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CODE 46

CODE 46

Regie Michael Winterbottom
Kinostart 03.03.2005

Kritiken • CODE 46

16. März 2005 | CODE 46 • Kritik • Der Tagesspiegel

Uta-Maria Heim ist weniger vom Film als von der Tatsache fasziniert, daß die weibliche Hauptfigur beim Sex weiße Feinripp-Hemdchen trägt. "Samantha Morton und Tim Robbins ergänzen sich prima: Sie hat ein tolles Gesicht, und er weiß, wie man's anschaut. Trotzdem bleibt die Affäre unterkühlt, denn sie dient hauptsächlich als Aufhänger für Gesellschaftskritik. Frank Cottrell Boyces Drehbuch vermittelt die Botschaft: Der Einzelne unterwirft sich der totalen Kontrolle eines höllischen Systems. Für Liebe ist da kein Platz."

03. März 2005 | CODE 46 • Kritik • Berliner Zeitung

Als beängstigend bezeichnet Philipp Bühler CODE 46, weil vieles schon Wirklichkeit ist. "Die Gen-politische Science Fiction scheint tatsächlich Neuland zu sein für Winterbottom, der bekanntlich in jedem Film etwas Neues anpackt, doch es gibt eine Stringenz im Werk des britischen Regisseurs: Er konfrontiert Diskursthemen mit der konkreten Wirklichkeit. Die armen Teufel, die William an der Grenze mit Zigaretten belagern, wirken denn auch wie Überbleibsel aus Winterbottoms Flüchtlingsdrama IN THIS WORLD. ... Winterbottoms Film ist von sehr eigenwilliger, disparater Poesie. William und Maria sind gefangen im Niemandsland zwischen Seelenkälte und globaler Erwärmung, menschlichem Verlangen und sozialer Restriktion. Warum sich Menschen diese Welt ohne Liebe antun, hat sich der Detektiv mit dem Ödipuskomplex nie gefragt."

03. März 2005 | CODE 46 • Kritik • Die Tageszeitung

Viel schreibt Ekkehard Knörer über Biopolitik, GATTACA, BLADE RUNNER und MINORITY REPORT um zu dem Schluß zu kommen: "Michael Winterbottoms Zukunftsversion CODE 46 findet zu einem viel konsequenteren Ende. ... Die Inklusion ist durch freundliche Maßnahmen zur Herstellung einer falschen Identität erkauft, die Verweigerung der Selbstaufgabe hat dagegen nicht länger den disziplinarischen Einschluss zur Folge, sondern den Ausschluss aus den privilegierten Zonen. CODE 46 ist also klug - aber leider nicht klug genug. Insgesamt hält sich der Film dann doch immer an ein paar Fronten zu viel auf und leidet darunter, dass die kuriose Idee, den leidenschaftsblinden Liebhaber mit Tim Robbins zu besetzen, beim besten Willen nicht aufgeht."

03. März 2005 | CODE 46 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Rüdiger Suchsland fragt CODE 46 "nach der Gerechtigkeit der Verhältnisse, nach der Zukunft der Teilung zwischen Erster und Dritter Welt, und nimmt Partei für jene Outcasts, die ohne Pass und Anerkennung an den Rändern des Reichtums um ihr Überleben kämpfen. Es ist eine schwarze Utopie, die Winterbottom entwirft, gefüttert mit den Ideen seiner großen Landsleute, von H.G. Wells über George Orwell bis Ray Bradbury, dabei voller origineller Einfälle, wie der Idee jener Viren, die man einnimmt wie eine Medizin, zum Beispiel um eine fremde Sprache zu sprechen. Wie jede gute Science-Fiction handelt CODE 46 dabei in erster Linie von unserer Gegenwart, bietet eine faszinierende Reflexion zum Thema Überwachung und Strafe, zu einem Sicherheitsfetischismus, der auf Kosten der Freiheit geht und letztlich nur den Interessen der Konzerne dient."

03. März 2005 | CODE 46 • Kritik • Junge Welt

Gerd Bedszent gefällt der Film nicht, die Schuld sieht er mit drei Gründen im laschen Drehbuch. "Anliegen der Filmemacher war wohl die Vision einer zukünftigen Welt, die nicht viel anders sein wird als die heutige, nur noch schlimmer. Weniger durch die banale Handlung als vielmehr durch eine Atmosphäre der Düsternis und Frustration vermittelt der Film ein Gefühl des Unbehagens. Nicht mehr."

März 2005 | CODE 46 • Kritik • film-dienst 05/2005

Franz Everschor phrophezeit es: An dem Film werden sich die Geister scheiden. "Der Film ist Science Fiction-, Detektiv- und Liebesgeschichte zur selben Zeit. Dennoch vermeint man keinen Augenblick lang, einer dieser Storys beizuwohnen, weil Winterbottoms unemotionale, konsequente Erzähltechnik jedes der Genres seiner konventionellen Bestandteile entkleidet. ... Michael Winterbottom verzichtet auf alle Spezialeffekte, auf futuristische Bauten und extravagantes Set Design. Stattdessen hat er seine Crew um den halben Globus geschickt und das Städte-Design der Gegenwart als Hintergrund und Schauplatz gewählt - ein weiteres Indiz dafür, dass seine Story ihre Motivation ebenso aus dem Hier und Heute wie aus der Zukunft bezieht."

März 2005 | CODE 46 • Kritik • epd-film 03/2005

Für Heike-Melba Fendel liegt der Film zwischen übernächtigt und nachtaktiv. "Wie Lynchs WILD AT HEART und Figgis' LEAVING LAS VEGAS zelebriert auch Code 46 die Liebe als unzerstörbares Virus in einer zerstörten Welt. Hier wie dort wird Liebe nicht behauptet, sondern dem Kitsch, dem Zynismus, den ausgeleierten Plotpoints und - bei Winterbottom - den Zukunftsvisionen abgetrotzt. Code 46 geht sehr spielerisch mit seiner Komplexität um, Ernst und Respekt trotzen allein die Liebenden dem Film ab. Am Ende wird es wieder um das Vergessen gehen, gegen das Winterbottom ja so beharrlich anfilmt."

Februar 2005 | CODE 46 • Kritik • filmz.de

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