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SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN

SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN

Regie Bahman Ghobadi
Kinostart 05.05.2005

Kritiken • SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN

27. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Junge Welt

Nick Brauns fühlte sich an Endzeitfilme erinnert. "Schließlich zeigt der Film nicht nur, daß viele Kurden die US-Truppen als Befreier empfanden. 'Visa. Visa in die USA', kommentiert Satellit das Eintreffen der ersten Black-Hawk-Helikopter, die Flugblätter über dem Flüchtlingscamp abwerfen. Gleichzeitig macht der Film deutlich, daß es eben die USA waren, die jahrelang das Saddam-Regime unterstützten. 'Du sagst immer USA, USA! Nun bist du selber auf eine US-Mine getreten', sagt einer der Dorfältesten zu USA-Fan Satellit, nachdem dessen Bein von einer Mine zerfetzt wurde."

09. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Die Tageszeitung

Authentisch ist dieser Film für Anke Leweke. "Es ist Bahman Ghobadis große Leistung, die Schicksale seiner Darsteller behutsam und frei von Effekten in seinen Film einzubetten. Vielleicht hätte er sich ganz auf die dokumentarische Qualität verlassen sollen. Sobald er anfängt zu inszenieren, seine Tableaus zu überhöhen, entsteht eine seltsam, auch ein wenig unangenehme Konkurrenz zwischen Fiktion und vorgefundener Wirklichkeit. ... AUCH SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN zeigt junge Menschen, die tun, was alle jungen Menschen tun. Die Schockwirkung und die Traurigkeit dieses Films liegen nicht nur in dem Schrecken, den er zeigt, sondern in der Kraftanstrengung, mit der die Kinder trotz allem auf einer Normalität in der Hölle beharren."

07. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Heike Kühn ist der Film zu zornig, um Rücksicht zu nehmen. "Soviel Rücksicht auf Filmästhetik und europäische Empfindsamkeiten kann Ghobadi nicht mehr nehmen. Man könnte sagen, sein zweiter Film sei weniger poetisch, plakativer in der Auswahl seiner Schicksale. Vergewaltigte Kinder, Kinder ohne Beine und Arme. Prophetische Krüppel, die Konkurserklärung des technisch Machbaren und des guten Willens der berichterstattenden Welt. ... Wie in den iranischen Filmen der Makhmalbaf-Familie und Abbas Kiarostamis, von denen Ghobadi Bildgewaltigkeit und eine bescheidene Hoffnung gelernt hat, spielen die Flüchtlinge sich selbst. Ihre fehlenden Glieder entspringen keiner Maske, ihre Wahl zwischen Verhungern oder Verbluten keinem Drehbuch. Man könnte sagen, die Erzählung stürzt ihre Protagonisten zu ausweglos in den Abgrund der Unmenschlichkeit."

04. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Krieg - und Landminen und das, was sie den Kindern antun - ist das große Thema des kurdischen Regisseurs Bahman Ghobadi, schreibt Christina Tilmann. "Der erste Film aus dem Irak, von einem Regisseur, der im iranischen Kurdistan geboren wurde, als Kind selbst Bombardements von Irakern erlebte. Als er 2003 in Bagdad einen Dokumentarfilm vorstellte, sah er die Kinder, die verstümmelt waren. Und wusste, er muss noch einmal zurück, um mit diesen Kindern zu drehen."

04. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • fluter.de

Thomas Winkler hat nie zuvor im Kino eine solch vehemente, verzweifelte Klage gegen den Krieg gesehen. "Ghobadi hat wie immer, wie schon in seinem ebenfalls mehrfach preisgekrönten Film ZEIT DER TRUNKENEN PFERDE, mit Laiendarstellern gedreht. Hier müssen Schauspielern keine Gliedmaßen per Computertrick amputiert werden, jedes der Kinder könnte die Geschichte seiner Rolle selbst erlebt haben, hat vielleicht sogar selbst Schlimmeres erlebt. Ghobadi agiert wieder einmal so souverän auf dem schmalen Grat zwischen künstlerischem Anspruch und schmerzhafter Authentizität, dass einem das Zusehen zur Prüfung der eigenen Menschlichkeit gerät."

04. Mai 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • br-online

Heidi Reutter ist häufig der Atmen beim Sehen des Films gestockt. AUCH SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN "mag ein poetischer Titel sein, aber was er letztlich zeigt, in neorealistischen Bildern, ist erschütternde Wirklichkeit in Zeiten des Krieges: Elend, Schmerz, Zerstörung. Ghobadi konzentriert sich bewusst auf die Kinder und ihr Schicksal, auch erzählt er aus deren Perspektive ... Regisseur Ghobadi hat für seinen hoch emotionalen Anti-Kriegsfilm AUCH SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN mit großartigen Laiendarstellern gearbeitet. Es sind eindrucksvolle, starke Figuren. Junge Menschen, die um ihre Kindheit betrogen wurden und denen man alles genommen hat: ihre Familie, ihre Gesundheit, ihre Unversehrtheit und ihre Unschuld. Der Krieg kennt da kein Erbarmen."

April 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • film-dienst 09/2005

Der Regisseur zeigt einen trostlosen Mikrokosmos in einem verlorenen Landstrich, schreibt Wolfgang M. Hamdorf. "Trotzdem oder gerade deshalb lebt der Film von einem spezifischen, stellenweise sehr schwarzen Humor, der aus dem Überlebenswillen der Kinder erwächst. Ghobadis Film ist vielstimmig und vermittelt eine vielschichtige Realität: eine universelle Geschichte mit der Skurrilität mittelalterlicher Schelmenromane. Dabei kommt keine falsche Larmoyanz auf, aber auch die Hoffnungsschimmer eines Trümmerfilms bleiben aus."

11. Februar 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Die Tageszeitung

Für Sebastian Frenzel zeigt der Film sehr drastische Elemente, ohne sich jedoch darin zu erschöpfen. "Eindringlich ist dieser Film gerade auch in seinen ruhigen Szenen, in der Art und Weise, wie er den Alltag im Lager einfängt. Denn das ist vielleicht das Erschreckendste an diesem Werk: zu sehen, wie sich die vom Krieg gezeichneten Bewohner in dieser kargen Berglandschaft zu arrangieren versuchen, wie sie zwischen Minenfeldern und rostenden Panzerwracks Normalität in ihr Leben bringen wollen."

11. Februar 2005 | SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN • Kritik • Neues Deutschland

Der Tod ist allgegenwärtig in diesem Kinderfilm, schreibt Ralf Schenk. "Inmitten dieser Vorhölle verliebt sich ein umtriebiger Junge in ein Mädchen, das ein Kleinkind mit sich herumträgt: ein ungeliebtes Kind, Frucht einer Vergewaltigung durch Soldaten des Diktators. Der Film konfrontiert Überlebenswillen und Todessehnsucht; am Ende erstirbt jedes Lächeln. Und doch gab ihm Regisseur Bahman Ghobadi den schönsten Titel, der sich für diese Geschichte denken lässt: AUCH SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN."

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