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AM TAG ALS BOBBY EWING STARB

AM TAG ALS BOBBY EWING STARB

Regie Lars Jessen
Kinostart 02.06.2005

Kritiken • AM TAG ALS BOBBY EWING STARB

27. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Junge Welt

Markus Mohr gibt eine Filmwarnung aus. "Die in vielen Presseartikeln als »kritisch-humorig« gelobte Bilanz der 'sozialen Irrtümer der Anti-AKW-Generation' (Spiegel) ist weder kritisch noch humorig. Frei nach der Erkenntnis von Karl Marx über die politische Ökonomie des Kapitalismus ist der Film nichts als eine gedanken- wie zusammenhanglose Aneinanderreihung vieler toter Bilder. Die zum Teil prominenten Schauspieler sind nur Comic-Figuren mit Spruchblasen: Buuh! Wow! Würg! Gulp! Kotz! Die Suche nach Leiden und Leidenschaft, einer Entwicklung der Protagonisten oder gar irgendeiner substantiellen Frage bleibt den gesamten Film über vergeblich."

02. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Berliner Zeitung

Die Coming of Age-Thematik heftet sich offenbar an den 80er-Jahre-Film wie der Kaugummi an die Schuhsohle, meint Peter Uehling. "Seit Jessens Film in diesem Jahr den Max Ophüls-Preis erhalten hat, ist immer wieder bemerkt worden, wie fair und gutmütig er mit seinen Figuren umgeht. In der Tat: Peter Lohmeyer als Kommunenchef Peter mit langen Haaren ist witzig, aber nicht grotesk, und die unterschiedlichen Wünsche und Denkweisen der Personen ergeben zusammengenommen eine sehr differenzierte Sicht auf die Zeit. Und das hebt den Film dann doch vom Coming of Age-Genre ab, unfreiwillig unterstützt vom blassen Franz Dinda als Niels, und verleiht ihm eine politische Dimension. Dass sein Kinostart mit dem angekündigten Ende von Rot-Grün zusammenfällt, lädt ihn zusätzlich auf, auch in ihm geht es um das Ende einer Bewegung."

02. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Die Tageszeitung

Dietrich Kuhlbrodt will nicht am Film gerummäkeln, er ist unangreifbar.
AM TAG ALS BOBBY EWING STARB "rekonstruiert das Kommuneleben mit Hingabe, liebevollen Details und alles sauber zum Wiedererkennen." Aber ganz glücklich ist der Kritiker nicht. Das wunderschöne Szenenbild ist ein Heimatmuseum; während die Ausstattung Richtung Dokumentarspiel tendiert, zielen die Schauspieler auf eine Komödie; ein Lob für das Country Life auf der Tonspur; ein Tadel für den Kameramann. "Passt bloß auf, ihr Jungregisseure und Erziehungsberechtigten von 2005, zwanzig Jahre später seid ihr dran, am Tag als wer auch immer starb."

02. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Die Zeit - Leben

Matthias Stolz war bei der Premiere in Neumünster, wo Claudia Roth und Parteifreunde den Film gesehen haben.

02. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Der Spiegel

Die charmante Komödie entlarvt laut Christian Buß die überaus ernste Anti-Atomkraftbewegung. "Das Humordefizit von einst nun komödiantisch zu kompensieren, erscheint da nur konsequent. Doch aus der drolligen Rekonstruktion der vermeintlich enthierarchisierten Öko-Lebenswelt, ihren Gemeinschaftstoiletten und Flokatiteppichfummelwiesen, arbeitet Jessen einen perfiden autoritären Mechanismus hervor. Alles wird diskutiert, aber am Ende gewinnt, wer am längsten und am besten redet. So funktioniert die Kuscheldiktatur. ... Doch auch wenn die Satire streckenweise als Müsli-Maskerade daherkommt, unterwirft Lars Jessen sie nicht völlig dem Zwang zur Pointe."

01. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Regisseur hat es laut Harald Schumann nicht verstanden zu verdeutlichen, wie diese Themen die Leidenschaft von Millionen entfachen konnten. "Überzeugend einfühlsam gelingt Jessen und seinen Schauspielern das Spiel mit dem charakteristisch klebrigen Beziehungsgeflecht der kollektiven Lebensform jener Zeit. Umwerfend komisch erscheint da heute die Politisierung persönlicher Konflikte, etwa wenn sich Hanne ihre Sehnsucht nach Ordnung als hausfrauliche Unterwerfung vorwerfen lassen muss. Nicht minder unterhaltsam sind die Befreiungsversuche mittels gemeinschaftlicher Schreitherapie oder Nacktbadens im eiskalten Badezuber. All das ist schön ironisch, amüsant - und doch misslungen. Denn das Motiv der Akteure für ihr merkwürdiges Treiben bleibt im Dunkeln."

01. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • br-online.de

Regisseur Jessen plaudert aus dem Nähkästchen, meint Antje Harries. "Dem Zuschauer bleiben jedenfalls keine Utopien erspart. Ob heiteres Schafejagen oder die komischen Anfänge einer ausgeklügelten Windenergie, hier können wir der jüngeren deutschen Geschichte zusehen. Lars Jessen zeigt ein Kapitel unserer Vergangenheit, das wir so im Kino noch nie gesehen haben. Manchmal verliert er zwar über all der Retroromantik den Blick für seine Story, aber das verzeihen wir ihm gerne. Ein spannender Film für die mittlere Generation, die ihre jugendlichen Ideale zugunsten von Sicherheit und Wohlstand verraten hat. Und ein verblüffend aktueller Film, wenn wir an das Ende der rot-grünen Regierungskoalition denken."

01. Juni 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • fluter.de

Eine Zeitreise in die 80er Jahre hat Silke Kettelhake gesehen. "Man meint förmlich den Ökogeruch zu riechen: nach Schrotmühlen in Aktion und nach ungewaschenen Norwegerpullis. Für Lars Jessen ist es 'an der Zeit, dass sich die junge Generation mit den 80er-Jahren auseinander setzt, einer Zeit, als der Lack der Revolution längst ab war'. Auf einen grandiosen Peter Lohmeyer als Kommunenscheffe und andere brillierende Darsteller darf man sich in dieser Tragikomödie freuen, auf authentische Dialoge und auf einen gelungenen Coming-of-Age-Film."

31. Mai 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • fluter.de

Silke Kettelhake spricht mit Hauptdarsteller Peter Lohmeyer und Regisseur Lars Jessen über verschiedene Erinnerungen.

30. Mai 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Die Tageszeitung

Susanne Lang spricht mit Peter Lohmeyer und Regisseur Lars Jessen über ihren neuen gemeinsamen Film.

30. Mai 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • Berliner Zeitung

Frank Junghänel porträtiert Peter Lohmeyer, dessen neuer Film die alternative Endzeitstimmung auch ins Kino bringt. "Regisseur Lars Jessen blendet auf die Anfänge einer Bewegung zurück, die dieser Tage im politischen Berlin zum Stillstand zu gelangen scheint. Das Ende einer Idee sei gekommen, ist jetzt häufig zu lesen. Man könnte meinen, eine Welt bricht zusammen. Wahrscheinlich tut sie das ja. Im Kino ist zu sehen, wie diese alternative Welt einmal ausgesehen hat, bevor sie den Kabinettstisch erreichte. Sitzblockaden vor dem Atomkraftwerk in Brokdorf, Norwegerpullis, Friedensmusik von den Bots, kollektives Nacktbaden und abends eine Tüte Gras für alle. Die Installation eines Windrades zur Stromerzeugung gilt als Akt politischer Befreiung. Machtspiele mit der Polizei erhalten die Feindschaft."

Mai 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

Mai 2005 | AM TAG ALS BOBBY EWING STARB • Kritik • film-dienst 11/2005

Horst Peter Koll findet viele lobende Worte für den Film: liebevoll und detailgenau, pointiert und sehr amüsant. "Geradezu köstlich ist zu verfolgen, wie Peter Lohmeyer, Nina Petri oder Richy Müller auf dem schmalen Grat zwischen präziser Rekonstruktion und aufmüpfiger Parodie eine kaum 20 Jahre zurückliegende 'Epoche' aufleben lassen und sie an liebenswerten, teils versponnen-skurrilen, teils desillusioniert-herben Charakteren verdeutlichen ... Da werden auch in Jessens Geschichte die Karten noch einmal neu gemischt, tun sich Abgründe wie Sackgassen, aber auch Perspektiven auf. Welche das sind, formuliert der Film eher diffus, und doch weitet sich am Ende die Mischung aus komischem Provinzporträt und Coming-of-Age-Komödie durch eine Nachdenklichkeit, die auch einer jungen Generation vermittelt, dass die Auseinandersetzung mit den 1980er-Jahren mehr ist als nur ein nostalgischer Rückblick."

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