| Regie | Bernardo Bertolucci |
| Kinostart | 03.03.2005 |
Abgründig findet Daniela Sannwald den Film. "Die Kamera visualisiert das Verhältnis der beiden in Auf- und Untersichten, Piano und Reggae sorgen für akustische Überdeutlichkeit, und das Ende kommt dann auch noch ganz besonders dicke. Nur gut, dass Bertolucci, der mit knapp 65 eindeutig zu jung ist für Altersschwachsinn, zur alten Form zurückgefunden hat, wie sein DREAMERS von 2003 beweist."
Klangvolle Heiterkeit hat Heike Kühn wahrgenommen. "Der lüsterne Altherrenwitz aus dem 1996 zu Recht geschmähten Film GEFÜHL UND VERFÜHRUNG oder der Ausstattungskult eines Films wie DER LETZTE KAISER sind verschwunden. Plötzlich scheint für den Regisseur solch großer Filme wie 1900 in der intimen Form einer ursprünglich fürs Fernsehen gedachten Produktion wieder alles möglich. Es ist lange her, dass sich Bertolucci derart demütig in den Dienst einer Sache gestellt hat, sei es für die Liebe oder fürs Kino."
Ohne viel Worte kommt dieser Film aus, meint Ulrike Rechel. "Wieder überlässt es Bertolucci vor allem den Bildern zu erzählen, Kleinigkeiten zu zeigen, die sich im Gefüge verschoben haben und von größeren Veränderungen künden ... In SHANDURAI UND DER KLAVIERSPIELER schwelgt Bertolucci hemmungslos in Bildern, malt in Gesten und Momenten. Dass die kleine Liebesgeschichte dennoch stark und spannend ist, liegt daran, dass der Altmeister mit seinen Bildern zu erzählen versteht, statt nur zu dekorieren."
Von der Anfangsmusik fühlte sich Alexandra Wach in diesem Gefühlswirrwarr eingestimmt. "Der bereits 1998 fertig gestellte Film reiht sich im Werk von Bernardo Bertolucci in die Reihe der kleineren, kammerspielartigen Produktionen vom Schlage eines DER LETZTE TANGO IN PARIS ein, in denen es zumeist um unmögliche Liebeskonstellationen geht. Dass SHANDURAI UND DER KLAVIERSPIELER, die Adaption einer Kurzgeschichte des britischen Schriftstellers James Lasdun, ursprünglich als europäische Fernsehproduktion konzipiert war, sieht man ihm, zumindest in Bezug auf die Bildgestaltung, nicht an. Die Charakterzeichnung lässt dafür zu wünschen übrig."
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