Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

DARWINS ALPTRAUM

DARWINS ALPTRAUM

Regie Hubert Sauper
Kinostart 17.03.2005

Kritiken • DARWINS ALPTRAUM

18. März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • Der Freitag

Barbara Schweizerhof sagt es gleich: DARWINS ALPTRAUM ist kein Film, der Vergnügen bereitet. "In Dogma-Manier, die Digitalkamera ganz nah an den Gesichtern, gelingen Sauper intime Porträts seiner Protagonisten. Mit den Methoden des Untergrundfilmers gewinnt er ihr Vertrauen: er setzt kein künstliches Licht ein, sondern belässt seine Gesprächspartner gegebenenfalls im schützenden Dunkel. Je zurückhaltender und leiser sie sprechen, desto brutaler sind die Verbrechen, die sie schildern. In den grobkörnigen Aufnahmen kommt gleichzeitig ihre dramatische Vereinzelung zum Vorschein: Obwohl sie von der Not der jeweils Anderen wissen, können sie sich gegenseitig nicht helfen."

17. März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Christina Nord überträgt der Regisseur die Körperlogik des Splatterfilms auf den Dokumentarfilm. Die Bilder des Regisseurs "stellen ihre eigene Dringlichkeit aus, indem sie einen unruhigen, schlecht ausgeleuchteten, offenkundig improvisierten look erzeugen. Die Kamera - Sauper führt sie selbst - zoomt sich nah an die Gegenstände heran und scheut dabei auch vor drastischen Effekten nicht zurück. ... Er stellt aus, wie Körper ihre Integrität verlieren. Ekelgrenzen werden überschritten, indem voneinander geschiedene Bereiche vermischt werden. Wo die Körper verwundet oder entzündet sind, stülpen sie sich selbst nach außen und lassen den Blick auf ein weiches, undefiniertes Inneres zu. In den ausgezehrten Kindergesichtern vereinen sich Jugend und Alter; die Grenze zwischen Leben und Tod steht ohnehin auf dem Spiel."

17. März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • Der Tagesspiegel

Silvia Hallensleben hat eine beeindruckend schnörkellosen Tour de Force zu den Verheerungen globalisierter Monokultur gesehen. Es gibt "Szenen, die sich wie Blitze einbrennen, in ihrem Zusammenspiel aber auch den Blick für größere Zusammenhänge nicht überstrahlen: Eine schockgefrorener, bizarr verzerrter Albtraum, der doch höchst real ist und von Hubert Sauper und seinem kleinen Team geduldig und unter Risiko einer Welt abgerungen, die Mitleid zwar gerne zulässt, Erkenntnis aber nach Möglichkeit verhindert."

17. März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • Frankfurter Rundschau

Yvonne Holl ist der Appetit auf Fisch vergangen. "Zu überzeugend wird das Leben der Bewohner des Viktoriasees als Furcht erregende Schattenseite von Globalisierung und multinationalem Handel dargestellt. ... Es ist ein widerlicher Kreislauf, den Sauper unbarmherzig, mit oft wackelnder Kamera und aggressiv-lautem Ton zeigt."

16. März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • Berliner Zeitung

Dem Regisseur ist es gelungen, "die Erhellung jener sozialdarwinistischen Strukturen des globalen Kapitalismus mit Einzelporträts zu verweben", schreibt Jan Brachmann. Der Regisseur "hat alles mit einer kleinen Digitalkamera gefilmt; er nutzt das Medium, um Verantwortung für jene zu übernehmen, die er gefilmt hat. ... Sauper hat versucht, was er an Aufklärungsarbeit leistet, nicht nur zu exportieren. Auch das dokumentiert sein Film, zu dessen Qualitäten neben seiner Anschaulichkeit, der Faktenrecherche und der Strukturanalyse eben auch diese Haltung gehört."

März 2005 | DARWINS ALPTRAUM • Kritik • film-dienst 07/2005

Für Reinhard Lüke gehört es zu den herausragenden Qualitäten des Films, die Gewaltzusammenhänge sinnfällig deutlich zu machen. "Und dies mit dezidiert filmischen Mitteln, ohne jeden erklärenden oder anklagenden Off-Kommentar. ... So setzt Hubert Sauter in einer ausgeklügelten Montage Stück für Stück das Mosaik eines alltäglichen Super-GAUs zusammen, wobei die Dramaturgie fraglos etwas von einem Elends-Crescendo hat. Wann immer man glaubt, am Tiefpunkt des Grauens angelangt zu sein, beweist die folgende Sequenz das Gegenteil. ... Dabei ergeht sich der Film durchaus nicht in einer Aneinanderreihung von Schreckensbildern, sondern zeigt zwischendurch auch realsatirische oder sogar humorvolle Momente."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,33422