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HOTEL RUANDA

HOTEL RUANDA

Regie Terry George
Kinostart 07.04.2005

Kritiken • HOTEL RUANDA

07. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Berliner Zeitung

Roland Huschke spricht mit Don Cheadle, der in dem Film über sich selbst hinauswächst.

07. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Die Tageszeitung

In einer erbaulichen Logik - Mut und List eines Einzelnen sind imstande, etwas gegen die Todesmaschinerie auszurichten - hat der Regisseur die Geschichte inszeniert, schreibt Christina Nord. Allzu sehr verlässt sich der Film auf die dramaturgische Effizienz des Mainstreamkinos. Zum Schluß bietet er "eine Familienvereinigung im milden Licht, hoffnungsfroh, dynamisch, freudig. Ein Happy End, wenn man so will - dass eine Million Menschen ermordet wurden, ist in diesem Augenblick zweitrangig. ... Vielleicht sind solche Einwände haarspalterisch, vielleicht sogar fundamentalistisch, insofern sie auf die Überzeugung bauen, angesichts eines Völkermords müssten die Mittel des Mainstreamkinos versagen. Dennoch bleibt ein Befremden, wenn der Schrecken dessen, was 1994 in Ruanda geschah, in den effizienten Erzählmustern des Unterhaltungskinos aufgehoben wird."

07. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Der Tagesspiegel

Christine Meffert ist dem "Oskar Schindler Afrikas", der Hauptgestalt des Films, Paul Rusesabagina, begegnet.

07. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek fühlte sich auch an SCHINDLERS LISTE erinnert. "Es sind diese vielen kleinen verzweifelten Geschichten, die sich in HOTEL RUANDA zu einem bedrückenden Ganzen fügen und eine stimmige Atmosphäre erzeugen. Doch bleibt auch angesichts einer Art von Happyend - Rusesabagina findet die beiden tot geglaubten Kinder seines Schwagers wieder - ein gewisses Unbehagen, ob man einen Völkermord so erzählen kann."

07. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Daniel Kothenschulte dreht der Regisseur einen Horrorfilm über den Horror. "Das überzeugendste an diesem Film ist sein Plädoyer für den lebenserhaltenden Pragmatismus. Die Vernunft, die noch immer funktioniert, wenn aller Grund gegeben ist, verzweifelt zu sein. ... Die dramaturgische Methode ist dabei ebenfalls die Spielberg'sche: Da man das Ausmaß des Mordens ohnehin nicht zeigen kann, inszeniert man eben die wenigen Beispiele als punktuelle Schocks - auch so schlägt der Pegel der Verstörung genauso in den roten Bereich, doch es ist nur ein Reflex, der den Betrachter dorthin führt, keine Erkenntnis."

06. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Berliner Zeitung

Marcus Rothe spricht mit dem Regisseur Terry George über seinen Film, Gewalt, Propaganda und Helden.

06. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • fluter.de

Andreas Busche empfindet den guten Willen des Films als leicht penetrant. "Rusesabaginas Engagement ist das Interessanteste am Film, wie er langsam in die Rolle des Retters gedrängt wird und schließlich alle Register der höheren Managerschule zum Einsatz bringt: einschmeicheln, bestechen, psychologisches Gespür. Eine wirkungsvolle Überlebenstaktik. HOTEL RUANDA ist kein besonders erhellender Film zum Thema Genozide und internationale Menschenrechtspolitik ... Aber wie auch SCHINDLERS LISTE von Steven Spielberg ist er wichtig, weil der Völkermord in Ruanda längst ein vergessenes Kapitel ist. So einfach, wie es Georges Film nahe legt, war es in Ruanda jedoch nicht: Das Filmende ist zu simpel. Aber so funktioniert politisches Unterhaltungskino wohl."

04. April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Der Spiegel

Ein ebenso unpathetischer wie bewegender Spielfilm ist HOTEL RUANDA für Urs Jenny. "Er ist - sorgfältig, selbstbewusst und solid - ein Film nach amerikanischer Machart (und das nicht nur, weil er das frankophone Ruanda in ein englischsprachiges Land verwandelt): Er verzichtet auf Gräuel- und Schockbilder, doch er erzählt aufdringlich emotional; er stellt - wie das naheliegende große Vorbild SCHINDLERS LISTE - die beispielhafte Courage und Opferbereitschaft eines Einzelnen in den Mittelpunkt und macht den glücklichen Ausnahmefall zum Thema, die Rettung, die Erlösung. Er feiert die Überlebenden, um an die Toten zu erinnern; anders gäbe es den Film nicht: Er wirkt so stark, weil man beim Sehen so sehr wünscht, das alles wäre in Wirklichkeit nie geschehen."

