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SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE

SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE

Regie Marc Rothemund
Kinostart 24.02.2005

Kritiken • SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE

26. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker schreibtüber Else Gebel, die Frau, die die letzten Tage mit Sophie Scholl verbracht hat und in den Filmen immer eine Rolle spielt.

25. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Elisabeth Hartnagel, eine Schwester von Hans und Sophie Scholl, hat sich Marc Rothemunds Film über ihre Geschwister angesehen. Christine Keck hat sie vor und nachher beobachtet.

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Die Tageszeitung

Barbara Schweizerhof fühlte sich glatt in Opas Kino zurückversetzt, weil der Film so geradlinig pathetisch inszeniert ist. "SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE ist also entgegen der Ankündigung kein Film, der sein Publikum mit historischer Genauigkeit nervt. Die Verhörsituationen werden von einer sorgfältig psychologisch motivierten Dramaturgie bestimmt, die mitreißt, schon weil sie damit spielt, dass es anders hätte kommen können. ... Mehr noch als dieser latente Revisionismus verwundert an SOPHIE SCHOLL die Freimütigkeit, mit der alle Diskussionen über den Zusammenhang von Politik und Ästhetik über Bord geworfen werden, die das intellektuelle Milieu der BRD vor der Wiedervereinigung prägten. Was damals für klug galt, erscheint heute übermäßig kompliziert, unnötiger Ballast für das neue deutsche Erfolgskino."

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Die Tageszeitung

Sabine Leucht schreibt ein Porträt über die Schauspielerin Julia Jentsch.

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Bodo Mrozek schreibt über die neue Dokumente zur Münchner Gruppe "Die Weiße Rose", die nun zum Film über die Widerstandskämpferin erscheinen.

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Film lebt durch die Hautdarstellerin, schreibt Michael Kohler. Der Kritiker vergleicht den Film mit dem Stummfilmklassiker von Carl Theodor Dreyer DIE PASSION DER JEANNE D'ARC. "Eine Ahnung davon, was möglich gewesen wäre, bekommt man beim großartigen Spiel von Julia Jentsch. Im Grunde tut sie nicht viel mehr als sich in Zurückhaltung zu üben, bis der entscheidende Augenblick gekommen ist. Scholls Geständnis, ihr Todesurteil, ein stilles Gebet, eine Liebeserklärung an den abwesenden Verlobten: Es sind nur Momente, doch sie genügen, um das Heiligenbild als Mensch herabsteigen zu lassen und im Menschen die Ikone der Freiheitsliebe zu erkennen."

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek schreibt vieles einer glücklichen Inszenierung zu, aber der wesentliche Grund, weshalb dieser Film so gut funktioniert, liegt in der Hauptdarstellerin. "Ihre Präsenz, ihre Stärke und Verletzlichkeit machen SOPHIE SCHOLL zum Ereignis. ... Da die Geschichte ganz auf die lebenslustige Studentin zugeschnitten ist, bleiben alle anderen Charaktere reine Nebenfiguren. Nur Alexander Held als opportunistischer Nazi-Beamter und André Hennicke als schnarrende Dreckschleuder Roland Freisler erhalten etwas mehr Gewicht. Man kann das bemängeln, denn "Die Weiße Rose" bestand nicht nur aus Sophie Scholl. Und man kann auch fragen, ob bei allem Heldenmut der Dilettantismus der Gruppe nicht all zu viele Halb- und Unbeteiligte in größtes Unglück stürzte. Das wird jedoch nicht thematisiert, und so leuchtet der Gloriolenschein, der Sophie Scholl umgibt, bisweilen überirdisch hell."

24. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Die Zeit

Thomas Assheuer haben die Schauspieler berührt und aufgewühlt, wie schon lange nicht mehr. Der Film "ist von durchscheinender Klarheit und feierlicher Bescheidenheit im Gebrauch dramaturgischer Mittel. Rothemund, der für sein Werk auf der Berlinale den Regiepreis erhielt, verneigt sich vor seinen Figuren und sucht vertrauensvoll ihre Nähe. Damit aber beginnen die Schwierigkeiten. ... Man nimmt diesem Film nichts von seiner Eindringlichkeit, wenn man feststellt, dass sein Versuch, Sophie Scholl zu unserer Zeitgenossin zu machen, die historische Wahrheit nur streift. Denn in Wirklichkeit ist uns diese junge Frau nicht nah, sondern fern und fremd. Erst recht das verschlungene Universum ihres religiösen Empfindens bleibt unserem Weltbild unverständlich. Rothemund scheint dies zu spüren und vertraut deshalb ganz auf nachholende Einfühlung und die Macht der Empathie. Darin ist sein Film anrührend und groß."

23. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Berliner Zeitung

Eine fromme Märtyrerin mit dunklen Beats ist Sophie Scholl für Anke Westphal. Mit dem Film "werden nun wieder Erfolg und Konkurrenzfähigkeit des deutschen Films beschworen - dabei dürfte es Rothemund weder Staatskulturverwaltern noch Kunstkritikern leicht machen. Sein Film taugt weder zum pädagogischen Großeinsatz in Sachen Vergangenheitsbewältigung durch positive Leitbilder, noch bietet er sich an für einen ästhetisch begründeten Verachtungsschlag gegen das Kino des guten Willens. Dass SOPHIE SCHOLL mitnichten ein neuer deutscher Denkmalsfilm ist, verdankt sich der Tatsache, dass Marc Rothemund einerseits die tiefe Religiosität der Hauptfigur herausstellt und andererseits ihren Widerstand gegen das Nazi-Regime in jenen klassisch-romantischen Zweig deutscher Ideengeschichte einbindet, der nach 1945 mit unter Generalverdacht geriet."

16. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Neues Deutschland

Skeptisch hat Gunnar Decker dem Film entgegengesehen, aber entstanden ist ist ein "ein minutiöses Kammerspiel: Gewissensauftrag gegen Gefolgsmann. Der Einzelne und die Macht, die ihn vernichten wird. Trotzdem kann alle Macht die moralische Überlegenheit des Humanen nicht auslöschen. Rothemund inszeniert überaus differenziert. ... Der Film gewinnt an Intensität in der Beschränkung auf Sophie Scholls sechs letzte Lebenstage. Er endet mit ihrer Hinrichtung unmittelbar nach dem Todesurteil. Dass dieser Film bewegt, verdankt er vor allem Julia Jentsch als Sophie Scholl. Kein Star, aber etwas viel Besseres: eine vielversprechende junge Schauspielerin (Abschlussjahrgang 2001 der Ernst-Busch-Schauspielschule). Ihre Stärke hat nichts Abgepanzertes, bleibt voller Angst und Zerbrechlichkeit."

15. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Junge Welt

"Den Widerstand gegen die Unmenschlichkeit verhandelt der Film erstaunlich unpolitisch", schreibt Conny Gellrich. "Der Film ist karg und schnörkellos. Meist sitzen zwei einander gegenüber und reden, mehr nicht. Rothemund setzt auf die Schauspieler, was sich rentiert. Jentsch zeichnet die introvertierte Scholl mit wenigen, aber exakten Mitteln - keine großen Gefühlsausbrüche, selten gesetzte Tränen. Nur einmal überwältigt sie die Angst, steigt aus dem Unterleib auf und wird in einem tierischen Schrei ausgestoßen. Danach bleiben zittrige Hände und auch das nicht lang. Der Film will Sophie Scholl feiern und alle, die ihr gleichen. Das Publikum aber schnieft am Ende nur."

14. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Berliner Zeitung

Höflichkeit beherrscht die erste Pressekonferenz, stellt Katja Lüthge fest. "Dass sie eine überirdische Ikone sei, will Sophie-Darstellerin Julia Jentsch jedenfalls nicht gelten lassen. Zwar sei sie ganz sicher eine junge Frau mit sehr festen Überzeugungen gewesen, aber erst die spezielle Situation habe Sophie zur Ausnahmeerscheinung werden lassen. Für leichte Irritation sorgt dann nur die Frage einer ausländischen Kollegin - wann die Deutschen denn endlich einmal nette Nazis im Film zeigen würden? Die könnten doch nicht alle nur fies gewesen sein! Nazirichter Freisler, so daraufhin Rothemund, sei sogar noch fieser gewesen als im Film."

14. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Die Tageszeitung

Stefan Reinecke hat einen zur Passionsgeschichte verknappten Stoff gesehen. "SOPHIE SCHOLL ist ein reduzierter Film, sparsam mit Musik, visuellen Aufhellern, ganz und gar fokussiert auf das mädchenhafte, ernste Gesicht der Hauptdarstellerin Julia Jentsch. Jentsch tut nie mehr als nötig. Ein paar Tränen beim Abschied von den Eltern, ein Blinzeln in die Sonne beim Gang zum Schafott. Im Zentrum steht ihr konzentrierter Blick auf das, was mit ihr geschieht. ... Gerade wegen dieser Bescheidenheit wirkt der Film, wo Rothemund die Rolle des Chronisten verlässt, umso heftiger."

14. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Matthias Oloew will Julia Jentsch mit ihrer Darstellung der Sophie Scholl keine Ikone schaffen. "Die Sophie Scholl in Marc Rothemunds Film ist eine Rolle, die geeignet ist, der Schauspielerin ein bleibendes Image aufzudrücken. Julia Jentsch kann damit leben. Mehr noch: Die Beschäftigung mit der Biographie, der Auseinandersetzung mit den Verhörprotokollen der Gestapo, die erst jetzt öffentlich geworden sind und erstmals in einem Film verarbeitet wurden, hat ihr, dem gefeierten Jungstar dieses Festivals, eine gehörige Portion Respekt abgerungen."

14. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Spiegel

Laut Andreas Borcholte braucht Julia Jentsch gar nicht schüchtern sein. "In Marc Rothemunds fast dokumentarisch wirkendem Film gibt sie ihre Sophie Scholl so eindringlich und überzeugend, dass man über ihren vor Leidenschaft lodernden Blick fast vergessen konnte, dass das bittere Ende der Geschichte bekannt ist und es dem Film deshalb ein wenig an Spannung mangelt."

13. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz ist der Film ein Rededuell. Ein Krieg der Worte, ein Kammerspiel auf Leben und Tod. "Eigentlich tut Julia Jentsch nicht viel. Kaum dass sie gestikuliert. Aber ihr zurückgenommenes Spiel ist von großartiger Intensität; man sieht ihr die Theatertragödin an. SOPHIE SCHOLL ist ihr Film: ein Film über ein blasses, ungeschminktes, jugendliches Gesicht. Alles, was Sophie Scholl ausmacht, die Überzeugungskraft, die Charakterstärke, die Anspannung, die Erschöpfung, legt sie in Blicke und in die Art, wie sie redet. Manchmal blinzelt sie in die Sonne, in der Gefängniszelle, auf den Fluren des Wittelsbacher Palais'. Sie liebt das Licht. Aber es wird immer dunkler. Vergeblich sucht der Zuschauer auf der Leinwand nach etwas, woran er sich festhalten, was die Szene erträglicher machen könnte. Aber da ist nur das Gesicht von Julia Jentsch."

12. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Spiegel

Wolfgang Höbel fragt sich, wielange Julia Jentsch noch der Liebling des deutschen Feuilletons sein wird. Der Kritiker beängstigen die Julia-Jentsch-Festspiele in diesen Berlinale-Tagen schon.

10. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Berliner Zeitung

Frank Junghänel hat das Gesicht von Sophie Scholl, gespielt von Julia Jentsch, nicht mehr losgelassen. "Alles an ihr scheint Sophie Scholl zu sein; die hohen Wangenknochen, die braunen Augen, das gereckte Kinn und der Scheitel, gehalten von der berühmtesten Haarklammer der deutschen Geschichte. Alles an Sophie Scholl scheint Julia Jentsch zu sein, ihre aufrechte Haltung, ihre feste Stimme, ihr Hochdeutsch. ... Marc Rothemund konzentriert sich in seinem Film auf das Duell zwischen Sophie Scholl und ihrem Vernehmer. Erst redet sich die Studentin aufmüpfig und wortgewandt heraus, um sich am Ende, als ihr Bruder gesteht, gefasst dem Tode zu ergeben."

10. Februar 2005 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • Die Zeit

Für Peter Kümmel hat Julia Jentsch das Zeug zur Tragödienspielerin. "Keine Vorgeschichte, keine Nebenhandlung, nur dies: Eine Frau wird in ein System eingegeben, das keine Umkehr, keine Gnade kennt. Die Zuschauer begleiten sie bis zum Ende. Es ist eine Opferrolle, aber Julia Jentsch spielt sie so, dass das Opfersein wie eine freie, wie die einzig mögliche Entscheidung erscheint; diese Frau hat beschlossen, sich in der Entwaffnung zu behaupten."

Dezember 2004 | SOPHIE SCHOLL - DIE LETZTEN TAGE • Kritik • filmz.de

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