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2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß

2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß

Regie Malte Ludin
Kinostart 07.04.2005

Kritiken • 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß

11. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Neues Deutschland

Das eigentliche Thema ist vielleicht die blanke Verzweiflung des Sohnes, meint Knut Elstermann. "Ludins Methode fehlt dabei jede Selbstgerechtigkeit. Er konfrontiert uns mit seiner eigenen Verunsicherung, dem Suchen und den Ausflüchten. ... 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß, sicher einer der wichtigsten Dokumentarfilme der letzten Jahre, stellt sich gegen eine Tendenz im deutschen Kino, die braune Vergangenheit nur noch als unverbindliches, historisches Spielmaterial zu betrachten. Vielleicht wird sich mancher Zuschauer danach fragen, ob nicht auch in seinem Keller eine ungeöffnete Holzkiste steht."

08. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Der Freitag

Als bemerkenswert-erregend empfindet Matthias Dell die Dokumentation. Der Film "eröffnet ein neues Feld, das die Selbstbefragung eines Autors zum Tischgespräch der Gesellschaft weitet. ... Man erhält Einblicke in die Psychopathologie einer deutschen Familie, die derart erschütternd und erregend sind, dass man Gefahr läuft, selbst Opfer einer, psychoanalytisch gesprochen: Übertragung zu werden. Die konsequente Verlogenheit, die zum Himmel schreiende Ignoranz bedrängen den Betrachter in solchem Maß, dass er womöglich glaubt, sich nur noch durch Häme Luft verschaffen zu können. Das hieße aber zu übersehen, wie viel Unwohlsein die zur Lebenslüge geronnene falsche Wahrheit ihren tapferen Verteidigerinnen bereitet."

07. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Berliner Zeitung

Für Christian Westheide spricht es "für die Wahrhaftigkeit des Regisseurs, dass er eine Szene im Film belassen hat, die ihn selbst als einen von innerfamiliären Kontrollmechanismen geprägten Menschen zeigt ... Doch in dem Filmemacher Malte Ludin ist die Strategie der Familie nicht aufgegangen, Verantwortung zu verlagern - sein Film ist der Beweis. Mutig führt er sich selbst vor. Ob die Familie jetzt noch die seine ist, wusste Ludin nach der Premiere seines Films nicht zu sagen."

07. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Junge Welt

Positiv hebt sich der Film von den Versuchen der Relativierung und des Verständnis für die Nazi-Väter ab, meint Matthias Reichelt. "Die älteste noch lebende Schwester Eri weigert sich am beharrlichsten, den Vater zu beschuldigen. Anfangs war sie auch nicht für den Film zu gewinnen, in dem man sehen kann, wie sich Verdrängung in Gestik, Mimik und Sprache niederschlägt. Das Ringen um Worte, Blicke, die verzweifelt Halt suchen, das nahezu gedankenverlorene Schütteln des Kopfes, die zu Tränen gerührte Stimme oder der widerspenstige und aggressive Ton auf die als inquisitorisch empfundenen Fragen des Bruders sind die hilflosen Mittel, das Unvermeidliche zu verhindern und sich der Doppelfunktion des Vaters zu stellen: hier liebendes Familienoberhaupt und dort der kalt mordende Kriegsverbrecher."

07. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Junge Welt

Matthias Reichelt spricht mit der Produzentin und dem Regisseur über die Familie des Nazis Hanns Elard Ludin.

06. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Die Tageszeitung

Matthias Reichelt spricht mit dem Regisseur Malte Ludin über geschönte Erinnerungen und Vergangenheitsbewältigung in der Familie.

06. April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • fluter.de

Als sehr persönlich empfindet Nana A. T. Rebhan den Dokumentarfilm. "Malte Ludin setzt sich mit dem doppelten Vaterbild auseinander, das bis heute in der Familie herrscht. Einerseits gibt es viele fröhliche Kindheitserinnerungen, andererseits die Gewissheit, dass der Vater hingerichtet wurde. ... 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß ist eine mutige Annäherung an das Thema der Schuld und Lüge, das in der Familie Ludin von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Endlich - durch das Reden darüber - gelingt eine neue Perspektive auf die eigene Familiengeschichte."

April 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • film-dienst 07/2005

Laut Ulrich Kriest versammelt der Film viele Puzzleteilchen, er ist ein atemberaubender Fantasyfilm. "In intensiven und bisweilen fast unangenehm insistierenden Gesprächen begibt sich Malte mit seinen Schwestern Bärbel (*1935), Ellen (*1937) und Andrea (*1943) auf eine Spurensuche, in der das Enigma des Vaters zwar als leeres Zentrum fungiert, aber nicht zum Fluchtpunkt wird. In 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß geht es nicht so sehr um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart der Vergangenheit in den Köpfen und Herzen der (Über-)Lebenden, wobei die Pointe ist, dass die Ereignisse und Entscheidungen, die hier verhandelt werden, teilweise über 60 Jahre zurück liegen. Man bekommt also das binnenfamiliäre Psychogramm eines kollektiven Beschweigens präsentiert, das mittlerweile längst die nächste (Enkel-)Generation erreicht hat."

19. Februar 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Die Tageszeitung

Für Jan-Hendrik Wulf zerfällt der Vater in zwei Perspektiven: "der NS-Repräsentant als Täter und das Familienoberhaupt als Opfer der Geschichte. ... Wer will den Angehörigen ihre idealisierende Liebe zum Nazi-Vater verdenken? Und doch wirkt es geschmacklos, wenn die unbeirrte Trauer öffentlich gemacht wird und damit auch den Kriegsverbrecher bezeichnet. Der Regisseur, der selbst an der Schuld seines Vaters keinen Zweifel lässt, mag das gespürt haben. Ausgleichend sucht er daher auch das Gespräch mit überlebenden jüdischen Zeitzeugen. Doch bis zum Ende lassen sich historische und gefühlte Wahrheit nicht versöhnen."

17. Februar 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Junge Welt

Für Dietmar Kammerer ist dies keine weitere "Biographie eines Nazi-Schergen, sondern ein Zustandsbericht über die Generation der Kinder der Täter, über eine normale deutsche Familie und ihre Verdrängungsmechanismen. ... Malte Ludin hat einen entlarvenden, schmerzhaften Film über seine Familie gedreht, deren jüngste Generation noch in dem Glauben aufwuchs, Opa sei im Nazireich ein 'Widerstandskämpfer' gewesen. Daß der Regisseur sich mit seinen Schwestern über die Schuldfrage des Vaters nie einig werden wird, ist anzunehmen; daß er durch die Arbeit am Film ein anderes Bild vom Vater gewonnen hat, räumt er selbst ein."

15. Januar 2005 | 2 ODER 3 DINGE, DIE ICH VON IHM WEIß • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur arbeitet sich an Familiengeschichte und deutsche Vergangenheit heran, schreibt Anke Westphal. "Malte Ludin, der sein Vaterbild mit Hilfe der Archive vervollständigt hat, ist am Ende ein Außenseiter. Wenn man ganz böse sein will, kann man diesen ausgezeichneten Film all jenen entgegen halten, die immer wieder davon sprechen, dass vierzig Jahre verordneter Antifaschismus nichts bewirkt haben. Der Antifaschismus, der gar nicht angeordnet wurde, hat bewirkt, dass immer lauter nach dem starken Mann gerufen wird."

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