| Regie | Brad Silberling |
| Kinostart | 27.01.2005 |
Katja Lüthge ist vom Szenenbild des Films angetan: "Überhaupt haben sich Regisseur Brad Silberling und sein Autor Robert Gordon ganz offensichtlich bemüht, dem Film etwas von der kalten Teilnahmslosigkeit der als Berichte getarnten Bücher zu nehmen. Das gelingt vor allem durch die herrliche Ausstattung: Schon die Kostüme sind sehr ansehnlich, ganz wunderbar sind aber die Kulissen! Sie versetzen die zeitlich unbestimmte Geschichte in ein wohl viktorianisch inspiriertes, aber üppig-versponnenes Fantasyland."
Der Film ist nicht ganz so pointiert und böse wie die literarische Vorlage, meint Jörg Gerle. "'Dies ist alles andere als eine erfreuliche Geschichte', und wer ein unbeschwertes Märchen sehen will, sollte den Film in der Tat meiden. Die Stimmung ist durchweg düster, die Grundkonstellation tragisch, die Figuren sind alles andere als herzenswarm, etliche Situationen klaustrophob. ... Ein Problem hätte auch Hauptdarsteller Jim Carrey mit seinem exaltiert polterndem Chargieren werden können; doch Carrey er ist deutlich gereift und spielt Graf Olaf mit kontrollierter, dafür umso brodelnderer Boshaftigkeit, sodass sein Auftritt zu den schönsten Überraschungen des Films zählt. Für Kinder mag das ein fantastisches Abenteuer sein, vielleicht aber auch eine Mutprobe, die es zu bestehen gilt."
Der Film hätte durchaus noch etwas Exzentrik vertragen können, findet Holger Römers. Der Film bleibt ein schales Kinovergnügen. "das Drehbuch Robert Gordons reicht das Waisentrio ohne erkennbaren Rhythmus von einem Vormund zum nächsten weiter. Weil die Kinder ihr Schicksal dabei verblüffend stoisch ertragen, bleiben Variationen im Erzählton gleichfalls aus. Eben deshalb entpuppt sich Silberlings bescheidene Präsentation des Produktionsaufwands letztlich als Nachteil: Gelegentliches Schwelgen im Dekor oder Abschweifungen auf skurrile Details könnten nämlich jene Akzente setzen, die vermisst werden. Was auch für einen ungezügelteren Einsatz von Farbtupfern gälte, deren Palette sich weitgehend auf wenige Gelbtöne beschränkt."
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