Inhalt • KATZE IM SACK
Als Doris zurück in ihr Zugabteil kommt, sitzt dort Karl. Der smarte Draufgänger platzt nicht nur in ihr Abteil und später in ihre Karaokebar, sondern auch in ihre verkorkste Affäre mit dem alternden Voyeur Brockmann. Denn als Doris in Leipzig aussteigt, entscheidet sich Karl ihr zu folgen. Obwohl aneinander interessiert, bleiben beide gefangen in ihren coolen Rollen. Dabei haben sie nichts zu verlieren - außer einer ungewöhnlichen Wette. Und die führt bis ans Ende einer abenteuerlichen Nacht voller betrunkener Karaokesänger, sexlüsterner Schwestern und fürsorglicher Zuhälter.
Kritik • KATZE IM SACK • 14. April 2005 • Die Tageszeitung
Dietmar Kammerer hat lakonisch-dunkles Stück Kino, ein hartgekochtes Melodram gesehen. "Einen "Liebesfilm für alle, die keine Liebesfilme mögen", nennt Regisseur Florian Schwarz sein "Hardboiled Melodrama" um Sehnsucht, Verzweiflung und einsames Sterben am Rinnstein. Das gelingt ihm immer mit großer Optik (Kamera: Philipp Sichler), durchweg mit einem sehenswerten Darstellerensemble und leider nicht immer frei von Klischees. Dann steht der Film sich selbst im Weg in seinem Bemühen, zu viel auf einmal zu sein: Film noir, Melodram und realistische Schilderung zugleich, eine kleine Dosis Kälte der Herzen und ein gerütteltes Maß romantischer Melancholie. Weniger wäre hier, wie so oft, wohl mehr gewesen."