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ONE DAY IN EUROPE

ONE DAY IN EUROPE

Regie Hannes Stöhr
Kinostart 07.04.2006

Kritiken • ONE DAY IN EUROPE

09. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Berliner Zeitung

Vom Kino kann man sehen und verstehen lernen, meint Anke Westphal. Zwar hat sich bei der Kritikerin leichte Ermüdung eingestellt, weil sie automatisch in der Erzählstruktur eingebaut ist, aber sie hat doch gern und mit Gewinn zugeschaut. "Das liegt daran, dass sich Hannes Stöhr selbst in das kleine Flugzeug setzt, das hier von Episode zur Episode surrt. Schon mit BERLIN IS IN GERMANY hat dieser Regisseur eine gebrochene Entgrenzungsgeschichte erzählt. So wie das kleine Flugzeug, nomadisiert er nun wieder durch die Gegenwart einer Zukunftsvision. Und ähnlich wie das Flugzeug die Kilometer, sammelt der Regisseur mit seinen reisenden Figuren Momente des Verstehens wie der Sprachlosigkeit, der supranationalen Gemeinsamkeit wie der regionalen Differenz. Und Momente des Angewiesenseins."

09. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Die Tageszeitung

Philipp Bühler hat "schnuckeliges Nationentum" gesehen. "Wobei das Rezept, Vorurteile an einer Baustelle auf- und an der anderen wieder abzubauen, am Ende doch reichlich affirmativ wirkt. Klischees kann man übertreiben oder weglassen. Wer sie in Umlauf bringt und relativiert, wird bestraft. Der Preis ist kein Nationalismus und auch nicht sein Gegenteil, sondern ein heimeliges Nationentum, zu dem die schnuckeligen Flugzeuganimationen von Jim Avignon, die die einzelnen Episoden verbinden, hervorragend passen. Viermal Europa und zurück."

07. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Der Tagesspiegel

Als leicht und verspielt schätzt Thomas Abeltshauser den Episodenfilm ein. "Immer wieder geht es augenzwinkernd um die Schwierigkeit, sich in einer anderen Sprache, einer anderen Kultur zu verständigen. Stöhr beruft sich auf die Burleske und schreckt auch vor Klischees nicht zurück. 'Klischee heißt auch Allgemeinverständlichkeit', sagt er. 'Ich setzte es ein, um es im Detail auch mal zu demontieren.' Was passiert, wenn ein deutscher Tourist in Istanbul einen Überfall fingiert, um die Versicherung zu kassieren - und dabei an einen schwäbelnden türkischen Taxifahrer gerät? Solche Pointen gehören zu den Stärken des Films."

07. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Die Zeit

Babylonische Zustände herrschen in diesem Film, schreibt Evelyn Finger. Der Regisseur hat die Vision einer europäischen Gemeinschaft auf unwiderstehliche Weise konterkariert. Der Film enthält vieles: "das kleine Individuum und die internationale Politik, den Großstadtdschungel und das globale Dorf, den humorvollen Blick auf den vom flexibilisierten Kapitalismus überforderten Menschen, die Gefahren der Reisefreiheit und die trügerische Hoffnung, ein erfahrener Tourist könnte überall heimisch sein. ... Man darf sich nämlich von Hannes Stöhrs außergewöhnlichem Talent für Situationskomik nicht täuschen lassen: Das eigentliche Thema des Films ist die deprimierende Monadenhaftigkeit des Menschen, die nur vorübergehend von einem Schutzengel wie Elena Wassiljewna gemildert werden kann."

07. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das Europa-Gebilde ist nicht wirklich lustig, findet Volker Mazassek. Darüber aber einen komischen Film gemacht zu haben, ist schon etwas wert. "Es wird viel geradebrecht, gestikuliert und gestritten in den vier Episoden, bei denen vor allem eins auffällt: eine wohltuende Leichtigkeit im Tonfall, die ein behagliches Reisegefühl bei der Fahrt durch Europa vermittelt. Die Begegnungen sind durch und durch stimmig, und es macht gar nichts, dass die Begegnung zwischen La Coruña und Galatasaray in Moskau nie stattgefunden hat."

