Kunstkino hat Martin Wolf gesehen, mit alles Stilmitteln arbeitet der Regisseur: "Handkamera, Rückblenden und sehr viel Mut zur Abschweifung, die beim Betrachter auf die Dauer eine gewisse Gleichgültigkeit auslöst. Nur in den - leider sehr wenigen - gemeinsamen Szenen von Deneuve und Depardieu findet der Film zu sich selbst."
Das die Politik irgendwie in diesen Film hinein muß, empfindet Dietrich Diedrichsen als erzwungen. "André Téchiné liebt eine sehr bewegte Kamera, um die Atemlosigkeit des Aktuellen in diese Altersliebe zu pumpen, der große Pascal Bonitzer stopft das Drehbuch derart mit pressegängigen Problemen voll, als gelte es die "Lindenstraße" im Atem zu halten ... Als die Nouvelle Vague noch im Präsens stand, wären die Flüchtlinge aufgestanden und hätten dem Liebespaar was gehustet. Vielleicht, wenn es ein guter Nouvelle-Vague-Film gewesen wäre, hätte einer ein Thomas-Gottschalk-T-Shirt getragen. Irgendwie wäre die politische Analyse für, gegen und in den Plot hineinmobilisiert worden. Hier ist Politik haargenau das, wogegen ihr Auftritt damals gerichtet war: Kolorit."
Andreas Conrad war bei einer Pressekonferenz mit Catherine Deneuve.
Für Jan Schulz-Ojala beginnt die Geschichte demonstrativ unsentimental. "Catherine Deneuve als Cécile marschiert durch den Film wie eine Frau, die sich jegliche Romantik abgeschminkt hat ... Aber auch Gérard Depardieu, wunderbar kantig-fahl, nimmt seinen Antoine an die Leine ... Téchiné schaut dem lange mit nervöser Handkamera (Julien Hirsch) so zu, wie man auch dem Leben zugucken kann, und das ist meistens schön, mit all den unruhigen, nicht besonders glücklichen Leuten unter der irgendwie lauten Sonne des Südens. Dann aber fordert das Kino sein Recht: ein bisschen plötzlich. Die Zeiten ändern sich nicht, sagt LES TEMPS QUI CHANGENT, und das ist sein einziger, entscheidender Fehler."