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VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE

VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE

Regie Helmut Dietl
Kinostart 27.01.2005

Kritiken • VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE

27. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Berliner Zeitung

Für Philipp Bühler hat sich der Regisseur viel, zu viel vorgenommen. "Er will die Tragödie der ewig flüchtigen Liebe ins Bild setzen und kann doch von der Komödie nicht lassen. So sucht er sein Heil in der Verbindung von deutschem Beziehungskino und griechischer Sage - dabei auf ein Publikum hoffend, das diesen sympathischen Ausdruck der Hilflosigkeit als solchen versteht. Denn natürlich kommt dieser filmische Ausflug in den ganz großen Liebesmythos, wiewohl großflächig ausgemalt, über einen Pennälerwitz nicht hinaus. Doch das Ergebnis ist eben nicht tragikomisch und auch in keiner Weise befreiend. Sondern sentimental und befremdlich. So nahe man sich Dietl und seinem Alter Ego Mimi auch fühlt in ihrem erotischen Orkus - man will es eigentlich gar nicht so genau wissen."

27. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Die Tageszeitung

Unter dem guten Vorsatz, Kitsch und Tragik zu versöhnen, bricht der Film zusammen, schreibt Dirk Knipphals. "Es gibt Filme, denen man irgendwann ihre Ambitioniertheit übel nimmt. VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE ist so ein Film. Er sucht selbst die Liebe - im Schlager, in der griechischen Mythologie, in den aufgerissenen Augen seiner überforderten Schauspieler -, aber findet sie nie. Beim Zuschauen hat man die ganze Zeit das Gefühl, dass Dietl und Süskind der Liebe als Gegenstand eines Films gar nicht getraut haben. So sehr müssen sie die Liebesszenen mit Einfällen zuschütten."

27. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christina Tilmann ist die Komödie zu ehrgeizig. "Das Problem bei Dietl (am Drehbuch arbeitete Patrick Süskind mit, den Dietl einst als medienscheuen Schriftsteller in ROSSINI porträtierte): Sein Film ruft in jeder Minute "Achtung: Ironie!". Schwankt zwischen Komödie und großem Pathos. ... Genug fürs Auge also, einiges fürs Schenkelklopfen und nichts fürs Hirn."

27. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Neues Deutschland

Marion Pietrzok hat sich überhaupt nicht wohlgefühlt. "Zwar gibt's anfangs einige ganz lustige Dialoge, da flammt der gewohnte satirische Biss auf, aber das meiste ist in romantischen Ernst verpackt und so platt wie das Meer bei Windstille ... Womit Dietl vor allem glänzt, ist der penetranten Gestus knittriger Betulichkeit, eine Ironie sein wollende schrumplige Altbackenheit. Das macht gähnen. Wir erleben die Ödnis bunter Bilder: Film als muffiger Guckkasten. Er hat die Zipfelmützigkeit einer retrospektiven Altherrenfantasie. Das alte, ewige Lied von der großen, der wahren, der unsterblichen Liebe - hier wird es zwar technisch perfekt inszeniert. Aber die Geschichte der tränenreichen, mit Sehnsuchtsmusik unterlegten Märchenkomödie ist arg konstruiert."

27. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Die Zeit

Thomas Gross gibt weder den Schauspielern noch der Kamera die Schuld am Scheitern des Films. "Der Dietlsche Hades ist eine Mischung aus Münchner Barockhölle, Society-Event und Swingerclub. Man kann sich Anregungen holen für die nächste Bad-Taste-Party. Für einen deutlich erhöhten Klatsch- und Tratschfaktor wurde außerdem gesorgt. ... Um allerdings wirklich etwas über ein Ding wie die Liebe zu sagen, hätte er Kunsthandwerk Kunsthandwerk sein lassen und sich jenen leicht strizzihaften Mann süddeutscher Prägung vorknöpfen müssen, den er selbst im Leben so virtuos darzustellen versteht. Statt ihn mit ein paar flotten Sprüchen davonkommen zu lassen, hätte er ihm ins Herz blicken müssen - und dabei womöglich festgestellt, dass dort Großspurigkeit und Geltungsbedürfnis wohnen, aber auch gähnende Banalität."

25. Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • Der Spiegel

Volker Hage und Lars-Olav Beier liefern sich ein Pro- und Contra-Duell. Zu lesen gibt es eine Lobeshymne und einen Verriß. (1) "Sentimental, doch nie süßlich, nüchtern, doch nie ohne Zauber, grell, doch nie als pure Karikatur, so wird dieses Liebesmärchen inszeniert, das in der Dunkelheit beginnt, bei Regen, mitten in Berlin ... Alles ist durchwebt von feiner Melancholie, durchbrochen von leicht schrägen Einfällen." (2) "Die Größe einer Liebe, so scheinen Dietl und Süskind zu glauben, zeige sich erst im Schmerz, der sich nach ihrem Zerbrechen einstellt. Doch diesen Schmerz machen sie nie spürbar. Selten wurde in einem deutschen Film so oft geweint wie hier. Und wohl noch nie waren diese Tränen so oft falsch. ... Doch weil hinter den beschworenen großen Gefühlen letztlich nichts steckt, wirkt das Banale des Alltags in diesem Film wirklich nur banal."

Januar 2005 | VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE • Kritik • film-dienst 02/2005

Wolfgang M. Hamdorf ist nicht überzeugt, der Film bleibt merkwürdig leer. "VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE entfaltet in vielen Splittern und Facetten Liebesmythen und Liebesmühen, vermischt Sentimentales mit derbem Humor, bleibt aber trotz großer Szenenbilder merkwürdig leer. Dietls Version von Orpheus und Eurydike wirkt wie ein anachronistischer Abklatsch von Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt", wie ein pseudoklassizistischer, etwas behäbiger Tanz auf einem längst erloschenen Vulkan. Unterm Strich ist das nicht mehr als Augsburger Puppenkiste für Erwachsene."

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