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DURCHFAHRTSLAND

DURCHFAHRTSLAND

Regie Alexandra Sell
Kinostart 15.09.2005

Kritiken • DURCHFAHRTSLAND

20. September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Warum ist es am Rhein so schril, fragt Kerstin Decker. Die Filmemacherin hat diese Kulturlandschaft so zart porträtiert, so daß die Kritikerin sie nie wieder vergessen wird. "Alexandra Sell porträtiert das Fremde vor der Haustür, nah und fern zugleich. Auch den restlichen 246 eingetragenen Vereinen im Vorgebirge bringt sie die gebührende Aufmerksamkeit entgegen. ... In immer engeren Kreisen umschließt Alexandra Sell diese Landschaft und die Menschen. Dieser Film ist nicht geschnitten; er ist kunstvoll gewebt. Und irgendwann, gegen Ende, geschieht das Unerhörte: Einige Rösberger und Emmericher wallfahren gemeinsam nach Lourdes. Das muss sie sein, die Globalisierung im Vorgebirge."

16. September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt sah dem Leben in der Provinz beim Scheitern zu. "manchmal hat man das Gefühl, die Regisseurin stelle sich in ihrem schön durchkomponierten, durchlaufenden Text aus der Position des allwissenden, unbeteiligten Erzählers, mit ihrem mal mehr ironischen, mal mehr märchenhaften Erzählertonfall über ihre Helden, die so zum Unterhaltungsmaterial ihres Films werden, und man weiß, dass sie es nicht täte, wenn ihre Protagonisten mächtiger wären. Deshalb handeln Dokumentarfilme am liebsten von Menschen mit geringer gesellschaftlicher Macht. Aber das lässt sich wohl nicht vermeiden, solange man nicht versucht, steng wirklichkeitsgetreu und aus der Position teilnehmender Ethnologen zu drehen."

15. September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Die Regisseurin tastet sich an die deutsche Seele heran, behauptet Rüdiger Suchsland. "DURCHFAHRTSLAND überzeugt immer dann, wo er genau hinschaut. Wo er nicht - was aber gelegentlich geschieht - in Allerweltsweisheiten abgleitet, wie die, dass Komisches und Bitteres nebeneinander liegen, oder dass die Mitte der Welt dort ist, wo wir uns eingerichtet haben. Dass der Film nichts Neues zeigt, unser Bild der Provinz nicht in Frage stellt, ohne sich umgekehrt in eine 'bösartige' Pose zurückzuziehen, ist dabei gerade seine Tugend. Sells besondere Qualität ist: Sie kann unterkühlt erzählen, biedert sich nie an, behauptet nicht, sondern tastet."

13. September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • fluter.de

Die Poesie und der gleichzeitige Realitätsanspruch hat Nana A. T. Rebhan für die Dokumentation eingenommen. Die Regisseurin hat "einen sehr verdichteten, märchenhaften Text geschrieben, der bisweilen den Darstellern das eigene Wort raubt und sich wie ein auktorialer Erzähler des Geschehens bemächtigt. Das ist zwar ungewöhnlich für einen Dokumentarfilm, aber es funktioniert erstaunlich gut. ... Bisweilen verrät uns die allwissende Erzählerstimme auch kleine Geheimnisse. Stets hat sie dabei diesen feinen ironischen Ton, der sich aber dennoch nicht über die Protagonisten lustig macht – eine gefährliche, aber gelungene Gratwanderung."

12. September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • film-dienst 19/2005

Eine Art Heimatfilm mit umgekehrten Vorzeichen sah Alexandra Wach. "Als Langzeitstudie angelegt, nähert sich der Film mit Vorliebe für langatmige Einstellungen und einer eher ethnografisch als sachlich motivierten Beobachtungshaltung den Ritualen dieser dörflichen Parallelwelt, begleitet von einer allwissenden Erzählstimme, der das Staunen über das Gezeigte deutlich anzumerken ist. ... Aber richtig unangenehm oder gar bösartig entlarvend, wie es etwa die österreichischen Alltagschronisten vom Schlage eines Ulrich Seidel sind, gibt sich der Film nie, womit er harmoniesüchtiger und provinzieller ist, als er es selbst von sich glaubt."

September 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

17. Februar 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • Die Tageszeitung

Susanne Messmer wußte es schon immer: Die Provinz ist ein wilder, gefährlicher Ort. "Mitten im Interview blendet Alexandra Sell immer wieder ihren Protagonisten die Stimme weg, fällt ihnen ins Wort und dringt wie ein auktorialer Erzähler aus dem 19. Jahrhundert in ihr Innenleben. ... Es grenzt an Zauberei, dass man sich das als Zuschauer gefallen lässt. Wie ist es nur möglich, dass man seine Protagonisten so bevormundet und dabei derart ihre Würde bewahrt? Es wird wohl daran liegen, dass Alexandra Sell die Sorgen ihrer Protagonisten so blutig ernst genommen hat. Und wirklich: Sie haben es ja auch schwer."

17. Februar 2005 | DURCHFAHRTSLAND • Kritik • Der Tagesspiegel

Silvia Hallensleben schätzt die Regisseurin. "Eine distanziert neugierige Sympathie prägt ihren Film DURCHFAHRTSLAND, der das Leben einiger Vorgebirgler dokumentiert. Eine Kameraführung, die nie künstliche Nähe vorgibt. Eine fast teilnahmslos unterkühlte Musik. Sells wirkungsvollstes Kunstmittel jedoch ist eine begleitende Erzählstimme, die den Erlebnissen der Protagonisten bedeutungsvolle Kontinuität verleiht."

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