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FATELESS

FATELESS

Regie Lajos Koltai
Kinostart 02.06.2005

Kritiken • FATELESS

07. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Die Tageszeitung

Gerrit Bartels spricht mit dem ungarischen Schriftsteller Imre Kertész über die Verfilmung seines "Romans eines Schicksallosen", die Schwierigkeiten beim Drehbuchschreiben und die Missverständnisse, die es bei der Rezeption von FATELESS gegeben hat.

02. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann spricht mit Romanautor und Drehbuch-Verfasser Imre Kertés darüber, was er sich für seinen Film wünschte.

02. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Anna Roth ist alles eine Frage der Farbe. "Je mehr Gyurka sich dem Lager nähert und je düsterer die Farben werden, desto mehr wirkt die ungarische Produktion FATELESS wie ein Hollywood-Holocaustfilm. Natürlich weiß der kameraerfahrene Koltai mit Cinemascope umzugehen. Hier aber wirkt das Format unangemessen. Der Farbton- und Filtermeister, dessen Stil und Handwerk ideal zu Kostümfilmen passen (man denke an SUNSHINE, MALENA oder ALLE LIEBEN JULIA), erreicht hier nur Künstlichkeit. Das Künstlerische findet keinen Platz."

02. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn hat der Regisseur die Vorlage in ihrer Radikalität nicht verstanden. "In Kritiken taucht der Verdacht auf, der Film romantisiere den Schrecken der KZs. Dabei ist es gerade andersherum. Der Film ist nicht zynisch genug, um dem radikalen Roman gerecht zu werden. ... Es gibt keine Ansichtskarten von Auschwitz. Koltais Film ist Kertész Einwänden zum Trotz auf dem besten Wege, diese Versorgungslücke zu beheben."

02. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Die Zeit

Iris Radisch hat eine große KZ-Oper, einen peinlichen Film gesehen. "Der Film von Lajos Koltai, der durchaus getreu nach diesem durchaus passablen Drehbuch gedreht wurde, ist ein peinlich berührender Edel-KZ-Film geworden, ein Elendsbilderbogen der Luxusklasse, der dem Geist des Romans widerspricht, obwohl er seine Geschichte genauestens rapportiert. ... Die Pracht der Unverziertheit mit den Mitteln der Verzierung zu erreichen, ohne es ihr gleichzutun - an diesem Paradox wird das Holocaust-Kino sich noch lange die Zähne ausbeißen."

01. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • Berliner Zeitung

Für Stephan Speicher hat der Film auch bewegende Momente; es gibt große Szenen, weil sie dem Geist des Romans folgen. Diese sind aber Ausnahmen. "Jetzt hat der Schicksallose ein Schicksal, das aller anderen Häftlinge. So wie man es kennt, so ist es auch für ihn. Der Satz, an den sich jeder Leser erinnert, "ein bißchen möchte ich noch leben in diesem schönen Konzentrationslager", er hat im Film keinen Platz. Selbstverständlich tränenreich vollzieht sich der Abschied vom Vater, der ins "Arbeitslager" muss, als ob jeder gewusst hätte, was das bedeutet. ... Und damit der Anspruch des Romans auch ganz untergehe, hat Ennio Morricone eine Musik beigetragen, die schicksalhaft ist wie nur irgendwas, ein Schmachten und Klagen, dass es nur so eine Art hat."

01. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • fluter.de

Vielleicht müssen Holocaust-Filme ja genau so aussehen, meint Peter Zemla. "Nie lässt sich der Film, zu dem Ennio Morricone einen elegischen Score komponiert hat, dazu verleiten, das gezeigte Leiden in Elendsheroismus umzudichten. Gerade das aber lässt viele Szenen so nachhaltig wirken. ... Lajos Koltai, der bislang als Kameramann - er arbeitete unter anderem mit István Szabó oder Guiseppe Tornatore - in Erscheinung getreten ist, hat für sein Regiedebüt dieses Angebot angenommen und das Beste daraus gemacht: einen leisen, demütigen, tief empfundenen Film."

01. Juni 2005 | FATELESS • Kritik • br-online.de

Mit besten Absichten ist die Geschichte laut Kirsten Liese adaptiert. Doch "Diskrepanz zwischen dem Naiv-Sachlichen, Lakonischen der Sprache und dem schrecklichen Realismus der Tatsachen stellt sich im Film nicht ein. ... FATELESS, einer der schwächsten Beiträge im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale, zieht dramaturgisch zwar alle Register des Könnens, ringt dem Thema aber kaum neue oder überraschende Aspekte ab. Zumindest aus deutscher Sicht kommt der Film ein bis zwei Jahrzehnte zu spät und - was weitaus gravierender ist - er vermag nur an wenigen Stellen unmittelbar zu berühren, was angesichts der realen Geschichte fast schon unverzeihlich ist. Denn die Vernichtungsmaschinerie wirkt wie ein flüchtig abgehaktes Stationendrama."