06. April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • fluter.de

Philipp Bühler hat einen amüsanten Episodenfilm gesehen, "mit vier Geschichten, vier Spielorten und einer Unmenge witziger und tragischer Figuren. ... Stöhr spielt mit Klischees und Vorurteilen, weil das lustig ist. Aber er will auch wenigstens ein paar davon brechen. Das ergibt einen Film, der zuweilen ein bisschen zu ausgewogen und konstruiert wirkt. Man kann auch darüber streiten, ob solche Klischees diese Aufmerksamkeit verdienen. Doch alles in allem ist seine Utopie eines vereinten Europa mit kleinen Fehlern - Russland und die Türkei spielen selbstverständlich mit - durchaus sympathisch."

April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare bei filmz.de.

April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • film-dienst 07/2005

Der Film "lebt vom augenzwinkernden Umgang mit dick aufgetragenen Klischees", meint Wolfgang M. Hamdorf. "Der Film gleicht einer Zwiebel: Verschiedene Schichten von Humor liegen eng übereinander - ganz oben die platten Klischees, die jeder kennt und über die lachen kann, der will, dann folgt ein feinerer Humor und schließlich eine subtile Inszenierung ... Stöhrs Film ist ein elegantes Spiel mit Klischees, ein Jonglieren mit bekannten Vorurteilen - eine Art "commedia dell' arte", ein Spiel mit wirklichen und vermeintlichen Mentalitäten, bei dem es nicht um subtile Psychologisierung, sondern um die Relativierung von Stereotypen durch Humor geht."

April 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • epd-film 04/2005

Für Gerhard Midding ist die Basis des Films die Blickverschiebung, das Deplatzieren der Vorstellungen und Vorurteile. "Der Regisseur weiß, dass ein Film über Europa zunächst einer über die wechselseitigen Klischees sein muss, die die mulmige Nachbarschaft der Europäer generiert. Er propagiert einen großzügigen Begriff des Kontinents, der über die politisch definierten Grenzen hinausragt und zugleich auf die üblichen Verdächtigen unter den Schauplätzen (Paris, London, Rom) souverän verzichten kann. In vier Episoden stellt er in raumgreifendem CinemaScope eine tragikomische Balance der unterschiedlichen Mentalitäten her, die kein Land vor den Kopf stößt."

12. Februar 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Der Tagesspiegel

Auf liebenswürdige Weise triumphiert in ONE DAY IN EUROPE das Klischee, meint Christina Tilmann. "Ahnungslosigkeit und Hilfsbereitschaft, Desinteresse und Schlawinertum: Mit dem Charme der Leichtigkeit erzählt Stöhr von menschlichen (Un-)Tugenden. Die Polizisten sind die Bösen, die Dummen bleiben die Dummen. Und schon fliegt das Flugzeug weiter. Kleinere Verluste sind unvermeidlich in diesem polyglotten Europa, wo es mit der Verständigung hapert, Missverständnisse aber meistens doch irgendwie ausgeräumt werden können."

12. Februar 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord führt ein Gespräch mit dem Berliner Regisseur Hannes Stöhr.

12. Februar 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Spiegel

Für Wolfgang Höbel ist der Film eine schöne kleine Überraschung. "Der ist nämlich gar nichts so öde, wie sich das beim Inhalt-Aufsagen so anhört. ... Stöhrs Film verblüfft durch einen eigenwilligen, nie redundanten Erzählstil. Nie verweilt er zu lange bei einer Pointe, dafür lässt er viel Raum für die Kunst der Schauspieler. Florian Lukas spielt zum Beispiel einen ostdeutschen Rucksacktouristen, der in Istanbul auf dreiste Art zu Geld kommen will, Megan Gay eine britische Geschäftsfrau, die ihre ganze reizvolle Zickigkeit auf einem Moskauer Polizeirevier herausbrüllen darf. ONE DAY IN EUROPE feiert naheliegenderweise die Gemeinsamkeiten, die es bei allen Unterschieden und trotz der babylonischen Sprachverwirrung im Europa von heute gibt."

12. Februar 2005 | ONE DAY IN EUROPE • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal bezeichnet den Film als eine heitere Entgrenzungsgeschichte. "Die ganze Welt im kleinen Kameraauge: Erfahrungen ringen mit Klischees und alle zusammen mit der Globalisierung. Dem deutschen Film geht es gut, nicht nur weil er fast 25 Prozent Marktanteil hält. Es geht ihm gut, weil er zu wesentlichen Geschichten gefunden hat - und zu Formen, in die sie hineinpassen."

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