| Regie | Anno Saul |
| Kinostart | 21.04.2005 |
Der Film bietet mehr Charme und Witz, als das in bisherigen deutschen Culture-Clash-Komödien üblich war, meint Philipp Bühler. Die "Wahrhaftigkeit verblüfft - und adelt einen Film, in dem viel wunderbarer Unsinn verzapft wird. ... Wenn hier eine Parallelgesellschaft am Werk ist, dann ist es die einer Bande munterer Filmemacher, die mit der Realität äußerst unrealistisch umgehen: nämlich produktiv und mit Humor. Für einen guten Gag opfern sie jede Vernunft, aber nie den Respekt vor ihren Figuren. Die Hamburger Schanze mag hier zum Multikulti-Filmset stilisiert worden sein, doch echter als das von Sat.1 und seinem "König von Kreuzberg" wirkt es allemal. Vor einschlägigen Kulturkampf-Importen wie JALLA! JALLA! braucht sich jedenfalls niemand mehr zu verstecken. Nur auf den ersten deutschen Kung-Fu-Film müssen wir wohl noch eine ganze Weile warten."
Laut Daniel Bax ist der Döner filmreif geworden. "KEBAB CONNECTION dürfte die beste Fatih-Akin-Komödie sein, die Fatih Akin nicht selbst gedreht hat: viel bissiger als IM JULI, seine brave Erfolgskomödie mit Moritz Bleibtreu und Christiane Paul, und natürlich viel ausgereifter als die anarchischen Kurzfilme, mit denen Akin zu Beginn seiner Karriere sein komödiantisches Gespür unter Beweis stellte. Die vielen Koautoren und der Regisseur Anno Saul, die den Stoff seitdem in die Hand nahmen, haben den Kebab-Spaß nicht verdorben, sondern um wichtige Aspekte erweitert. ... Auch wenn der rote Faden manchmal etwas ausdünnt und man nicht unbedingt versteht, warum die beiden Liebenden so lange brauchen, um wieder zueinander zu finden: Die Darsteller trösten darüber hinweg, und auch die pointiert gezeichneten Nebenfiguren wurden mit hervorragenden Schauspielern besetzt."
"Auf dem Slalom zum Happyend passiert die Geschichte die Stationen Hechel-Kurs, Macho-Getue und Familienzwist, ehe sie die Zieldurchfahrt der Völker- und Geschlechterverständigung erreicht, wobei Bruce Lee persönlich eingreifen muss. Denis Moschitto als Ibo macht dabei eine ganz ordentliche Figur, die MTV-Ansagerin Nora Tschirner bleibt mangels schauspielerischer Ausbildung wie in SOLOALBUM etwas hüft-steif. Über tatsächliche Probleme deutsch-türkischer Freundschaft erfährt man so gut wie nichts."
Der Film entdeckt laut Jan Schulz-Ojala die komischen Seiten der Multikulti-Gesellschaft. "Der deutsche Nachzügler KEBAB CONNECTION, bei dem Anno Saul Regie geführt hat, mag kein durchweg rund laufender Film sein. Aber das Projekt, das Fatih Akin usprünglich selbst realisieren wollte und für das er nun am Drehbuch mitarbeitete, schafft den Anschluss locker - weil es sich endlich des subversivsten aller Genres, der Komödie, bedient: Das Leichte ist das Schwerste. Multikulti mag gegen die Wand gefahren sein. Multikulturalität schafft es - eines Tages hoffentlich - elegant hindurch."
Schön, schön. Lustig, lustig, findet Silke Kettelhake den Film. Den Drehbuchautoren hätten aber mehr Pointen einfallen können. "KEBAB CONNECTION nach einer Idee von Fatih Akin lebt unter anderem vom schwebend sicheren Zusammenspiel der beiden Hauptpersonen, selbstbewusst gespielt von Nora Tschirner und Denis Moschitto."
Leider verheddern sich die Fäden, meint Margret Köhler: zu viele Nebengeschichten. "Die Stärke liegt in fulminanten Filmzitaten von Tarantino bis Eisenstein oder persönlichen Details wie dem Kleinkrieg zwischen Ibos Onkel und dem Chef der gegenüberliegenden griechischen Gaststätte. Bei MTV-Moderatorin Nora Tschirner und Denis Moschitto stimmt die Chemie, auch wenn die Fetzen fliegen. KEBAB CONNECTION ist flotte Samstagabend-Unterhaltung mit dem Holzhämmerchen, ironische Feinheiten wie in JALLA JALLA oder gar KICK IT LIKE BECKHAM sucht man vergebens. Wer will, amüsiert sich trotzdem."
Carolin Ströbele macht mit Regisseur Anno Saul den ultimativen Döner-Test im Schanzenviertel. "Natürlich geht es in Kebab Connection nicht nur um Döner - sondern auch um die magische Kraft von Kung Fu."
Petra Ahne und Brenda Strohmaier interviewen die Schauspielerin und Morderatorin Nora Tschirner über quengelige Männer, natürliche Mädchen und das Recht, sich in Deutschland wohlzufühlen.
Über weite Strecken findet Sascha Koebner den Film sehr vergnüglich, "was weniger an der im Grunde stereotypen Geschichte über das Erwachsenwerden liegt, als an der Spielfreude der Darsteller. Zwar grimassiert Denis Moschitto über das Notwendige hinaus, doch beweist er in slapstickartigen Einlagen sein komödiantisches Talent und sein Gefühl für Timing. Nora Tschirner verlangt man in der Rolle der mürrisch dreinblickenden Schwangeren weniger ab. Immer wieder überraschend witzig und grotesk sind jedoch die Dialoge."