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UZAK - WEIT

UZAK - WEIT

Regie Nuri Bilge Ceylan
Kinostart 03.02.2005

Kritiken • UZAK - WEIT

04. Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • Tagesspiegel

Der Regisseur zeigt eine harte Gegenwart, schreibt Daniela Sannwald. "Es passiert nicht viel in Ceylans Film, im Wesentlichen schaut man dem Verstreichen der Zeit zu. Sie vergeht immer langsamer, je mehr sich die beiden Männer aus dem Weg gehen und umso mehr sie einander heimlich beobachten. ... Kalt, dunkel und verschneit, so präsentiert Nuri Bilge Ceylan, der puristische auteur in der neuen Generation türkischer Regisseure, sein Istanbul. Lange Einstellungen zeigen den schneebedeckten Topkapi-Palast und den vereisten Hafen, die steilen, rutschigen Straßen und die neonbeleuchteten Cafés, in denen Yusuf immer wieder vorbeischaut, um der womöglich noch größeren Tristesse in Mahmuts Wohnung zu entgehen."

03. Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • Die Tageszeitung

Claudia Lenssen hat überzeugende Breitwandbilder für eine elliptisch erzählte Geschichte um ein Landei und einen Stadtneurotiker gesehen. Der Regisseur "erzählt diese introvertierte, über lange Strecken wortlose Männergeschichte im 35-mm-Breitwandformat. Langsame Schwenks und eine elliptisch gebaute Montage schaffen ein Zeit- und Raumgefühl, das über die enge Sicht der Antihelden hinausweist. Gleißendes Winterlicht, aus dem Grün und Rot ausgefiltert sind, überzieht die Bilder mit einem Firnis; viel Schwarz betont die emotionalen Untiefen zwischen den Kontrahenten. Eine exzellente Tonmischung verbindet Vordergründe und Tiefenbereiche der Bilder zu einer surrealen Intimität. Eine sparsam gesetzte Harfenmusik verweigert die bekannten Weltmusikklischees."

03. Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Einen erdrückend schönen Film hat der Regisseur gedreht, findet Heike Kühn. "Das Entferntsein von allen Dingen, die Zurückhaltung, mit der der Protagonist Mahmut noch seiner Geliebten begegnet, wird zum ästhetischen Programm eines Films, der daran festhält, seinen Figuren nicht näher kommen zu können als sie sich selbst. ... Es ist eine hohe Kunst, wie Ceylan ihm auch als Kameramann seines erdrückend schönen Films ins Sperrgebiet des Herzens folgt, wie er seine Hauptfigur pedantisch und verloren, arrogant und unvermutet groß in der Trauer über das Unerreichbare sein lässt, wie alles sich fügt zu einer grenzüberschreitenden Schwermut."

03. Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • Jungle World

Niklas Luhmann ist von dem physischen Kino angetan. "Ceylan zeigt in UZAK nicht mehr das langsame Einbrechen der Moderne in das traditionelle, bäuerliche Leben auf dem Dorf, sondern vielmehr die erdrückenden Entfremdungen in der fast provinziell wirkenden Metropole Istanbul. Und er folgt dem oft sexistischen Blick der einsamen Männer in einer pornografisierten, aber stellenweise traditionell geprägten Welt. Ceylan überfrachtet seine Figuren nicht mit großen Geschichten, sondern vertraut auf seine wunderbaren Laiendarsteller, die mit Gesten und Blicken über ihre Vereinsamung genug sagen. Bilder und Rhythmus erinnern dabei an Kompositionen von Angelopoulos oder Kiarostami."

Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • film-dienst 03/2005

Vom Mainstreamkino ist der Film weit entfernt, schreibt Alexandra Wach. "Trotz zahlreicher Anspielungen auf Tarkowskij ist er aber das Gegenteil von visionärem Mystizismus; die Filmemacher, denen Ceylan durch seinen Gebrauch von Repetition und Understatement näher ist, sind Zeitgenossen wie Kiarostami oder Angelopoulos. Selten wurde die Türkei, zumindest aus westlicher Sicht, so realistisch gezeigt, mit solch großer Distanz zu religiösen und sozialen Traditionen; und Istanbul als ein Ort des Übergangs, nicht nur von einem Kontinent zum anderen, sondern auch von einem Lebensabschnitt zu einem anderen."

Februar 2005 | UZAK - WEIT • Kritik • epd-Film 02/2005

Laut Silvia Hallensleben muß der Zuschauer kein Türke sein, um diese traurige Bestandsaufnahme vom entfremdeten Leben nachvollziehen zu können. "Nüchtern reiht Nuri Bilge Ceylan eine isolierte Einstellung an die nächste und lässt es weder zur Krise kommen, noch macht er - trotz gelegentlicher humoristischer Situationen - Anstalten, die Situation in komödiantische Richtung aufzubrechen. Kein türkisches 'odd couple' also. Und auch die einzelnen Szenen sind nicht auf die Dynamik von Krise und Auflösung hin komponiert: Einsame Fernsehabende mit Tarkovskij und Porno, eine scheinbar verloren gegangene Uhr und das Aufstellen einer Mausefalle im Flur sind schon die markantesten Ereignisse in diesem Film, der dafür an inneren Perspektiven umso reicher ist."

Februar 0025 | UZAK - WEIT • Kritik • filmz.de

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