Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

COMANDANTE

COMANDANTE

Regie Oliver Stone
Kinostart 13.01.2005

Kritiken • COMANDANTE

14. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Die Tageszeitung

Dem Regisseur fehlt die Distanz, schreibt Annett Busch. "Er arbeitet seinen Fragenkatalog durch und inszeniert sich auf Augenhöhe, mal stirnrunzelnd, mal kumpelhaft scherzend. Man mag ihm das gönnen, es hätte auch spannend sein können. Das Problem ist nur, dass der Film sich in Angeberei erschöpft: Schaut her, ich hab Fidel Castro getroffen! Zugleich will Stone nichts Geringeres als die Geschichte Kubas in 99 Minuten erzählen. Zwischen den beiden Ansprüchen klafft ein Loch. Stone füllt es mit unzähligen Metern Archivmaterial, rasant geschnitten, doch man wird den Eindruck der Wahllosigkeit nicht los. Oliver Stone hat es verpasst, aus der Begegnung eine eigene Geschichte zu machen."

13. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Jan Distelmeyer beschreibt das Treffen der beiden als kumpeliges Beisammensein. "Was man hört, sind allerdings einerseits vor allem Wiederholungen bekannter Statements des regierenden Revolutionärs und andererseits die Selbstdarstellung des Fragenden, der bei diesem Gipfeltreffen nicht zu kurz kommen will. Antworten und Fragen sind so vor allem Instrumente im Spiel der Autoritäten." Der Film ist "zu Ende, ohne dass es - jedenfalls im Verhältnis zwischen Oliver Stone und Fidel Castro - zu irgendwelchen Szenen gekommen wäre, die mit dem Image des Aufrüttlers oder dem Gestus des aggressiven, exzessiven Kämpfers zusammengehen.

13. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Neben Fidel kommt sich Stone ganz bedeutend vor, schreibt Silvia Hallensleben. Das Filmmaterial reicht "für eine Serie von Tisch- und Spaziergesprächen. Frage- und Antwortspiele, die der Jefe mit beeindruckend beiläufiger Jovialität führt, die keine Antwort schuldig bleibt und doch kaum Substanzielles verrät. Auch der angegreiste Castro ist immer noch ein begnadeter Rhetoriker und Charmeur. Und Stone lässt sich gerne charmieren."

12. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Berliner Zeitung

Arno Widmann empfiehlt: Sparen Sie sich den Film. "Oliver Stone teilt uns nichts mit über Kuba. Er teilt uns mit, was Castro ihm sagt, aber er lässt ihn nicht ausreden. Wir bekommen also den von Stone verschnittenen Castro zu sehen und zu hören. Stone ist einer der erfolgreichsten Hollywood-Regisseure; hier führt er uns vor, wie man einen Film nicht machen kann. Das ist eine interessante Lektion, die einem über zehn Minuten in der Mitte des Films hilft. Aber dann setzt wieder die gähnende Langeweile ein."

12. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Junge Welt

Für Daniel Dubbe ist COMANDANTE mehr ein politisches als ein cineastisches Problem. "Wer meint, Castro gehöre diskreditiert, weil er sich keinen freien Wahlen stellt und die Reisefreiheit beschränkt, kann das Porträt nur mit Vorbehalt betrachten. Wer in Castro aber eher den Sozialrevolutionär und den Kämpfer für soziale Gerechtigkeit sieht, kommt bei Stones Film voll auf seine Kosten: Durchgehend wird Bewunderung für den großen alten 'revolucionario' vermittelt. ... Schade, daß dieser Film in den USA nicht zu sehen war. Er hätte mit einigen Vorurteilen aufräumen können."

11. Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Barbara Nolte führt ein Interview mit Oliver Stone über Amerika nach dem Irakkrieg und die Gegner des Präsidenten.

Januar 2005 | COMANDANTE • Kritik • film-dienst 01/2005

COMANDANTE "fügt sich bestens in Stones Lebensprojekt filmischer Re- und Dekonstruktionen des amerikanischen Traums und amerikanischer Traumata ein", stellt Ulrich Kriest fest. Der Zuschauer wird "Zeuge einer entstehenden Männerfreundschaft. Zwar lässt sich Castro nicht auf humoristisches Parkett locken, das dem Interviewer Stone im Lauf der Begegnung vorzuschweben schien, ansonsten aber gibt er den weisen, etwas älter gewordenen Diener seines Volkes ... Was COMANDANTE zu einem interessanten Film macht, ist seine formale Kraft. Es gibt die bei Stone gewohnt souveräne und dichte Montage von Material unterschiedlichster Provenienz, sei es dokumentarisches Wochenschaumaterial, seien es Impressionen aus dem heutigen Havanna, seien es Bilder der Interviews selbst, in denen auch Oliver Stone immer wieder zu sehen ist. Man erlebt im Schnelldurchlauf die Geschichte Kubas."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,29794