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PARADISE NOW

PARADISE NOW

Regie Hany Abu-Assad
Kinostart 29.09.2005

Kritiken • PARADISE NOW

12. Februar 2006 | PARADISE NOW • Kritik • Der Tagesspiegel

Annette Kögel schreibt über die Berliner Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul, deren Film PARADISE NOW mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde und nun auch für den Oscar nominiert ist.

17. November 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Die Tageszeitung

Lob und Wut auf allen Seiten gibt es für PARADISE NOW, dem Film über zwei palästinensische Selbstmordattentäter in Israel, der seit dem Wochenden in Israel läuft. Avner Shapira berichtet.

13. Oktober 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Der Tagesspiegel

Der TSP findet es nicht gut, daß die Bundeszentrale für Politische Bildung den Film PARADISE NOW in deutsche Klassenzimmer bringen will.

04. Oktober 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Junge Welt

Peer Schmit aßt Pressereaktionen auf den Film PARADISE NOW zusammen.

01. Oktober 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer war bei einer hitzigen Diskussion.

29. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • film-dienst 20/2005

Nichts Reißerisches hat dieser Film für Felicitas Kleiner. "Gerade das Kleine, Beiläufige, das hier erzählt wird, offenbart umso nachdrücklicher die Absurdität der Situation in den von Israel besetzten Gebieten: Wenn wieder irgendwo geschossen wird oder eine Bombe explodiert, ziehen die Leute die Köpfe ein, sonst passiert nichts. ... Abu-Assad hat sich in seinem Film über den Nahostkonflikt dafür entschieden, die Perspektive zweier Selbstmordattentäter darzustellen. Die Kritik, er würde deren barbarische Verbrechen 'entschuldigen', indem er ihnen ein menschliches Gesicht verleihe, braucht er nicht zu scheuen - hat er doch etwas gewagt, was in palästinensischen Filmen öfters vermieden wird, nämlich die Darstellung der Palästinenser nicht (nur) als Opfer, sondern auch als Täter. Wirklich verstehen, was einen Menschen dazu bringt, sich selbst von einer Bombe zerfetzen zu lassen und andere Menschen mit in den Tod zu reißen, wird man auch nach seinem Film nicht."

29. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Berliner Zeitung

Von einer Verklärung der Attentäter "als mythische Helden" kann keine Rede sein, schreibt Sabine Vogel. Die "merkwürdige Verquickung von German Guilt und schmalspurlinker Palästinensersympathie ist denn auch das Interessanteste an diesem Film. In der Ambivalenz der durch ihn ausgelösten Wahrnehmungen liegt die eigentliche Legitimation dieses simplifizierten Täter/Opfer-Passionsspiels."

29. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das politische Kino, sofern es diesen Namen verdient, bewegt sich auf einem schmalen Grat, denkt Michael Kohler. "Wie leicht kann man zuviel Verständnis für zwei Selbstmordattentäter aufbringen, wenn man ihnen ein menschliches Antlitz gibt. Der in Israel lebende Palästinenser Hany Abu-Assad hat dieser Gefahr ins Auge gesehen und zwischen politischer Propaganda und blutigem Melodram seinen Weg im Dokumentarischen gefunden. Gegen den Mythos des Märtyrertods setzt er die Konkretheit des Lebens - und scheut dabei auch das Plakative nicht."

29. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Neues Deutschland

Hans-Günther Dicks glaubt, daß sich der Regisseur seiner "Position zwischen allen Stühlen offenbar bewusst [ist], und er nutzt sie geschickt, um ein neues Nachdenken über einen alten Konflikt anzustoßen. "Wo die Realität schon solcherart Kopf steht, ist es fast unmöglich, sie ohne groteske, an Buñuelschen Surrealismus erinnernde Bilder einzufangen, und Abu-Assad nutzt dies zu ein paar brillanten Stückchen absurden Theaters."

28. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Der Spiegel

Henryk M. Broder berichtet von der Premiere in Ramallah, wo es nicht nur um Filmkunst ging. "Für die Palästinenser zu beiden Seiten der Grenze ist "Paradise Now" ein palästinensischer Film über Palästinenser. Ein guter, ein wichtiger Film, der die Welt aufklären soll, wie sie leben und leiden. Um freilich ein großer oder großartiger Film zu sein, ist die Geschichte zu pädagogisch und streckenweise zu pathetisch - anständige Filmprosa, der man die Mühe anmerkt, mit der sie hergestellt wurde."

28. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • fluter.de

Umstritten ist PARADISE NOW für Stefanie Zobl. Der Film wird "vor allem von jüdischer und israelischer Seite heftig kritisiert: Er sei einseitig, gewaltverherrlichend und antisemitisch, da er israelische Positionen völlig außer Acht lasse. Die Vorwurf ist trotz der Bemühungen Abu-Assads, die brisante Geschichte möglichst distanziert und differenziert zu erzählen, nicht ganz von der Hand zu weisen, denn der Film geht dem Umgang mit den Opfern der palästinensischen Selbstmordanschläge völlig aus dem Weg."

28. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • br-online.de

Ein brisanter Film, der in die aktuelle politische Landschaft passt, ist PARADISE NOW für Margret Köhler. "Es gibt keine klare Teilung in Gut und Böse, sondern nur Menschen mit ihren Ängsten, ihrer Hoffnungslosigkeit und ihrer Unsicherheit darüber, was Gut und was Böse ist. Der Kreislauf der Gewalt scheint jedenfalls nicht zu stoppen, solange die israelische Besatzung anhält. Wenn Said am Ende nicht in einen Bus mit Frauen und Kindern steigt, um sein mörderisches Werk zu vollenden, sondern in einen Bus mit israelischen Soldaten, kann das kein Trost sein. Gewalt bleibt Gewalt."

27. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Die Tageszeitung

Barbara Schweizerhof konnte sich in die Täter einfühlen, kritisiert aber die Ausblendung der Opfer. Die persönliche Ebene ist jene, "die man als Zuschauer am besten nachvollziehen kann. Daher der große Zwiespalt am Ende des Films. Man fühlt sich fast ein wenig zu gut behandelt. Im Bus mit Said sitzen hauptsächlich Soldaten, einem kleinen Mädchen war er einige Szenen davor noch sorgfältig ausgewichen, schließlich die Weißblende vor der Explosion: Vielleicht macht der Film es uns auch zu einfach mit der Einfühlung?"

26. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Alexandra Stäheli sieht in PARADISE NOW einen Märtyrerfilm. "Es ist ein mutiger Film, weil er versucht, seine Gedanken möglichst sachlich zur Disposition zu stellen, offen für eine (möglichst heftige) Diskussion zu bleiben - auch wenn (oder gerade weil) er seine Empathie für die beiden Protagonisten nicht verheimlicht. Gleichwohl liefert uns Hany Abu-Assads Drehbuch (mitverfasst von Bero Beyer und Pierre Hodgson) keine Heldengeschichte, die dem (westlichen?) Betrachter eine Identifikation mit den Attentätern aufzwingen würde - dafür sind die Charaktere selbst zu ambivalent gezeichnet, ist ihr Engagement zu tragisch gebrochen."

25. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Der Tagesspiegel

Als einen der stärksten politischen Filme des Jahres und zugleich ein bemerkenswertes Kunstwerk bezeichnet ein nichtgenannter Kritiker den Film. "Nur nicht so, wie das etwa in einem Hollywood-Drama mit love interest zu vermuten wäre. Sondern schmerzhafter und ernsthafter, mit verzweifelter Vernunft. Wie Hany Abu-Assad überhaupt die spektakulären Elemente des Politthriller-Kinos weitgehend scheut: kaum Action, sparsame Dialoge, keine Musik. Und als es einmal laut und dramatisch zu werden droht, horchen plötzlich die Verwandten, die Freunde, die Auftraggeber, jeder für sich, in eine immer gespenstischere Stille hinein. Das ist groß."

25. September 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Der Tagesspiegel

Annabel Wahba und Clemens Wergin sprechen mit dem Regisseur Hany Abu-Assad und Produzent Amir Harel über Helden, Pässe und bewaffnete Milizen, die ihren Film verhindern wollten.

