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DAS NETZ

DAS NETZ

Regie Lutz Dammbeck
Kinostart 13.01.2005

Kritiken • DAS NETZ

04. Mai 2005 | DAS NETZ • Kritik • Die Tageszeitung

Für Tim Gallwitz liefert der Regisseur keine Beweise. "Die Stärke von Verschwörungstheorien ist ihre Fähigkeit, jeden beweisfordernden Angriff als Bestätigung ihrer Legitimität zu integrieren. Und zweitens ihren eigenen Wahrheitsgehalt vom Beweis zu entkoppeln. Und so wird klar, dass Dammbeck weder an Beweisen noch an Wahrheiten interessiert ist, sondern eine Geschichte über Wahrheiten und Beweise erzählt. ... Real und wahr ist, worauf sich die Mehrheit einigen kann. Wahrheit ist letztlich eine poetische Erzählung, und als wahr gilt jene Antwortgeschichte, die am interessantesten ist."

21. April 2005 | DAS NETZ • Kritik • Die Tageszeitung

Die abenteuerlichsten Verbindungen ergeben sich für den Regisseur, meint Wilfried Hippen. "Aber überraschenderweise stört all dies kaum: Lutz Dammbeck hat so spannende Gespräche mit Künstlern, Wissenschaftlern und Philosophen geführt, dass man ihm gerne verzeiht, wenn er dabei dann doch eher diffus argumentiert. ... Manchmal droht er dabei in die Nähe von abstrusen Verschwörungstheorien zu geraten oder zum akademisch eitlen Namedropping zu verkommen, wenn etwa Gödel, Adorno und Wittgenstein ziemlich bemüht heranzitiert werden. Aber dann doziert der über 90jährige Physiker und Philosoph Heinz von Foerster so scharfsinnig über die Metaphysik der weltweiten Maschinensysteme, während ihm seine mexikanische Putzfrau dabei über die Schulter schaut, dass man von dieser grandiosen Momentaufnahme schlicht hingerissen wird."

19. Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • Junge Welt

Ronald Kohl und Alexander Reich geben jeweils einen Kommentar zum Film ab. Ersterer läßt an dem Film kein gutes Haar: "Die Vernetzung konstruiert der Autor buchstäblich auf dem Papier: Wieder und wieder zeigt die Kamera Dammbeck selbst, der die Namen seiner Interviewpartner auf ein weißes Blatt kritzelt, einkreist und die Kreise miteinander verbindet. Fertig ist das Netzwerk. Greifbare Interessen, etwa des militärisch-industriellen Komplexes oder der Hochfinanz, tauchen in Dammbecks 'Schemata' grundsätzlich nicht auf." Zweiter fragt, ob "Dammbecks nach den Regeln der Paranoia hingekritzelte Verschwörung der 'Digerati' also das Problem von Irren oder von Bildungsbeamten ist? Sofern sich letztere für DAS NETZ ins Zeug legen, können sie getrost als Irre gelten."

14. Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • Frankfurter Rundschau

Kathrin Hildebrand hat keine wirklichen Entlarvungen des Regisseurs wahrgenommen. "Stattdessen knüpft er einen Flickerlteppich aus nichtssagenden Bildern und Interviewfetzen, gespickt mit Fragen, die vom Unbehagen des Bürgers zehren, der die Kontrolle über den ökonomischen Apparat verloren hat."

13. Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • Berliner Zeitung

Für Stephan Speicher wird hier zwischen Mathematik und Spökenkiekerei herumgestochert. "Dammbeck ist fasziniert von der Entwicklung der Computerwissenschaft aus militärischer Forschung, Avantgardekunst und Hippiebewegung. ... Was der Film zeigt, sind kurze Interviews mit Männern, die die Kognitionswissenschaft und Rechnerarchitektur vorangebracht haben. Gern sieht man dem uralten Kognitionswissenschaftler Heinz von Foerster zu, sein gewitztes Eidechsengesicht ist ein Ereignis. Aber erforscht wird wenig. Dammbeck hat zu wenig Geduld, vielleicht auch zu wenig Kenntnis der Sache, mit ihm und den anderen ins Gespräch zu kommen, ihnen auch etwas entgegenzusetzen. So bleibt es bei einem kritischen Oijoijoi, das den Interviews regelmäßig hinterhergemurmelt wird."

13. Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Stefan Jacobs ist DAS NETZ ein unfertiges Puzzle, das gleichwohl nicht im Chaos endet.

13. Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok hat am Ende des Films an sich selbst gezweifelt, wegen ihrer dummen Ahnungslosigkeit. Oder ist das paranoid? "Beeindrukend, wie [der Regisseur alles] aufgespürt, welche Dokumente er entdeckt hat. Statements der Protagonisten aus Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Militär hat er durch Auszüge aus seinem Briefwechsel mit dem inhaftierten Kaczynski hinterfragt. In jedem formal-logischen System gibt es Probleme, die nicht lösbar und entscheidbar sind, wie 1930 der Wiener Mathematiker Kurt Gödel sagte. Und nicht umsonst setzt Dammbeck seinem Film quasi programmatisch dessen Satz voran: "Die Wahrheit ist der Beweisbarkeit überlegen.""

Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

Januar 2005 | DAS NETZ • Kritik • film-dienst 01/2005

Die naiv formulierte Neugierde des Filmemachers steht am Anfang des Films, meint Claus Löser. "Lutz Dammbeck (geb. 1948 in Leipzig) geht es nicht um investigative Aufklärung der von ihm aufgeworfenen Fragen. Er arbeitet sich phänomenologisch vor, listet Fakten auf, insistiert auf Widersprüchen; seine Recherche folgt keinem Plan, sondern primär der ihr immanenten Dynamik. ... Wichtigster Ansatz ist dabei, dass er sich selbst als Künstler zu den aufgeworfenen Konstellationen ins Verhältnis setzt; mehr noch: den Impetus für die Fragestellungen autobiografisch verortet. Auch mittels dieser Perspektive ist ihm ein höchst komplexer Dokumentarfilm gelungen."

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