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MILLION DOLLAR BABY

MILLION DOLLAR BABY

Regie Clint Eastwood
Kinostart 24.03.2005
Genre Drama

Kritiken • MILLION DOLLAR BABY

25. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Freitag

Gerhard Midding hat eine Wandlung erkannt: Clint Eastwood gibt sich in MILLION DOLLAR BABY so versteckt warmherzig wie er früher offen unergründlich war. "Eastwoods Film scheint aus einer anderen Kino-Epoche in die Gegenwart hineinzuragen, eine Patina liegt über den Bildern, denen sämtliche kräftige Farben entzogen sind, als wollte sich der Film dem Schwarzweiß der klassischen Boxerfilme annähern. Ein Erzählkommentar aus dem Off gemahnt an den romantischen Fatalismus des Film noir; die Düsternis, auf die der Regisseur seit jeher seine Kameraleute einschwört, unterstreicht diesen Pessimismus."

24. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Die Tageszeitung

Eine kleine Offenbarung ist MILLION DOLLAR BABY für Andreas Busche. "Die Kämpfe sind schnörkellos und direkt wie die Sprache von Tooles Kurzgeschichten, auf denen MILLION DOLLAR BABY beruht. Sie dauern oft nur wenige Minuten und enden mit einem K. o. Keine ausgefeilten Boxchoreografien, sondern brutale Überlebenskämpfe. ... Mittellange Einstellungen, sparsame Musikeinsätze (ein paar hingeworfene Bluesakkorde, beste Americana) und das zurückgenommene Spiel seiner Darsteller vermitteln eine Stille, in der bereits eine tiefe Resignation zu spüren ist. Morgan Freemans lederne Off-Kommentare, seine trockenen Pulp-Aphorismen verstärken dieses Gefühl noch. MILLION DOLLAR BABY besitzt die Schwere eines Requiems."

24. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Großes Gefühlskino wird hier zelebriert, schreibt Volker Mazzasek. "Insofern weist "Million Dollar Baby" über den klassischen Boxerfilm hinaus, dessen hinlänglich bekannten Wendungen er gleichwohl ausbreitet. Mit der kleinen Variante, dass es eine Frau ist, die im Ring reüssieren will und dafür das tun muss, was seit ROCKY getan werden muss: eisern trainieren, an sich glauben, größte Widerstände überwinden, niemals aufgeben. Es ist die immer wieder erzählte uramerikanische Geschichte, dass man es schaffen kann, wenn man nur will: Boxen als Lebenskampf."

24. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Junge Welt

Peer Schmitt erkennt eine der grundsätzlichen Fragen, die Clint Eastwoods stellt: Wer ist Herr der Erzählung, und an wen ist sie adressiert? "Bis zum großen Titelkampf geht alles gut (und MILLION DOLLAR BABY ist bis dahin ein halbwegs konventioneller, sehr guter Boxerfilm). Alle sind entspannt. Aufgrund der Unfairneß der Gegnerin ("eine Exprostituierte aus Ost-Berlin") kommt es im Titelkampf zu einem Unfall, der zur vollständigen Lähmung der Boxerin führt. Von da an ist endgültig klar, daß es gar nicht primär ums Boxen geht, sondern um die grundsätzlichen Dinge, ein Konzept wie christliche Nächstenliebe zum Beispiel. Oder neutraler: soziale Wahrnehmung. Wichtig ist nicht, wer spricht, sondern für wen gesprochen wird, mit welcher Nuance."

24. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Die Zeit

Zum großen Schlag hat der Regisseur ausgeholt, meint Katja Nicodemus. "Million Dollar Baby ist ein wunderbar musikalischer Film, weil sich Figuren, Licht und Dialoge zu einer ruhig voranschreitenden, epischen Erzählung verbinden. Weil seine seltsam komplizierte Konstruktion - drei Akte, zwei Teile - den Eindruck der allergrößten Schlichtheit erweckt. Und weil Eastwood jeden Wechsel der Tonlage meisterhaft instrumentiert: die grell ausgeleuchteten Kampfszenen, in denen Maggie ihre Gegnerinnen sekundenschnell k. o. boxt, in denen sie wie ein angespanntes Raubtier aus der Ring-Ecke schießt und mit der ganzen Wut des Underdogs gegen die Kamera prallt."

24. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Der Spiegel

Ein schwermütiges Drama am Rande der US-Gesellschaft hat Andreas Borcholte gesehen. "Selten war der Hollywood-Veteran konsequenter in seiner Weigerung, dem Publikum Hoffnung auf ein Happy End zu machen. ... Nur vordergründig ist "Million Dollar Baby" ein Film voller Klischees und cleverer Attacken auf die Tränendrüsen. Hinter einer klassischen Hollywood-Story verbirgt sich ein pessimistisches Drama über die Brutalität des Lebens. ... Ohnehin sind es vor allem die Schauspieler, die dem Film seine Glaubwürdigkeit und emotionale Wucht verleihen: Hilary Swank, zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet, gibt die kämpferische Unschuld vom Lande mit breitem Südstaatendialekt. Morgan Freeman und Clint Eastwood brillieren als altes Kumpel-Ehepaar. Die Szenen, in denen sich die beiden Veteranen freundliche Frotzeleien zuknurren, gehören zu den stärksten Momenten in MILLION DOLLAR BABY."

23. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Der Spiegel

Lars-Olav Beier und Marco Evers sprechen mit dem Regisseur Clint Eastwood über seinen Arbeitsstil, sein Alter und den neuen Oscar-gekrönten Film MILLION DOLLAR BABY.

23. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Berliner Zeitung

Ein wenig zu gnädig zu sich selbst ist Clint Eastwood in diesem Film, meint Bert Rebhandl. "Zwei Stunden lang ist MILLION DOLLAR BABY ein beinahe klassischer Boxerfilm: mit dubiosen Managern und grimmigen Gegnern, mit gebrochenen Nasen und schnellen Knock-Outs. Die Kämpfe inszeniert Eastwood mit der ihm eigenen Ökonomie. ... "Million Dollar Baby" hält in Hollywood, in einem unerwarteten Genre, die Tugenden des amerikanischen Transzendentalismus hoch: Die "Selbstständigkeit", die Ralph Waldo Emerson gegen die moderne Zivilisation beschworen hat, findet in Clint Eastwood einen späten Vertreter. Er verhält sich selbstständig in einer Filmindustrie, die zur Blockbuster-Industrie verkommen ist. Er verhält sich selbstständig als Mann, der seine Identität nicht aus den Rollenstereotypen des Genrekinos bezieht. Und er verhält sich selbstständig in den Rollen, die er selbst spielt."

23. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Tagesspiegel

Kerstin Decker fällt es schwer, die Zielgruppe für den Film zu bestimmen. "Fachleute nennen Eastwoods Regiestil rational. Aber was ist ein irrationaler Regiestil? Nichts an diesem Film ist so faustgrob wie Maggies schnelle k.o.-Schläge. Es ist alles Feinarbeit, sehr reduktionistisch, sehr kühl, aber die Beinarbeit stimmt: der Gegner, der Zuschauer, wird in Dauer(an)spannung gehalten, auch zwischen den Schlägen. Und jeder Schlag, jede Szene sitzt. Vor allem beherzigt der Film die Devise des Trainers Frankie Dunn: "Niemals die Deckung verlassen!" Um es dann doch zu tun. Genau dann, wenn aus dem vermeintlichen Boxerfilm etwas ganz anderes wird, und keiner soll denken, dass hier die Jungen den Alten Sterbehilfe leisten. Nicht bei dem Jungdynamiker Eastwood."

23. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte verrennt sich der geniale Clint Eastwood in dem Oscar-verwöhnten Sozialdrama in seinen Obsessionen. "Wie seine Heldin ist Eastwood determined, er ist obsessiv damit beschäftigt, seine private Ethik an den Mann zu bringen. Sein Plädieren für Selbstjustiz in seinen jüngeren Filmen Blood Work und Mystic River konnte man noch als Spleen abtun. ... MILLION DOLLAR BABY ist ein Musterbeispiel dafür, was geschieht, wenn einer der größten Künstler seines Fachs sich selbst an eine fixe Idee verkauft. ... Man würde nicht lamentieren, wenn dies ein gewöhnlicher Film eines gewöhnlichen Regisseurs wäre. Eastwood aber, dessen Filme eine Klassizität besitzen, die niemand sonst erreicht - er benutzt ein klassisches Sozialdrama, um ein Zerrbild der sozialen Realität zu zeichnen."

05. März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Die Tageszeitung

Oliver Tolmein kommentiert den Protest amerikanischer Behindertenorganisationen gegen den Film MILLION DOLLAR BABYS: Unzutreffende Bilder von Querschnittslähmungen zeigten Diskriminierung durch Rührung.

März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • film-dienst 06/2005

Holger Römers findet den Stoff über weite Strecken ziemlich dünn. Den Boxerfilm-Klischees ringt der Regisseur keine neue Facetten ab. "Herzstücke des Films sind indes Eastwoods und Freemans schnippische Dialoge, in denen beide sich so virtuos die Bälle zuwerfen, dass es ein pures Vergnügen ist. Dabei sind der leise Ton und der ruhige Rhythmus dieser Szenen so schlicht gehalten, dass man beinahe übersehen könnte, welcher Meisterschaft solch vordergründige Einfachheit bedarf. ... Eastwood versucht nicht, die Konventionalität seines Materials zu kaschieren, sondern begnügt sich damit, in ein paar zentralen und in ein paar nebensächlichen Momenten genau das zu tun, was seit jeher eine besondere Leistung meisterlicher Regisseure darstellt: Klischees ganz nebenbei mit Leben zu füllen."

März 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • epd-film 04/2005

Für Hans Schifferle ist Clint Eastwood einer "der letzte Vertreter eines traditionellen amerikanischen Kinos, in dem Routine und Genius, Disziplin und Freiheit untrennbar miteinander verbunden sind. ... MILLION DOLLAR BABY ist amerikanisches Kino par excellence, ökonomisch und elegant erzählt, physisch spürbar. Diese Körperlichkeit und Sinnlichkeit bezieht sich aber nicht nur auf die packenden Boxkämpfe, die die ganze Poesie, aber auch die Brutalität und das Schmutzige des Sports vermitteln. Dies bezieht sich vor allem auf Gesichter und Schauplätze, auf Stimmen und Stimmungen. Die Stimme von Morgan Freeman, der als halb blinder Scrap den Film auch aus dem Off kommentiert, wie ein Teiresias des Boxrings, wird man nicht mehr vergessen. Und für die Art, wie Eastwood die Straße vor dem gym filmt, in der man Hoffnung und Melancholie einzuatmen glaubt, allein dafür würde ich so manche computergenerierte Großprodukte herschenken."

24. Februar 2005 | MILLION DOLLAR BABY • Kritik • Die Tageszeitung

Sebastian Moll schreibt über den Verdruss der christlichen Rechten in den USA, die über Clint Eastwoods oscarnominiertem Film MILLION DOLLAR BABY gar nicht begeistert sind.

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