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HELBRA

HELBRA

Regie Mario Schneider
Kinostart 24.02.2005

Kritiken • HELBRA

04. März 2005 | HELBRA • Kritik • Freitag

Annette Althaus hat über die Dokumentarfilme HELBRA und HANS IM GLÜCK nachgedacht, die beide von Drogen und dem gnadenlosen Imperativ der Sucht. "Helbra ist damit nicht nur ein Film über die Heroinsucht, sondern auch über ein ostdeutsches Dorf, dem mit der Wende und der Abwicklung der Hütte seine Identität abhanden gekommen ist. Wie ein Geist schwebt ein verlorenes Damals über den düsteren wie poetischen Landschaftsbildern und den älteren Menschen, die in ihren Schrebergärten mit glänzenden Augen das Bergwerkslied Glück auf anstimmen. ass das stillgelegte Bergwerk ein Vakuum in der Dorfgemeinschaft hinterlassen hat, in der die Drogensucht erst gedeihen konnte, wie es der Film nahe legt, mag ein etwas zu simpler Schluss sein. In der Leere wird aber deutlich, wie der Jahrhunderte alte Bergbau die Dorfgemeinschaft mit Stärke und Unerschrockenheit ausgestattet hat."

24. Februar 2005 | HELBRA • Kritik • Neues Deutschland

"Der Film beobachtet sogar lautstarke Konfrontationen, ohne in die Pose eines selbstgerechten Kritikers oder gar Denunzianten zu verfallen. Er macht deutlich, dass auch quälende Hilflosigkeit ein Zeichen von Liebe sein kann. Und er versucht, neben persönlichen auch gesellschaftlichen Ursachen der Drogensucht nachzuspüren." Ralf Schenk fragt sich, ob "die suggerierte Verzahnung von Arbeitslosigkeit und Drogen nicht etwas arg verknappt [ist]? Vielleicht, aber ganz falsch dürfte sie trotzdem nicht sein."

Februar 2004 | HELBRA • Kritik • film-dienst 04/2004

Als hoch anständig schätzt Ralf Schenk HELBRA ein. "Keiner von denen, die Mario Schneider zu Wort kommen lässt, wird beschädigt oder gar verurteilt: Aus den Gesichtern und aus den Gesten, aber auch aus dem Schweigen lässt sich stattdessen Hilflosigkeit und Traurigkeit ablesen. ... Aus dem Material spricht ein enormes Vertrauen; nur so konnte es gelingen, dass sich die Interviewpartner vor der Kamera öffneten. ... HELBRA regt zum Nachdenken darüber an, wie schwer es fällt, Drogensucht nicht als Laune oder gar irgendeine Art von Rache am Elternhaus zu sehen, sondern als Krankheit zu begreifen. Wobei der Film allerdings nicht nur aus Interviews besteht. Als atmosphärischen Kommentar verwendet der Regisseur Aufnahmen der Landschaft, des Regens auf Fensterscheiben, einer scheinbar ins Nirgendwo verlaufenden Straße."

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