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L'ESQUIVE

L'ESQUIVE

Regie Abdellatif Kechiche
Kinostart 10.03.2005

Kritiken • L'ESQUIVE

30. April 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Eine hübsche Utopie wird in L'ESQUIVE ausgelebt, schreibt Gerhard Midding. "Der Film schert auf besänftigende Weise aus dem Genre des film de cité aus, denn er erzählt nicht von der Eskalation der Gewalt, sondern vom alltäglichen Heranwachsen. Nicht das Trauma steht im Zentrum des Films, vielmehr die Begegnung mit Liebe und Kunst. Die soziale Realität muss Kechiche nicht einmal ausblenden, der obligate Beleg beiläufig rassistischer Polizeiwillkür fehlt auch bei ihm nicht, bleibt aber folgenlos, ohne Tragik."

21. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Junge Welt

Der Film über die Grenzen der Liebe hat Alexander Reich beeindruckt.

11. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz hat es das französische Kino schon immer verstanden, die Sprache obsessiv ins Bild zu setzen. So auch hier. "Marivaux' Liebeskrieg macht sich im Gewand der Verwechslungs- und Verkleidungskomödie einen bösen Spaß aus der Unmöglichkeit, die Klassenschranken zu überwinden. Der Liebeskrieg von Krimo und Lydia wird dagegen innerhalb einer sozialen Schicht ausgetragen. Aber Kechiches Film spürt feinsinnig auch deren Codes auf, die Regeln von Freundschaft, Solidarität und Verrat. ... Das Spiel von Liebe und Zufall - ein Exempel auf den Ernst eines halbwegs gerechten Lebens."

11. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Der Freitag

Vielleicht ist es die "sachte, erfreuliche Verschiebung des Vertrauten", die den Film in Frankreich so erfolgreich gemacht hat, überlegt Gerhard Midding. "Er schert auf besänftigende Weise aus dem Genre des Milieufilms aus, denn er erzählt nicht von der Eskalation der Gewalt, sondern vom alltäglichen Heranwachsen. Nicht das Trauma steht im Zentrum des Films, vielmehr ist es die Begegnung mit der Liebe und der Kunst. Die soziale Realität blendet Kechiche dabei nicht aus, es gibt den obligatorischen Beleg polizeilicher Willkür, aber er bleibt folgenlos, zumindest ohne Tragik."

10. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Berliner Zeitung

Für Sabine Vogel geht es in dem Film wider Erwarten "nicht um Zwangsheirat, von Brüdern verteidigte Ehrenkodexe oder revoltierende Kopftuchträgerinnen, es dräut kein Kultur-Clash und kein Gewaltausbruch. Es geht um etwas viel Universelleres, nämlich um die Erschütterungen der Pubertät und den existenziellen Schock des Sich-Verliebens. ... Der Film des 1960 in Tunis geborenen Regisseurs Abdellatif Kechiche lebt denn auch hauptsächlich von der temporeichen Quasselei und den vom Feuer des Spieleifers leuchtenden Gesichtern seiner multinationalen Laiendarsteller und dem natürlichen Charme ihres 'Origialschauplatzes'."

10. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur verbindet zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum miteinander vermittelbar sind, meint Bert Rebhandl. "Den Alltag in den Pariser Banlieues und das 'Spiel von Liebe und Zufall' von Marivaux. Er begreift sie als zwei Regelsysteme, aus deren Synthese eine Vorstellung von der französischen Gegenwart entsteht. Kechiche ist ein Sozialrealist, der die symbolische Ebene mitbedenkt. L'ESQUIVE ist nicht nur deswegen ein außergewöhnlicher Film. ... L'ESQUIVE sucht nicht nach der Tragödie in der Komödie, sondern vermittelt diese Formen perfekt in einem aufgeklärten Realismus."

10. März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Die Zeit

Als Sensation bezeichnet Elisabeth von Thadden den Film. "Denn er stellt im Slum der Zugewanderten die Französische Republik samt der Freiheit des modernen Individuums buchstäblich aufs Spiel und lässt das klassische Theater eines Marivaux zur Generalprobe für die Auswegslosigkeit werden. ... L'ESQUIVE geht, wie von Zauberhand geleitet, an jedem Klischee einfach vorbei. Hier wird kein pädagogisches Scheitern beklagt, kein Klassiker für die Gegenwart weichgespült, hier wird kein Wunder der interkulturellen Verständigung zelebriert und auch nicht die rettende Kraft der Kunst, hier wird keine soziale Tragödie beweint, hier bleibt auch die Liebe, was sie ist: ein unbegreiflicher Schlamassel. Hier wird eben geliebt und Theater gespielt."

März 2005 | L'ESQUIVE • Kritik • film-dienst 05/2005

Der Regisseur dreht konsequent aus der Sicht der Jugendlichen, schreibt Oliver Rahayel. "Die Kamera bewegt sich immer sehr nah an den Hauptfiguren, die fast alle von wunderbar agierenden Laien dargestellt werden. Der Lebensraum bleibt trotzdem sichtbar, er lässt sich kaum ausblenden. Das Wissen um die äußerst schwierigen Bedingungen in den Banlieus wird allerdings vorausgesetzt, ohne dass ständig mit dem dem Finger darauf gezeigt würde. Statt auf drastische Bilder setzt Kechiche auf drastische Sprache und Sprachveränderung. Der Umgangston der Jugendlichen ist gespickt mit Begriffen aus der HipHop-Kultur und mit Derbheiten, wobei die Grenze zur Beleidigung immer sehr genau gezogen, dem Sprachcode also ein hoher Wert beige­messen wird."

2005 | L'ESQUIVE • Kritik • Jump-Cut

Für Ekkehard Knörer räumt der Film schnell mit Klischees auf. " Das Bühnendrama wird mit dem Lebensdrama verschränkt, auf allzu leichte Verdopplungen aber verzichtet Kechiche. Realistischerweise kontrastiert die Sprache der Jugendlichen aufs Schärfste mit der Marivaux. Der Film lässt sich aber ganz darauf ein, auf die Gesten, die Tonfälle, die Denkungsweisen. Er beobachtet, Dokumentarisches im Sinn, die Interaktionen, die Leidenschaften, Borniertheiten, minutenlangen Tiraden, Redundanzen, kommt den Jugendlichen immer wieder ganz nah mit der Handkamera, bis auf die Münder einmal, oft sind die Gesichter in Großaufnahme zu sehen. Auf jede Zurichtung ins Gefällige verzichtet er ganz."

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