstücke für den politischen Kleinkrieg. Im Zentrum steht das Panorama des menschlichen Gesichts. Leinwandfüllend, dennoch Distanz wahrend. Es sind Gesichter, denen man ansieht, dass diese Figuren Dinge, die für sie nicht zu ändern sind, gefasst hinnehmen und dennoch nach Auswegen suchen."

17. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Berliner Zeitung

Christiane Müller-Lobeck führt ein Interview mit dem Regisseur.

17. März 2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine Menge Herzblut hat der Regisseur in diese Kino-Produktion gesteckt, vermutet Lasse Ole Hempel. "In kräftigen Farben breitet sich der Film über dominante, unverbesserliche Väter und couragierte Frauen aus, über unsinnige Familienhierarchien und das unvermeidliche Einbrechen der Moderne in dieses traditionelle, tragische, aber auch amüsante Familiengeflecht, das sich zur Hochzeit im Golan zusammenfindet. Eine gleichmäßig scheinende Sonne taucht das Ganze in ein harmonisches, mildes Licht, ohne die Schatten und Konturen zu verwischen. ... Tatsächlich ist Die syrische Braut ein Beispiel für ein funktionierendes, gelungenes multi-ethnisches Weltkino."

2005 | DIE SYRISCHE BRAUT • Kritik • film-dienst 06/2005

Als leise Tragikomödie bezeichnet Alexandra Wach den Film. Er "konzentriert sich auf die Ängste und Sehnsüchte der Personen, vor allem der Frauen, und nähert sich ihnen dabei so diskret, dass selbst Ereignisse wie eine pro-syrische Demonstration unspektakulär auf die Leinwand gebracht werden. Ganz allmählich entfaltet das Familienporträt seine absurde Welt und steckt sie ab, erzählt ein individuelles und zugleich kollektives Drama. Es gibt keine Szene, der man nicht ansieht, dass sie mit großer Liebe zu den Figuren inszeniert wurde, auf welcher Seite des Stacheldrahts sie auch immer stehen mögen. ... Mit großer erzählerischer Ökonomie und fast überempfindlich für alle Zwischentöne von Fürsorglichkeit bis Aggression innerhalb der religiösen Gemeinde der Drusen konfrontiert Regisseur Eran Riklis den Zuschauer mit dem emotionalen Elend der Familie zwischen den Fronten, die weiß, dass nichts mehr so bleiben wird, wie es einmal war."

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