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MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN

MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN

Regie Thomas Heise
Kinostart 10.11.2005

Kritiken • MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN

10. November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Neues Deutschland

Bei aller Härte bleibt für Hanno Harnisch eine gehörige Ratlosigkeit.
"Die Kamera schwankt zwischen dem Abbild einer pittoresken südfranzösischen Dorfwelt und dem Drang des Dokumentaristen, einen Täter zu stellen, und sei es nur zu einer klaren Aussage. Die Kamera soll und will denunzieren, einen Petzer verpetzen. Da ist noch eine Rechnung offen und ein Film dazu. Thomas Heise bewegt sich selbst sicher auf der Seite der Gerechten. Für seinen Bruder ist er nur selbstgerecht. ... In MEIN BRUDER. WE WILL MEET AGAIN (2005) gestattete er sich einen persönlichen Blick auf seine eigene Vergangenheit. Da konnte er nur ungerecht sein. Ausgewogenheit ist das Geschäft des Dokumentaristen Heise nicht. Warum auch?"

10. November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Die Tageszeitung

Etwas theatralisch wirkt die Ausgangslage des Films für Detlef Kuhlbrodt. "In dem für Heise'sche Verhältnisse angenehm leichten Film ist die Pension archetypisch ländlich französisch. Alternierend gibt es schöne Natur, Lebensalltag von Micha, Yvonne, den Kindern und Andreas und problemorientierte Gespräche über die Stasi, über Verrat, Schuld und schlechtes Gewissen. ... Überall in Heises Film gibt es also Dinge, die eigentlich nicht gehen: dass der Freund IM war, dass das Exopfer für den Extäter arbeitet, dass das getrennte Paar zusammenlebt, dass der Filmemacher die IM-Geschichte verwertet. Überall knarzt es, funktioniert aber ganz banal."

09. November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • fluter.de

Als großen Erforscher der ostdeutschen Seele vor und nach der Wende bezeichnet Stefanie Zobl den Regisseur Thomas Heise. "Besonders tief gräbt und bohrt Heise allerdings nicht in seinen Interviews, er möchte nicht in verletzliche Bereiche vordringen und lässt seine Protagonisten geben, was sie von sich aus zu geben bereit sind. Das ist zwar respektvoll, nimmt der Thematik aber die Brisanz. Zwischen den Gesprächen nimmt sich der Film viel Zeit, die Natur in unterschiedlichen Stimmungen und das Lebensgefühl der beiden Deutschen in der ländlichen Umgebung samt Anhang einzufangen."

08. November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • film-dienst 23/2005

Das unablässige, stets etwas selbstgerechte Aufrechnen der DDR-Vergangenheit(en) kann durchaus auf die Nerven gehen, meint Ulrich Kriest. "Die Kamera tritt aufdringlich auf, will die Personen stellen, die ihrerseits versuchen, sich ihr zu entziehen, indem sie Interviews abbrechen, schweigen, im Gespräch abschweifen oder sich mittels schriftlicher Notizen 'verständigen': Das Nicht-Gesagte kritisiert das Gesagte. ... Schließlich kulminiert die erstaunliche Ratlosigkeit des Films in einem Gespräch der Brüder, bei dem Andreas konstatiert, das beide, abgesehen von der Politik, nie viel verbunden hätten; jeder hätte in einer anderen Welten gelebt und kaum einmal ernsthaft mit dem anderen gesprochen."

07. November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Begründung der Jury zum Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

"Der Film thematisiert auf eindrucksvolle, unaufdringliche Weise und mit viel Raum für eigene Interpretationen den schwierigen Weg zur Aussöhnung. Eher beiläufig und dafür umso wirksamer schimmern in den Gesprächen die Verletzungen durch das System der DDR auf. In der Offenheit des Films liegt seine Stärke. Nichtgestellte Fragen erfahren fragmentarische Antworten. Wo die Gespräche verstummen, führt die Darstellung der Natur die Gedanken weiter. Mit einfachen Mitteln erzählt Thomas Heise seine private Geschichte, die gleichwohl über das Individuelle hinausweist und sein Publikum in den Gastländern des Goethe-Instituts finden wird."

November 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

17. Februar 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Die Tageszeitung

Stefan Reinecke spricht mit Thomas Heise darüber, warum sein Bruder mit einem Freund zusammenlebt, der ihn als IM bespitzelt hat.

15. Februar 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Berliner Zeitung

Für Claus Löser sind die Filme von Thomas Heise so etwas wie Therapiesitzungen. Der Film "betreibt indes alles andere als inquisitorische Enthüllungspolitik. Die Fakten gruppieren sich hier eher zaghaft, fast widerstrebend. Vorrang hat, wie in allen anderen Filmen Heises auch, die vorurteilsfreie Beobachtung, die Neugierde gegenüber dem Unvorhersehbaren. Auf dieser Offenheit basiert der Film sowohl visuell als auch inhaltlich. Doch in bislang keinem Heise-Film schwelgte die Kamera von Peter Badel so ausgiebig in tief gestaffelten Bildern, fand sie in vergleichbarem Maß ihren Rhythmus zwischen obskuren Details und großartigen Totalen."

15. Februar 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Tagesspiegel

"Die Geschichte steckt ihnen in den Körpern wie eine Krankheit, die erst der Tod heilt. Ein Film mit mehr Distanz wäre besser gewesen, ein Film, der mehr Fragen stellt, ein Film, der sie weniger schont. Ein Bruder kann das wohl nicht. Aber als Zuschauer geht man hungrig aus dem Kino hinaus. Wer genau geht hier eigentlich an genau was zugrunde? Die DDR-Melancholie ist die Krankheit, als deren Therapie sie sich ausgibt." (mrt)

15. Februar 2005 | MEIN BRUDER - WE WILL MEET AGAIN • Kritik • Junge Welt

Für Grit Lemke muß Thomas Heise nicht insistieren und in Herzen rumwühlen. "Er läßt die Menschen, wie sie sind, ist einfach da, ermahnt Andreas lieber, sich richtig hinzusetzen und nicht so viel zu rauchen. Der wunderbare Peter Badel fängt mit seiner Kamera die allgegenwärtigen Spuren der Vergangenheit auf den Gesichtern und im Alltag ein, im Ungesagten. ... Die Dinge sind, wie sie sind, die Menschen arbeiten, essen, trinken, sitzen rum, der Tag kommt und geht, die Wolken ziehen, mal sind die Berge im Nebel verschwunden, mal als blaue Linie am Horizont zu sehen. Heise und Badel gelingt das kleine Wunder, eine eigentlich traurige Geschichte entspannt zu erzählen, (Heise-untypisch) weich und geradezu zärtlich. Erinnerung braucht keinen Stacheldraht."

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