Mai 2005 | FATELESS • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Mai 2005 | FATELESS • Kritik • film-dienst 11/2005

Michael Kohler ist enttäuscht, weil der Regisseur dem Resümee des Romans - im Konzentrationslager eine Heimat gefunden zu haben - folgt, aber dafür keine Bilder gefunden hat. "Zwar sieht man seiner Verfilmung eines autobiografisch motivierten Romans von Imre Kertész an, dass er sein Handwerk als Kameramann versteht, doch um den Stoff zu diesem Ende hin zu formen, hätte es mehr bedurft als die teils beflissene, teils biedere Illustration einer jüdischen Passionsgeschichte. Jede Episode ist bei Koltai nicht viel mehr als eine mit historischen Insignien ausstaffierte Filmbühne, jeder Ort eine beliebige Ansichtspostkarte des Unvorstellbaren."

17. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok schreibt, wie der Film sein sollte: ohne Pathos, kein Boulevardfilm. "Obwohl die Bilder von visueller Gewalt sind, fast überdeutlich und detailliert alle körperlichen Strapazen gezeigt werden - was das Buch Kertész' vermochte, die ungeheure Wirkung der Diskrepanz zwischen dem Sachlichen, Lakonischen der Sprache und dem schrecklichen Realismus der Tatsachen, stellt sich im Film nicht ein. Was im Buch Steigerung war, gerät im Kino fast zur Verharmlosung. Man schämt sich, dass man das Unberührtsein von der Szene, die wie alle Szenen der Lagerzeit grau in grau gehalten ist und wo einzig das Geschwür an Györgys Knie rot aufklafft, die Wunde ein Pfuhl wimmelnder Würmer, nicht als Schande empfindet."

16. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Berliner Zeitung

Für Carmen Böker dient "jegliche Geschwätzigkeit eher der Illustration jener Sprachlosigkeit, die die Unversehrten betrifft. Das Offensichtliche wird nicht kommentiert. ... Lajos Koltai - als Kameramann an 14 Filmen Istvan Szabós beteiligt - unterteilt für sein Regiedebüt den Erzählfluss in kurze Szenen, reiht sie zwischen Blackouts wie einen Rosenkranz aneinander, chronologisch. Und er hat teils sehr eingängige Metaphern entwickelt, um die Rückbesinnung eines Erwachsenen auf seine Jugend und den damals aktivierten Schutzmechanismus der Naivität nicht allein im Off-Kommentar zu demonstrieren."

16. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Die Tageszeitung

Gerrit Bartels konnte die unentwegt erklingende dräuend-kitschige Musik von Ennio Morricone gar nicht ertragen. "Dazu haben viele Figuren aus den Konzentrationslagern auf einmal den stereotypen Charakter, den man aus anderen Holocaust-Filmen kennt: der schmallippige deutsche Aufseher, der knuffige Häftling, das Kämpferherz etc. Nur noch wenig bleibt dann über von dem einst in einem Interview geäußerten Vorhaben von Kertész, "die Moral des Lesers durch die scheinbar unmoralischen, kalten Zeilen dieses Buchs" verletzen zu wollen. ... Andererseits ist es beeindruckend, wie Koltai den Bildern nach und nach die Farbe austreibt, wie sich das gesamte Geschehen in den Lagern entweder in einem feuchten, matten Schwarz und vor allem in einem trockenen, blassen Weißgrau zeigt."

16. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Neues Deutschland

Unverkennbar, dass es ein Mann fürs Visuelle den Film gedreht hat, schreibt Elisabeth Nagy. Sie porträtiert den Kameramann und Regisseur.

16. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Der Tagesspiegel

Die Zeitung berichtet kurz von der Pressekonfernz zum Film.

15. Februar 2005 | FATELESS • Kritik • Der Tagesspiegel

Hans-Jörg Rother fragt, was dieser Film über ein Einzelschicksal im Holocaust den Dokumentationen und Büchern hinzufügen kann. "Man versteht Koltais Versuch am besten als eine Ballade, die eine unerhörte Geschichte wie selbstverständlich, aber mit starker Empfindung erzählen will. Die zu Beginn beherrschende, gegen Ende sich einem Requiem nähernde Musik Ennio Morricones stimmt darauf ein. ... Nach fast zweieinhalb Kinostunden wird kaum jemand das Gesicht von Marcell Nagy vergessen können. Vielleicht ist Naivität ein letzter Zufluchtsort angesichts einer geschäftig über alle Massakernachrichten hinweggehenden Welt. Zwischen Leben und Kunst liegt - und gerade dieser von der Berlinale erst töricht verkannte Film beweist es - eine schmerzhafte Kluft."

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