9 SONGS

film-zeit Film: 9 SONGS
Regie Michael Winterbottom
Kinostart 20.01.2005

Inhalt • 9 SONGS

London im Sommer: Matt, ein Klimaforscher, und Lisa, eine amerikanische Austauschstudentin, lernen sich bei einem Konzert kennen und verlieben sich. Sie führen eine leidenschaftliche Beziehung - gehen gemeinsam auf Konzerte, hören Musik und haben Sex. Stets in dem Bewusstsein, dass ihre Liebe mit Lisas Rückkehr in die USA bald beendet sein wird. Acht Bands und neun Songs begleiten diese außergewöhnliche Liebe mit elektrisierenden und kraftvollen Live-Perfomances von Black Rebel Motorcycle Club, The Von Bondies, Elbow, Primal Scream, The Dandy Warhols, Super Furry Animals, Franz Ferdinand und Michael Nyman.

Kritiken • 9 SONGS

26. Januar 2005 | Kritik • Junge Welt

Der Film offeriert eine Phänomenologie von Pop und Porno, schreibt Andreas Hahn. "Das vorgebliche Skandalon des Films ist, daß die Liebesszenen allesamt hardcore sind... In 9 SONGS gibt es jedoch nicht nur den Akt, sondern auch den Song (und der Titel ist vielleicht ein Hinweis darauf, was wichtiger ist). Kommentiert die Popmusik nun die Pornographie oder umgekehrt? In 9 SONGS handelt die Musik und nicht das Paar."

26. Januar 2005 | Kritik • Der Spiegel

Thomas Hüetlin führt ein Interview mit dem Regisseur Michael Winerbottom über seinen Sex- und Rock'n'Roll-Film 9 SONGS.

21. Januar 2005 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Michael Althen findet die Kühnheit des Projekts fappierend, kein anderer Regisseur ist derzeit so vielseitig. Der Film selbst ist so einfach, "geradezu schematisch in der Art, wie sich Sex und Songs abwechseln, und in dem Maße, wie er zeigt, was andere aussparen, verzichtet er auf das, was die Liebe darüber hinaus ausmacht, den Alltag. ... Womöglich ist das Projekt auf dem Papier interessanter, als es sich im Kino anfühlt, weil die Erregungskurve immer gewagterer Sexpraktiken dann doch nicht so richtig als Spannungsbogen taugt. Und dennoch ist dies ein bestechendes Experiment, der Sprache der Liebe im Kino eine neue Grammatik zu verpassen."

20. Januar 2005 | Kritik • Berliner Zeitung

Für Philipp Bühler sind es merkwürdigerweise einige klassische Stilmittel des Porno, die dem Film die Lust austreiben. "Mag sein, dass der Sex noch nie so realistisch abgefilmt wurde wie hier. Doch leider gilt das auch für die Spannung, die nach der ersten Sensation rapide abnimmt. Winterbottom liefert letztlich eben doch den Beweis für die an sich schon langweilige Meinung, nichts sei langweiliger als der unverhüllte Akt. Und das ist sein Film: Anschauungsmaterial fürs Filmseminar, zu betrachten neben vergleichbaren Filmen von Chéreau, Catherine Breillat oder Vincent Gallo. Abendfüllend ist es nicht."

20. Januar 2005 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Sandra Danicke geben Sex und Rock'n'Roll ein wunderbares Paar ab. Der Film "ist gewissermaßen ein Porno für die ganze Familie: Sex ja, aber nie unappetitlich oder gar nasty."

20. Januar 2005 | Kritik • Der Tagesspiegel

Michael Winterbottom ist ein Genre-Surfer für Jan Schulz-Ojala, begeistert von 9 SONGS ist der Kritiker allerdings nicht. "Leidenschaftsloser sind Sex und Musik, immerhin zwei der schönen Hauptsachen des Lebens, wohl noch nie inszeniert worden. Woran es liegt? Vielleicht daran, dass Winterbottom nicht mehr als einen artigen Beweis hat führen wollen. ... Also: kein Porno. Aber auch: kein Film. Körper allein, Musik allein, interessieren im Kino nicht - und seien sie noch so schön."

20. Januar 2005 | Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok hat schon besseres über das schönste Geschenk des Lebens gesehen.

19. Januar 2005 | Kritik • Die Welt

Viel Sex, aber keinen Porno hat Matthias Heine gesehen. Die Reaktionen auf den Film beweisen nur, wie keusch das offizielle Kino abseits des profitablen Pornogettos bis heute geblieben ist. "Nachdem die Pornodebatte entschieden und die Musikfrage beantwortet ist, bleibt ungeklärt, warum man sich den Film überhaupt ansehen sollte. Die Antwort: Weil NINE SONGS ein still-schönes Filmgedicht (oder besser ein Songtext) über das Entstehen und Vergehen des Begehrens ist. Alle Lust will Ewigkeit, aber sie kann diese nur erlangen, wenn sie sich in etwas anderes als reine Lust verwandelt. Die Tragik liegt darin, daß dieser Transformationsprozeß bei Matt klappt (man sieht's in der Küche), aber bei Lisa nicht."

Januar 2005 | Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

Januar 2005 | Kritik • film-dienst 02/2005

Dem Regisseur kam "die Idee: 'Boy fucks girl', und zwar zum Rhythmus aktueller Rocksongs - viel mehr ist in seinem experimentellen Hardcore-Film nicht zu sehen und zu hören", stellt Michael Kohler fest. "NINE SONGS ist explizit bis zur Ejakulation, aber der Film ist keine Pornografie, sondern die Versuchsanordnung eines narrativen Minimalisten. Winterbottom führt die Körper nicht vor, er versenkt sich in sie; beinahe könnte man die schummrige Auflösung der Kamera für schamhaft halten. ... Sein Film gehört zu jenen Experimenten, die auf dem Papier besser funktionieren als auf der Leinwand. Dennoch ist er alles andere als gescheitert. Vielleicht betrachtet man ihn am besten als Vorstudie für eine neue Form der sexuellen Darstellung, die eines Tages von ihm wieder aufgegriffen wird."

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