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DER SPÄTE MITTERRAND

DER SPÄTE MITTERRAND

Regie Robert Guédiguian

Kritiken • DER SPÄTE MITTERRAND

17. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte ist der DER SPÄTE MITTERRAND das heimlichste Kunstwerk der Berlinale. "Wie subtil hier jemand aus dem zu Grunde liegenden Roman eine ins Märchenhafte überführte Sicht auf die jüngere Geschichte ableitet, das erweckt Staunen und Bewunderung. Nie imitiert der Filmemacher dokumentarische Filmtechniken, ebenso wenig drängt es ihn nach großem Kino. Dieses Menschenbild ist ganz einfach künstlerisch durchdrungen und nicht Illustration. So einfach ist das - und schon ist man bei einem heiklen Thema aus dem Schneider."

16. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Neues Deutschland

Als stark, weil kammerspielartig auf Worte, feinste Regungen von Körper und Gesicht konzentriert, bezeichnet Gunnar Decker den Film. "Hier verwandelt sich Wortintelligenz, kontrastiert mit Bildminimalismus in eine Filmpoesie, die lange nachklingt. Fast möchte man hinterher diesen Film nehmen, wie ein Buch, das einen nicht loslässt, und wieder von vorn beginnen. So dicht ist er gearbeitet, so konzentriert folgt hier Szene auf Szene. Wieder besticht ein Schauspieler mit Haltung: Michel Bouquet, der die schwierige Aufgabe hat, den sterbenden François Mitterrand zu spielen, ohne dass es in die Peinlichkeit bloßen Nachahmens abgleitet."

16. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Junge Welt

Der Regisseur übt sich in Verniedlichung, meint Christof Meueler. "Der große Verräter der Linken mit der dubiosen Vichy-Vergangenheit wird zum putzigen Alten (Michel Bouquet). Unerkannt wandelt er durch die Gegend und spricht in Aphorismen. Seine Lieblingsfarbe sei Grau, Indifferenz wäre das wichtigste in der Politik und alle Frauen unter 25 Jahre könne man vergessen."

15. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Die Tageszeitung

Die kleinen Szenen haben Dirk Knipphals für den Film eingenommen. "Das sind die Augenblicke, in denen glaubhaft wird, dass es in diesem Film um einen ganz konkreten Menschen geht - auch um die Aspekte, die nicht gerade staatstragend sind. Ein ruhiger, genauer Film über das Sterben: So etwas kann ja nur gut werden, wenn es auch ein glaubwürdiger Film über das Leben ist. DER SPÄTE MITTERRAND ist das, was vor allem an Michel Bouquet liegt." Ansonsten ist der Film zu nah am Präsidenten, "sodass der Film alles in allem wie ein großes Grabmal für diesen Präsidenten wirkt."

15. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Der Tagesspiegel

"Mitterrand spricht in Aperçus, dass es nur so funkelt. Mitterrand sitzt nackt in der Badewanne. Mitterrand ist mal liebenswert, mal arrogant, mal eitel. Er besucht in der Kathedrale von Chartres seinesgleichen, streichelt die Marmorstatuen der Könige, philosophiert über die Illusionslosigkeit und die Beine von Julia Roberts. In einem Film dieser Art, Monologe eines Sterbenden, sieht der Hauptdarsteller fast zwangsläufig gut aus. Und doch ist DER SPÄTE MITTERRAND ein lebloses Werk, eines, das kalt lässt, phasenweise sogar langweilt."

15. Februar 2005 | DER SPÄTE MITTERRAND • Kritik • Spiegel

Andreas Borcholte gibt eine Inhaltsangabe des Films, der ähnlich zäh ist wie eben jene, "obwohl der Schauspieler Michel Bouquet hier eine beeindruckende Leistung als Mitterand absolviert. Wo Regisseur Robert Guediguian jedoch anhand des siechen Präsidenten eine mahnende Parabel über den Niedergang des Sozialismus und den einhergehenden Siegeszug der Kapitalisten entwerfen wollte, bleibt am Ende nur ein quälend langsamer Film über das Sterben."

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