April 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • film-dienst 07/2005

Michael Kohler hat die alten Einwände gegen den Film, der den Völkermord thematisiert, gehört. "Mit untrüglichem Gespür hat Terry George in seiner Adaption dieser Geschichte den ästhetischen Ansatz von SCHINDLERS LISTE übernommen. Wie Steven Spielberg erzählt er von Rettung, wo es für die Vernichtung keine adäquaten Bilder geben kann, und wie SCHINDLERS LISTE ist HOTEL RUANDA das Porträt eines durch furchtbare Umstände zum Heldentum genötigten Manns. An diesem Leitfaden zieht George die Dramaturgie der historischen Ereignisse auf und entwickelt eine Binnenperspektive auf die Massaker ... Damit gelingt George nicht zuletzt ein erstaunlicher Balanceakt zwischen historischer Rekonstruktion und bewegender Erzählung."

18. Februar 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Die Tageszeitung

Lebhafte Diskussionen hat der Film bei Dominic Johnson produziert. "Besonders eindrücklich gelingt es Terry George, zu Beginn seines Films das Klima der Angst vor dem Genozid nachzuvollziehen, mit den pausenlosen Aufmärschen von Milizen und der Zuversicht der radikalen Hutu-Extremisten, dass sie "ihr" Ruanda bald für sich allein haben würden, ohne die "Tutsi-Kakerlaken". Auch die Hilflosigkeit der UN-Blauhelme und die Wut ihres zur Untätigkeit verurteilten Kommandanten Dallaire, wunderbar gespielt von Nick Nolte, ist selten so deutlich zu sehen gewesen. Schließlich aber zieht sich der Film ganz bewusst auf den Hotelmanager und das Schicksal seiner Familie zurück. Die Gewalt der Massaker selbst kommt nicht vor - eine bewusste Entscheidung Georges."

14. Februar 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Berliner Zeitung

Für Kurt Scheel ist HOTEL RWANDA ein "gelungenes Völkermord-Drama, ästhetisch sensibel, aber nie ästhetisierend: 'die kurzen, meist schemenhaften Szenen vom massenhaften Morden sind schon grausam genug'." Der Kritiker setzt sich mit der Rezension des Tagesspiegels (Christiane Peitz, 11.02.2005) auseinander.

12. Februar 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Junge Welt

Bereits die Oscarnominierungen kamen Andreas Hahn verdächtig vor und er wußte es sofort: Der Film zeigt schweres Pathos, Betroffenheit. "Wieder einmal wird man mit der fundamentalen Unangemessenheit von Inszenierungsmitteln wie Blaufilter und Nebel angesichts einer von Leichenbergen gesäumten Straße oder Kindergesichtern vorm Gewehrlauf in Zeitlupe konfrontiert. ... Schwachsinn wird in dem Film nicht erzählt. Zu keinem Zeitpunkt wird irgendein Zweifel daran gelassen, daß der 'ethnische Konflikt' ein postkolonialistischer Effekt ist."

12. Februar 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Spiegel

Wolfgang Höbel fand den Film beklemmend. "Manchmal ist dieser Film eine Qual, weil man dauernd in vom Schrecken verzerrte Frauen- und Kindergesichter blickt, in grinsende Mördervisagen und in die ratlosen Mienen der letzten Uno-Soldaten (darunter Nick Nolte), die auch nicht wissen, wie sie die Metzelei aufhalten sollen. Der mit Geld aus Großbritannien, Südafrika und Italien gedrehte Film ist ein ruhiges und umso erschütternderes Schreckenswerk. Hier wird nicht wütend angeklagt, sondern fassungslos, fast bedächtig und sehr geradeaus von einem Massenmord unter den Augen der ganzen Welt erzählt - und das ist ebenso schlicht wie ergreifend."

11. Februar 2005 | HOTEL RUANDA • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz ist ein schickes Hotel "hübscher anzusehen als die Straßen von Kigali, eine Oase in einer Welt des Terrors, die den Ruanda-Konflikt in überschaubarem Rahmen hält. ... Für den Zuschauer sind die kurzen, meist schemenhaften Szenen vom massenhaften Morden schon grausam genug. Die Gewalt wird in homöopathischen Dosen verabreicht. Paul seiner Frau in den Armen, schaut den tanzenden Waisenkindern zu. Der Horror wechselt mit Momenten des Melodrams: das bewährte Wechselbad der Gefühle. Und doch beschleicht die Zuschauerin ein Unbehagen ob der eigenen ästhetischen Bedenken. Ist der Zweifel an der Redlichkeit von Terry Georges gefälliger Machart vielleicht nur Abwehr? Wie unzulänglich sie auch formuliert sein mag, die Anklage des Films richtet sich ja zu Recht gegen uns. Gegen die Ignoranten."

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