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GESPENSTER

GESPENSTER

Regie Christian Petzold
Kinostart 15.09.2005

Kritiken • GESPENSTER

17. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Junge Welt

Gespenstisch findet Tom Dorow die Orte, an denen der Film spielt. "Wenn es Hoffnung für die Gespenster gibt, dann hier, im Utopischen. Eine redliche, realistische Perspektive kann eben nur die sein, die Rimbaud formulierte, während die Bourgeoisie zum Angriff auf die Commune rüstete: von ganz unten kommend, aus Höllen der Einsamkeit, Armut und Verlorenheit."

17. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Junge Welt

Frank Geber spricht mit Christian Petzold über Godard und GESPENSTER.

16. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Der Spiegel

Als grandioses Schauermärchen aus einer Großstadt, der die Mitte fehlt, bezeichnet Christian Buß den Film. "Petzolds Film hält indes keinerlei Verheißungen parat. Die Hauptstadt, so wie er und sein Stammkameramann Hans Fromm sie ins Bild setzen, ist ein sonderbar lebensferner Ort. Der modernistische Prunk des Potsdamer Platzes endet hier direkt in der künstlichen Wildnis des Berliner Tiergartens. Es geht um geraubte Kinder, falsche Fährten und verfängliche Camouflagen.
GESPENSTER ist somit zu gleichen Teilen ein Film-noir und ein Märchen, die Gebrüder Grimm haben ebenso ihre Spuren hinterlassen wie Hitchcock. ... Zusammen wächst am Potsdamer Platz nichts, alles ist hier Illusion und gezielte Täuschung. So wird die Großstadtsymphonie ohne alle Schockelemente zur Schauermär."

16. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Andreas Kurtz berichtet von der sparsamen Premiere.

16. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Der Freitag

Christiane Hitzemann führt mit dem Regisseur ein Gespräch.

15. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal spricht mit Regisseur Christian Petzold über seinen Film GESPENSTER, Horror im Kino und die Gewalt der Orte.

15. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Ein verstörendes Großstadtmärchen sah Daniel Kothenschulte. "Petzold und sein Kameramann Hans Form drehen lieber im formlosen Naturlicht schmuckloser Berliner Stadtkulissen - und betreiben so jenen für Geistergeschichten so irritierenden Verismus mit ganz anderen Mitteln. Es sind Bilder, die ihre Lesart nicht mit dem Edding eingeschrieben haben, und die den Betrachter gerade deshalb so gut führen. Wie Petzolds letzte Filme berührt GESPENSTER jenes filigrane Etwas, das man früher Familienbande nannte, obwohl es doch eher dünnen, unsichtbaren Häuten gleicht, die, einmal zerrissen, Phantomschmerzen erzeugen."

15. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Volker Mazassek empfiehlt, den Filmtitel ernst zu nehmen. "Kritiker-Liebling Christian Petzold treibt seinen Figuren sämtliches Leben aus, bis sie nur noch Hüllen sind. Das sei Petzolds größte Stärke, sagen seine Anhänger. Er sei 'kein Auserzähler', seine Filme hinterließen 'Leerstellen'. So kann man das sehen. Man kann aber auch sagen: Die Figuren geben nichts preis, und viel Zeit vergeht mit nix. Petzolds Stil polarisiert. Wie andere Schüler Harun Farockis (Thomas Arslan, Angela Schanelec) arbeitet er gegen die Flut und Eindeutigkeit der Bilder an. Er wehrt sich dagegen, Dinge zu zeigen. Er verlangsamt das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit. Auf diesem Kurs wird Petzold immer schneller."

15. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Neues Deutschland

Gunnar Decker lobt die realistische Erzählhaltung. "Dieser Film lässt alles so, wie es in Wirklichkeit ist: getrennt. Die Fabel vom Zu-einander-finden, hier bleibt sie eine Fabel. Man erzählt sie und irgendwann ist sie unvermeidlicherweise zu Ende erzählt. Und dann? Nichts. Alles so trostlos wie zuvor. ... Die Lüge beginnt, wo ein Film den Anschein erweckt, er wäre kein Kunstprodukt. Gegen die große Animation fürs weiche Gemüt, mittlerweile auf allen Kanälen, setzt Petzold auf harte Distanz. Seine Filme zwingen in einen eigenen Rhythmus, sie befremden und quälen den, der sich bloß erbauen oder von sich selbst ablenken will. Ja, sie besitzen eine Fähigkeit zu schockieren, die dem Kulinarisches erwartenden Konsumenten im Halse stecken bleibt. Petzolds Filme sind die derzeit vielleicht konzentriertesten, die in diesem Land gedreht werden. Daraus entspringt eine ganz eigene Poesie."

14. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Die Tageszeitung

Georg Seesslen empfiehlt, den Film als glücklichen Film zu sehen. "Schon mit den ersten Einstellungen ist man in einer besonderen Art von Wirklichkeit: Man sieht etwas, das man jeden Tag sieht, und von dem man im gleichen Moment bemerkt, dass man es nie gesehen hat. Der Alltag. ... Petzolds Menschen-Kino funktioniert zum anderen, weil auch seine Schauspieler diese Mischung aus Selbstbewusstsein und Demut haben. Dahinter steckt auch eine Methode der Befreiung, von der Diktatur des geschriebenen Wortes zum Beispiel, von der Kreation des Image, von der Hierarchie von Darstellung und Inszenierung. Was man ganz tief am Grund eines Petzold-Filmes sehen kann, das ist der Respekt, den die Beteiligten füreinander haben. Film ist hier nicht ein Erzählen und Zeigen, sondern ein gemeinsames Fragen."

14. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • fluter.de

Thomas Winkler spricht mit Julia Hummer, einem Star wider Willen.

14. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Als tragisches Kinomärchen bezeichnet Christiane Peitz GESPENSTER. "Die Steadicam von Kameramann Hans Fromm folgt den Figuren mit behutsamer, komplizenhafter Neugier. Die Halbtotale belässt ihnen ihre Unbegreiflichkeit. Es gibt eine Distanz, die sich nicht überwinden lässt. Und es gibt gleichzeitig eine fast beschämende Intimität - wie in Ninas Casting-Geschichte. Christian Petzold ist ein Meister der richtigen Entfernung. ... Eine Gratwanderung: Selten sind Filme so fragil. Manchmal balanciert GESPENSTER an der Grenze zur Banalität - und doch fräsen sich Petzolds stille Bilder ins Gedächntnis ein."

12. September 2005 | GESPENSTER • Kritik • film-dienst 19/2005

Felicitas Kleiner ist es bei einigen Szenen kalt den Rücken heruntergelaufen. Der Regisseur inszeniert "ein Tableau gesellschaftlicher Kälte und menschlicher Entfremdung, langsam und ruhig erzählt, angesiedelt in kühlen, kahlen, weiten Räumen, die die Verlorenheit der Figuren visualisieren ... Die Protagonisten durchstreifen diese Zonen unruhig, ziellos und in sich selbst verschlossen wie Schalentiere in einem kalten Ozean, so verletzt von der Vergangenheit, dass ihre Zukunft davon zerstört zu werden droht. Der Habitus der kühlen Distanz, den Petzold in seinen Filmen entwickelt, gerät hier allerdings zum Selbstläufer, der dem Film schadet. Anstatt die Not und das Dilemma der Figuren plastisch zu vermitteln, lässt Petzolds Erzählstil hier im wahrsten Sinne des Wortes kalt."

September 2005 | GESPENSTER • Kritik • br-online.de

Bei Christian Petzold scheint die Zeit stillzustehen, meint Andrea Mirbeth. Der Regisseur "treibt ein perfides Spiel mit der Realität, mit dem, was wir wahrnehmen und dem, was wirklich ist. Jeder hat ohnehin seine eigene Realität. ... GESPENSTER tut stellenweise richtig weh, weil er eine Ruhe und Stille und Leere offenbart, die oft gar nicht auszuhalten ist im Kino. Das sind die Momente, in denen Petzold dem Inneren seiner Figuren auf den Grund geht. Petzold traut nichts und niemandem, weder dem schönen Schein noch Gefühlen."

