| Regie | Takashi Shimizu |
| Kinostart | 03.03.2005 |
Japanischer Schrecken wird hier auf amerikanisches Maß gebracht, schreibt Peter Uehling. "Die im Grunde simple Geschichte ist im Original als nichtchronologischer Episodenfilm angelegt. Diese Form bereitet dem Amerikaner nun offenbar Pein: Um die Rückblenden in die richtige Reihenfolge zu bringen, ist eine gewisse geistige Mitarbeit des Zuschauers gefragt; zugleich erschwert der häufige Wechsel des Personals die Identifikation mit einer Figur - wenn der Amerikaner sich überhaupt mit einem Japaner identifizieren wollte! ... In der Tat schlägt der Schrecken in diesem Film mit seltener Härte zu. Das erfreut den Fan, aber es zeigt auch, wie sich Shimizu in der US-Variante auf emotionale Bindung und Überrumpelung verlässt. Im Original verfuhr er eleganter."
Spart das Geld, empfiehlt Hélène Wanyou. "In gewissen Punkten ähnelt der Film DARK WATER von Nakata Hideo: Kinder-Gespenst, Wasser als ewiges Thema. Aber wo DARK WATER nur schlecht ist, sorgt DER FLUCH für Lobotomie. Versucht man ihn zu verstehen? Es gibt gar nichts zu verstehen. Und der Thrill-Faktor? Keine Angst: Durch die dramatische Musik und die langsamen Kamerabewegungen weiß man immer, wenn etwas Erschreckendes passieren soll."
Man sollte Geschichten nicht aus ihrem kulturellen Kontext reißen, meint Sascha Westphal. "Westlichen Konventionen folgend spielt DER FLUCH allerdings weitaus häufiger nachts als seine Vorgänger - die Konzession an unsere Vorstellungen war wohl unvermeidlich. Doch zugleich bricht Takashi Shimizu immer wieder mit unseren Erwartungen. So haben seine einfachen, meist streng geometrischen Bildkompositionen einen ganz und gar japanischen Charakter. Es gibt keine Verbindung zwischen diesen Kulturen. Sie reiben unentwegt aneinander und bringen dabei ihre eigenen Geister hervor, die uns und das Kino noch lange heimsuchen werden."
Den Kinostart von DER FLUCH - THE GRUDGE nimmt David Kleingers zum Anlaß, um über das japanische Grauen in der Endlosschleife nachzudenken. Der papierwanddünner Plot von DER FLUCH läßt sich "problemlos in ein paar Texttafeln im Vorspann zusammenfassen. Das Remake ist ein virtuoses Best-Of der neuen japanischen Horrorstandards, und was dem Film an epischem Erzählatem fehlt, macht er durch eine kunstvoll fragmentierte Erzählstruktur sowie die unnachgiebige Terrorisierung seines Publikums wett."
Bei diesem Remake passen für Jörg Gerle die amerikanischen Schauspieler "nicht recht in die japanische Szenerie und wirken im Film wie ein überflüssiger Fremdkörper. ... Der große Horror breitet sich indes nicht aus. Zumindest wenn man bereits Seherfahrungen mit asiatischen Horrorfilmen gemacht hat, sind die vielen bekannten Horrorschock-Klischees (langhaarige Geisterfrauen, Unheil prophezeiende Telefonanrufe) nicht wirklich markerschütternd. Dennoch hat sich Shimizu passabel aus der amerikanischen Affäre gezogen. Er hat seinen Originalfilm ein wenig drastischer gestaltet, aber keinen Splatterfilm daraus gemacht. Freunde interessant konstruierter Geistergeschichten dürften den Kinobesuch jedoch nicht bereuen."
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