| Regie | Gu Changwei |
Jens Balzer hat einen melancholischen Familienzusammenhaltfilm. "Der jüngere Sohn schämt sich der Familie, zieht fort - und kommt doch wieder zurück: So wie hier alle immer wieder zurückkommen, die das, was sie anderswo suchen, doch nur zu Hause finden; wie die Kamera auch, die sich an den unerfüllten Sehnsüchten entlang immer wieder in den Weiten des Himmels verliert, dann aber doch immer wieder mild auf die Sphäre des Menschlichen besinnt."
Laut Gregor Dotzauer weiß der Regisseur, wie man poetischer Realismus heraufbeschwört. "Jede Einstellung ist eine fotografische Trophäe, ohne gleich dem Postkartenismus zu verfallen - und jedes Sentiment gerade so weit hochgezogen, dass es nicht ins Süßliche kippt. Was macht PEACOCK letztlich doch beliebig? Es ist der Stoff der drei in ihrem kleinstädtischen Schicksal gefangenen Geschwister ... Li Qiangs Drehbuch ist zu klein und zu privat in den aus der Rückschau erzählten Mikrodramen, die es aneinander reiht, und der Versuch, sie größer aussehen zu lasssen, bringt ihre harmlose Poesie erst recht zum Vorschein. PEACOCK ist ehrenwertes Qualitätskino, das sich inzwischen überall auf der Welt findet."
Für Andreas Lorenz ist PEACOCK eine oft traurige Geschichte aus der chinesischen Provinz, aus dem chinesischen Alltag. "Dies erreicht er mit elegischen Bildern und langen Einstellungen, die der lähmenden Atmosphäre im China der siebziger Jahre genau entsprechen. ... Fast zweieinhalb Stunden dauert der Film, für den zum Regisseur gewandelten Kameramann war es eine schwere Geburt: Über drei Stunden Material hat er herausgeschnitten, in mehr als sieben Monaten insgesamt 50 Versionen seines Films erstellt."