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ANGEL'S FALL

ANGEL'S FALL

Regie Semih Kaplanoglu
Kinostart 23.06.2005

Kritiken • ANGEL'S FALL

27. Juni 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • Der Tagesspiegel

Daniela Sannwald konnte die Stille in dem Film hören. "Es sind die Verlierer der Großstadt - und Kaplanoglu weiß sie überall zu finden, im kleinbürgerlichen wie im intellektuellen Milieu. Dem allgegenwärtigen Lärm und Geschrei setzt er die Stille entgegen - und akzentuierende Geräusche. ANGEL'S FALL kommt fast ohne Dialoge aus, aber seine Heldin hört, was sie nicht hören will, während ein Tontechniker vergeblich versucht, Töne aufzunehmen."

25. Juni 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur Semih Kaplanoglu wartet nicht allzu lange, bis er die Ursache des Leidens zeigt, in gnädig grobkörnigen Bildern, schreibt Christina Bylow. "Im Umgang mit den Dingen zeigt sich das Verhältnis der Figuren zur Welt und zu sich selbst. Kaplanoglu hat einen Film jenseits der Worte gemacht; die Gegenstände werden hierin zu Botschaften und Zeichen, zuletzt zu Werkzeugen der Flucht. ... Kaplanoglu, das ist unübersehbar, verehrt Andrej Tarkowskij. Aber er erschafft deshalb nicht gleich ein mystisches Universum abseits der Realität. ANGEL'S FALL ist eine eigenwillige Studie über das Überleben in einem Zustand absoluter Entwertung durch den Menschen, der einem am nächsten ist. Manierismen ließen sich dabei nicht ganz vermeiden."

24. Juni 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • Die Tageszeitung

Auch wenn der Film von Zeyneps Unglück zu erzählen beginnt, wahrt er für Anke Leweke die Distanz und Diskretion der Totalen. "Es ist ein Koffer, der Zeynep zum Befreiungsschlag ausholen lässt. Sie bekommt die schönen Kleider einer jungen Frau vermacht, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Wenn sie den Koffer hinter sich herzieht, arbeitet der Film zum ersten Mal mit Musik. Wir hören Edvard Griegs "Herzwunden". Seltsam überhöht wirkt die Szenerie. Und der Film bekommt plötzlich etwas Mythisches. Wieder braucht er nur ein Tableau, um uns über eine Veränderung in Zeyneps Wesen ins Bild zu setzen. Vielleicht fällt dieses Bild ein wenig zu plakativ aus. Dennoch ist es schön. Angel sitzt in einem roten Kleid in der Wohnung und scheint zum ersten Mal eins mit sich selbst."

23. Juni 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • fluter.de

Der Film zeichnet für Susanne Gupta ein deprimierendes, düstes und freudloses Bild von Istanbul. "Kaplanoglus erster Kinofilm ist eine sensible Studie über Menschen in der anonymen Großstadt, die an Einsamkeit, kaputten Beziehungen und Sprachlosigkeit leiden. Daher ist er auch extrem wortkarg. Die Story selbst, die Zeitschleifen hat, mal vorwärts, mal rückwärts läuft, ist schnell erzählt. Es ist eher die intensive und mysteriöse Atmosphäre, mit der der 38-jährige Regisseur den Zuschauer fesseln kann."

Juni 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • film-dienst 13/2005

Josef Lederle ist begeistert von der subtilen Bildgestaltung, die ihn manche Längen des Films vergessen ließen. "Die emotionale Versteinerung Zeyneps, bildlich konsequent in innere Gefängnisbilder übersetzt, die sie häufig als dunklen Schattenriss vor hellem Hintergrund zeigten, kumuliert in einem grandiosen 'Scherenschnitt', der sie zusammen mit dem Pagen vor ein vom Mond erhelltes Fenster stellt - geteilte Einsamkeit in der Hölle der Schuld. So könnte man die enigmatischen Verdichtungen deuten, die der Film immer wieder sucht, auch wenn die Verknüpfung der Handlungsstränge manchmal mehr einfühlender Interpretation als filmischer Argumentation geschuldet ist."

11. Februar 2005 | ANGEL'S FALL • Kritik • Die Tageszeitung

Für Daniel Bax passiert zunächst einmal gar nicht viel. "In quälend langen Szenen wird der Zuschauer Zeuge der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und der erdrückenden Atmosphäre der Angst und des leisen häuslichen Terrors. Als die junge Zeynep ihren Vater gegen Ende des Films völlig überraschend im Affekt erschlägt, wirkt das wie eine Erlösung: Angesichts des plötzlichen Blutbads im Badezimmer muss man fast lachen, als sei es eine Szene von Tarrantino." Der Film verstört durch seine ungewöhnliche Form.

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