16. Februar 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Junge Welt

Auf schmalem Grad wandelt dieser Film, schreibt Dietmar Kammerer. "Regisseur Hany Abu-Assad ist Palästinenser. Er zeigt Menschen in einer ausweglosen Situation, aber er zeigt auch das Sinnlose und Absurde ihrer Handlungen. Ein Gratwanderung. Sie funktioniert, weil PARADISE NOW nicht auf die "Authentizität" verwackelter Videobilder setzt. Abu-Assad wollte keine Dokumentation drehen, sondern einen realistischen Spielfilm, der ein bißchen auch Western, Politthriller und Gangsterfilm ist. Für den Abstand, den dieses Fiktionale schafft, muß man als Zuschauer dankbar sein."

15. Februar 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Die Tageszeitung

Wenn ein Film Determiniertheit nicht überwindet, wie sollen es dann die Menschen in der Region je tun, fragt Christina Nord. "Gerade dort, wo das Sujet die größte Schwere annimmt, vermeidet seine Inszenierung die Schwere souverän. Der Film schlägt vor ihr Haken - ganz so, wie seine Figuren es gewöhnt sind, die vielen Straßensperren zu umgehen. Hinzu kommt ein bemerkenswertes Gespür für die Details ... Erst in seinem letzten Drittel verliert der Film seine Sicherheit. Dialoge buchstabieren nun aus, was man ohnehin sieht: Der Gaza-Streifen ist ein großes Gefängnis."

15. Februar 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz ist PARADISE NOW der erste Favorit für den Berlinale-Bär. Die Kritiker kann es kaum glauben, daß es geht: einen Film über den letzten Tag zweier palästinensischer Selbstmordattentäter zu drehen, der zwar nicht unparteiisch ist, aber auch nicht propagandistisch ist. "Es sind die kleinen, bitterkomischen Augenblicke, mit denen PARADISE NOW es vermeidet, zu einem Pro-Palästinenser- oder Anti-Israeli-Pamphlet zu werden. ... Wer eine Kamera in die Wirklichkeit stellt, bezieht unweigerlich Position. Eine Haltung lässt PARADISE NOW gerade in seiner Verhaltenheit deutlich erkennen: Der Film scheut sich, dem aggressiven Nahostkonflikt auch noch aggressive Bilder hinzuzufügen."

15. Februar 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Spiegel

Laut Andreas Borcholte ist PARADISE NOW ein wichtiger Film und schon wegen seiner mutigen Thematik ein echter Anwärter auf den Goldenen Bären. "Erstaunlicherweise ist das Selbstmörderdrama, das im Titel an Francis Ford Coppola erinnert, kein triefender Selbstmitleidsfilm geworden, sondern ein recht spannendes Werk ... Schande, Versagen, moralischer Druck, politische Ausweglosigkeit, das sind die Motive, mit denen Abu-Assad hier eindrucksvoll das Innenleben und die Konflikte der palästinensischen Selbstmordattentäter schildert. Leider kippt der Film nach zwei Dritteln zunehmend ins Diskursive und versäumt es letztlich, den scheinbaren Sinneswandel der beiden Männer hinreichend plausibel zu machen."

10. Februar 2005 | PARADISE NOW • Kritik • Die Zeit

Für Ulrich Ladurner entgeht der Regisseur der Falle der Rechtfertigung.
"In langen, manchmal unerträglichen Kameraeinstellungen erklären die beiden Protagonisten, warum sie keinen anderen Ausweg sehen, als den, sich gegen Israel mit mörderischer Gewalt zu wenden. Aber immer dann, wenn man zu fürchten beginnt, dass der Film ins Genre der Propaganda schlittern könnte, greift der Regisseur ein. Er bricht den autistischen Monolog der beiden jungen Selbstmordattentäter auf. Er tut es mit den Mitteln der Ironie, oder besser: Wenn der Tod alles seiner unerbittlichen Logik unterwerfen will, bringt er das Leben selbst wieder ins Spiel."

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