| Regie | Vadim Perelman |
| Kinostart | 17.02.2005 |
Am Beginn wußte Gerrit Bartels schon, daß der Film kein gutes Ende nehmen wird. "Er ist ein Film, der zu Herzen gehen will, dabei aber über weite Strecken ohne falsche, künstliche Sentimentalitäten auskommt. Ein ordentliches Hollywood-Melodram von der Sorte, die keine hoffnungsfrohen Zwischenhochs und Happy-Ends kennt, die zwischen Gut und Böse nicht unterscheidet, die keine Figur verurteilt und nur von Verlierern bevölkert wird. ... Bei aller gebotenen Rührseligkeit, aller Melodramatik, und das ist das Schöne und Interessante an diesem Film, den Perelman sehr getreu nach der Vorlage eines Romans von Andre Dubus III gedreht hat, produziert DAS HAUS AUS SAND UND NEBEL aber auch eine Art Gegenmodell zum amerikanischen Mythos des ständigen Unterwegsseins. Der Film erzählt von der Sehnsucht nach einem festen Zuhause."
Für Martin Schwickert ist DAS HAUS AUS SAND UND NEBEL bestes Erzählkino, das sich aus der Psychologie seiner Figuren und nicht aus Formatvorlagen von Plotkonstrukteuren entwickelt. "Vor dem Hintergrund moderner Abstiegsängste erzählt Perelman eine Tragödie von griechischen Ausmaßen. Jede der Figuren scheint nach den eigenen moralischen Maßstäben das Richtige zu tun. Doch dieses Beharren auf dem eigenen Recht löst eine fatale Kettenreaktion aus, ein Kampf der Kulturen im Kleinmaßstab."
Für Anke Westphal ist das Haus der "Ort einer gegenwärtigen, fließenden Unbestimmtheit, vor allem der Identitäten, symbolisiert aber perspektivisch auch Hoffnungen und Möglichkeiten und stellt außerdem die erinnerungsschwere Verbindung zur Vergangenheit her ... Ben Kingsley und Jennifer Connelly in den Hauptrollen sind - wir untertreiben hier noch - schlichtweg sensationell; und die Nebenrollen kann man kaum weniger rühmen. Der Nebel verhüllen den Blick auf das Haus; der Sand hemmt den Gang. Immer wieder entstehen an den Rändern Hollywoods Filme, die in scheinbar alltäglichen Geschichten etwas Grundsätzliches über die Verfasstheit der amerikanischen Gesellschaft erzählen."
Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.
Happy-End-Freunde haben ihn diesem Film nichts verloren, empfiehlt Franz Everschor. "Vadim Perelmans Erstlingsfilm erzählt eine Geschichte, die in kleinen, behutsamen Schritten auf ein katastrophales Ende zusteuert, das die überwältigende Kraft und schicksalhafte Konsequenz einer griechischen Tragödie besitzt. Es ist kein effektversessenes Hollywood-Drama, das sich hier abspielt, sondern eine stille, sich langsam zuspitzende Geschichte über konträre Lebensvorstellungen und unvereinbare Träume, die ebenso unausweichlich in die Zerstörung aller Hoffnungen führt wie der in der Literaturgeschichte viel variierte Mythos der Antigone."