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Regie Christopher Nolan
Kinostart 17.02.2005

Kritiken • FOLLOWING

21. Februar 2005 | FOLLOWING • Kritik • Neues Deutschland

Die meisten Betrogenen sind immer die Arglosen, schreibt Marion Pietrzok. " Am Ende ist alles ganz anders, als es anfangs schien - Wittgenstein lässt grüßen. "FOLLOWING (1998) ist der Debütfilm Nolans (Jg. 1970). Der britische Regisseur schrieb auch das Buch und führte selbst die Kamera. Erzähltechnisch raffiniert, in bester Film-Noir-Tradition - schwarz-weiß gedreht mit der wendigen 16-mm-Kamera und in einem meist klaustrophobisch wirkenden Ambiente der 50er/60er Jahre - ist er mehr als eine Fingerübung für MEMENTO (2001), der danach folgte und das nonlineare Erzählen zu einer neuen Qualität brachte. Ein kleiner Film, spannend, und ein lange haften bleibendes Lehrstück über Manipulation: des Helden, des Zuschauers, der Gesellschaft."

17. Februar 2005 | FOLLOWING • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer wünscht dem Regisseur, daß er auch in Hollywood so gute Filme macht wie dieses Erstlingswerk. "Was der Zuschauer erfährt, sind Puzzleteile, chronologisch sprunghaft erzählt, und doch ist die Vorher-Nachher-Struktur des Films kein manierierter Selbstzweck. Nicht barocke Verwirrung, sondern die Ökonomie eines völlig nüchternen Stils. ... Wenn die 70 Filmminuten von "Following" nicht eine einzige überflüssige Szene enthalten, ist das einem unbedingten Willen zur Informationskontrolle genauso zu verdanken wie den begrenzten finanziellen Ressourcen. Jeder Meter Filmmaterial war teuer erkauft, an verschwenderische Probeaufnahmen war nicht zu denken."

17. Februar 2005 | FOLLOWING • Kritik • Der Tagesspiegel

Einen brillant verschachtelten Film noir hat Kai Müller gesehen. "Mit einem Minibudget ist ihm ein narratives Experiment gelungen, das den spröden Charme eines Frühwerks besitzt: verwackelte Handkamera, blasse Schwarzweiß-Kontraste. Trotzdem wird nicht ein Satz zu viel gesprochen, keine Einstellung ist überflüssig, um aus den Einzelteilen in 74 Minuten ein Bild vom perfekten Verbrechen entstehen zu lassen. ... Nolans Coup ist, dass er die Handlung in Vor- und Rückblenden zerschneidet, in einen Irrgarten aus Zeitsprüngen, der sich erst mit dem letzten Wort auflöst. 'Das Folgende ist meine Erklärung', sagt Bill, 'nun ja, mehr eine Aufzählung dessen, was passiert ist.' Selbst da irrt er."

17. Februar 2005 | FOLLOWING • Kritik • Berliner Zeitung

Bert Rebhandl hat ein Grundmotiv des Films entdeckt aus Dostojewskis "Schuld und Sühne". "Anfang und Ende der Geschichte liegen nicht strikt vorn und hinten, stattdessen sind Erzählfäden ineinander verwoben. Nolan verfügt souverän über die Zeit. Zwischen den Szenen fällt das Bild immer wieder ins Dunkel - ganz so, als gäbe es keine Ursache und Wirkung, sondern nur absurde Momentaufnahmen. ... Christopher Nolan nützt in "Following" die Formensprache des halbdokumentarischen Kinos; mit der Handkamera ist er Bill häufig dicht auf den Fersen, er verdoppelt also das Spiel des "Beschattens", das er zudem durch die Ästhetik der Schwarz-Weiß-Bilder noch betont."

Februar 2005 | FOLLOWING • Kritik • film-dienst 04/2005

Laut Jörg Gerle ist das Motto des Film: Nichts ist so wie es scheint. "Die ganze Lug- und Trugaktion, mit der Bill zum Werkzeug einer Erpressergeschichte gemacht wird, erscheint ein wenig überdimensioniert. Erst wenn man dazu bereit ist, den Wechsel des Films vom rätselhaften Drama zum klassischen Thriller mitzumachen, verfolgt man auch das letzte Drittel des Films mit großer Faszination. Hilfreich sind dabei vor allem die überzeugend agierenden Schauspieler und der brillant gestaltete 'Look' des Films. Mag sein, dass die atmosphärischen Schwarzweiß-Bilder und die mitunter raue Kameraführung auch durch das bescheidene Budget des Films bedingt sind."

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