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2046

2046

Regie Wong Kar-Wai
Kinostart 13.01.2005

Kritiken • 2046

14. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Junge Welt

Andreas Hahn hat die schönste Frau der Welt mehrfach weinen sehen. "Wong Kar Wais 'Zärtlichkeit' kommt zum Beispiel darin zum Ausdruck, für seinen Camp-Reminiszenz-Film das Cinemascope-Format zu wählen, das normalerweise eher für Aufnahmen von Beerdigungen und Wüstentrecks gedacht war und nicht für Hongkong, die Stadt der Vertikalen, wie er meint, und schon gar nicht für Aufnahmen von engen Hotelzimmern und Großaufnahmen der Gesichter schöner Frauen, die allesamt verlassen werden müssen, weil Kunst und Schund es so befohlen haben."

14. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Spiegel

Der Film setzt neue Maßstäbe, meint Urs Jenny. "Man will diese Geschichten wieder und wieder sehen, weil sie so schmerzensschön und bittersüß sind, und doch wird niemand behaupten, sie gingen wie Sirup herunter. Wongs Filme handeln zuerst und zuletzt von der Liebe und eigentlich von nichts anderem; er repräsentiert, wie niemand sonst im heutigen Weltkino, auf seine sparsame, verschwiegene und doch schwelgerisch elegante Art die Kunst des Melodrams in Vollendung. ... Die Liebe in ihrer Zerbrechlichkeit, Flüchtigkeit, Anfälligkeit, Hinfälligkeit, Vergeblichkeit, dazu das Glück, sich zu erinnern, so sehr wie die Qual, nicht vergessen zu können: Das ist Wongs Thema, also das allerallgemeinste der Welt."

14. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Der Freitag

Als traumverloren-schwebend bezeichnet Gerhard Midding den Film. Der Regisseur verfügt "virtuos über das Vokabular des Kinos, entlockt der Kamera eine hypnotische Beweglichkeit und ordnet die Bilder in einer sanften, traumverlorenen Montage. Tony Leung und seine Gefährtinnen scheinen durch den Film zu schweben. Dass 2046 beinahe noch rigoroser kadriert scheint, verdankt sich nicht zuletzt dem Cinemascope-Format. Es verstärkt die plastische Wirkung der Fragmentierung, der Wong die Gesichter und Körper unterwirft. Diese Konzentration und Aussparung verleiht den Kompositionen eine einzigartige melodramatische Präzision."

13. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Berliner Zeitung

Marc Hairapetian führt ein Gespräch mit dem Regisseur Wong Kar-Wai über seinen neuen Film 2046, Truffaut und die Liebe zu den Frauen.

13. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek ist rundweg begeistert: "2046 ist von solcher Schönheit, dass man sich fragt, ob die optische Opulenz überhaupt noch steigerungsfähig ist. Kameramann Christopher Doyle hat betörende Cinemascope-Bilder gedreht, deren Rahmen und Linien die Türen, Schränke, Fensterkreuze und Gänge des engen Hotels Oriental bilden, in dem sich ein Gutteil des Films abspielt."

13. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord spricht mit dem Regisseur aus Hongkong - über die Farbe Grün, die Vorzüge des Breitwandformats und über fiktive Figuren, die zu Besuch vorbeischauen.

13. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Neues Deutschland

Beim allerersten Sehen war Caroline M. Buck enttäuscht.

13. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Die Zeit

Für Katja Nicodemus beschwört der Regisseur grandios entschwundene Gefühle und verlorene Lieben. "Menschen, die in Zeitlupe rauchen, Tränen, die in Großaufnahme über die Wange fließen, vergebliches Begehren, verschleierte Blicke - das sind die Bilder, aus denen Wong Kar-wai seine melodramatischen Balladen komponiert. ... Man kann sich darüber streiten, ob Wong Kar-wais Filme einfach traurig, melancholisch oder sentimental sind. Ob sie kathartische Schmerzensarbeit betreiben, im ausweglosen Kreisen um die verlorene Liebe gefangen sind oder ob sie sich mit einem gewissen Masochismus an der Vergänglichkeit des Empfindens berauschen. Wong Kar-wais neuer Film ist zweifellos sein bisher sentimentalster."

12. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte hat einen pechschwarzen Liebesfilm des Meisters des schönen Scheins gesehen. Der Kritiker beschreibt kurz die Produktion des Films. "Wong zelebriert diese Entromantisierung in statischen Bildern von geradezu jenseitiger Perfektion: Dieser Film ist so schön, dass es weh tut. Die gleichnamige Science-Fiction-Story ist nurmehr als Geschichte in der Geschichte präsent, ein Fragment im Fragmentarischen, erzählt im Heartbreak Hotel.""

12. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Kerstin Decker ist der Regisseur der größte Melancholiker und größte Erotiker des zeitgenössischen Kinos. "Wong Kar-wai ist ungefähr so witzig wie eine Wagner-Oper. Er ist auch ungefähr genauso schwer. Und - und darauf kommt es wohl an - auch ungefähr genauso schön. Oft sind Liebesgeschichten ein dramaturgisches Mittel, um etwas ganz anderes zu erzählen. Verpacke es einfach in eine große Liebe! Wong Kar- wai aber wollte nur den nackten metaphysischen Fakt der Liebe. Aber nackt ist das ganz falsche Wort. Vielleicht ist Wong Kar-wai auch einer der größten Konfektionisten des zeitgenössischen Kinos. Er be- und um- und verkleidet diesen nackten metaphysischen Fakt. Er webt kostbarste Rüschen aus Bildern."

12. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Der Tagesspiegel

Nadine Lange führt ein Interview mit Wong Kar-wai über Hongkong, China, Fassbinder - und die ideale Frau.

12. Januar 2005 | 2046 • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film entledigt sich bewußt eines dramaturgischen Zentrums, schreibt Christina Nord. "Die einzelnen Erzählstränge reißen ab, spiegeln und verlängern sich in den Science-Fiction-Sequenzen, später tauchen sie unvermittelt wieder auf. ... Dieses Kino schert sich nicht um Realismus und Plausibilität, es erschafft Formen und Bilder für die Nichtidentität. Hierin erreicht Wong eine Virtuosität, die ihresgleichen sucht. Allein die Musikauswahl ... umspielt und strukturiert auf raffinierte Weise das Geschehen. Die Kamera von Christopher Doyle, Lai Yiu-Fai und Kwan Pun-Leung schafft hinreißende Bilder, indem sie die Begegnungen der Figuren in der Breite des Cinemascope arrangiert, die Konturen der Gesichter mit Licht umflort oder mit Hilfe von Spiegeln aus einem Zwiegespräch eine Dreieranordnung gewinnt."

Januar 2005 | 2046 • Kritik • film-dienst 01/2005

2046 "ist der paradoxe Fall eines Science-Fiction-Films, der sich in der Vergangenheit ereignet", stellt Rüdiger Suchsland fest. "Die atemberaubende Geschichte einer unmöglichen Liebe, auf fragmentarische Weise erzählt, in losen, assoziativen, aber nuancierten Bildern, die sich gemeinsam mit der akzentuierten Farbdramaturgie (Grün- und Gelbtöne dominieren), Dialog- und Gedankenfetzen und Musik durch ausgeklügelte Montage zu einem dichten und genau rhythmisierten atmosphärischen Teppich fügen, wie er im gegenwärtigen Kino ohne Beispiel ist. Der Film streift die Terrains des Unbewussten wie des Unverständlichen, Nicht-Kommunizierbaren."

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