31. August 2005 | GESPENSTER • Kritik • Jungle World

Tim Stüttgen führt ein ausführliches Interview mit dem Regisseur über narrative Strategien, Traumzustände und den Wunsch, ein einfacher Arbeiter am Fließband der Bilderproduktion zu sein.

17. Februar 2005 | GESPENSTER • Kritik • Neues Deutschland

Im Zweifel ist Egon Günther immer für die Schauspieler. "Es wird schlicht und einfach ziemlich kalt um uns herum. Keiner kennt mehr richtig die Adresse des andern. 'Ich will zu meiner Mama', sagt die junge Heldin am Ende, nicht laut, nicht leise. Aber die Mama geht schon davon, genötigt von ihrem Mann, der seine Frau sowieso zu einer Verrückten erklärt hat. Der Zweifel an diesem Film will nicht verstummen."

17. Februar 2005 | GESPENSTER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte findet zwar das Gesicht auf dem Plakat nicht zum Fürchten, aber gespenstisch ist es dennoch. "Wie Petzolds letzte Filme berührt sein mit Spannung erwarteter Wettbewerbsbeitrag Gespenster jenes filigrane etwas, das die man früher Familienbande nannte, obwohl es doch dünnen, unsichtbaren Häuten gleicht, die, einmal zerrissen, schreckliche Phantomschmerzen zurücklassen können." Der Regisseur hat einen hervorragenden deutschen Wettbewerbsbeitrag gedreht, "dessen einziger Makel zu sein scheint, dass er nicht so schnell einschlägt wie DIE INNERE SICHERHEIT, dafür aber ein bleibendes Nachbild erzeugt".

16. Februar 2005 | GESPENSTER • Kritik • Berliner Zeitung

Der schwache Applaus bei der Festival-Aufführung muß den Regisseur nicht bekümmert, schreibt Anke Westphal. "In GESPENSTER meint eine Französin, in der Berliner Streunerin Nina (Julia Hummer) ihre einst als Kleinkind entführte Tochter wiederzuerkennen; der Gatte holt diesen gebrochenen Menschen aus der Psychiatrie ab, und dann beginnt es wieder - das Hoffen und das Ringen um Liebe, und Petzold findet dafür bedrohlich ortlose Bilder - Zeugen einer verzweifelten Heimatlosigkeit seiner Protagonisten im Leben."

16. Februar 2005 | GESPENSTER • Kritik • Spiegel

Lars-Olav Beier hat bald nicht mehr gewußt, ob er sich diesseits oder jenseits der Leinwand befindet. Die zwei Darstellerinnen Sabine Timoteo und Julia Hummer haben ihn tief in ihre Welt hinein gezogen. "An einigen Stellen wirkt dieses urbane Dekor sogar mitten im Sommer derartig kalt, dass man das Gefühl hat: Die beiden Mädchen überleben nur, wenn sie einander Wärme geben. Und der Zuschauer darf sich glücklich schätzen, dass sie ihm so viel davon abgeben."

15. Februar 2005 | GESPENSTER • Kritik • Der Tagesspiegel

Der Regisseur inszeniert die Familie als Phantom, schreibt Jan Schulz-Ojala. "Traumsicher zieht er die Fehlsumme all jener selbstverlorenen Liebesversuche und Vertrauensvergeblichkeiten, die viele andere Filme dieses Festivals auf ihre Weise andefinieren. Und überhöht sie in einer fast mythischen, überzeitlichen Geschichte ... Christian Petzold, und das ist seine größte Stärke, ist kein Auserzähler, seine Filme lassen Leerstellen, die man vorsichtig mit eigener Fantasie füllen darf; einer Fantasie, die dann wieder wegvagabundiert zur nächstmöglichen Möglichkeit. Und sie führen in eine sorgfältig leer geräumte Welt - diesmal in ein Berlin zwischen Tiergarten und Potsdamer Platz, das wir so kunstvoll reduziert noch nie gesehen zu haben glauben: kongeniale Seelenlandschaft für eine Handvoll von Verlorenen, die eine Kamera in genau gebauten Räumen fokussiert."

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