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ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG

ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG

Regie Pieter Jan Brugge
Kinostart 23.12.2004

Kritiken • ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG

23. Dezember 2004 | ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG • Kritik • Berliner Zeitung

Für Julia Bauer hat der Film seine Stärken, wo diese dramaturgische Konstruktion im Detail sorgfältig ausgearbeitet wird. "Wie die Darsteller sich gelegentlich anschweigen und dann verzweifelt in Tränen ausbrechen, wie ein Gespräch am Fluss vom Rauschen des Wassers beinahe übertönt wird, wie die Sonne grell durch die Blätter der Bäume fällt - all diese Einstellungen vermögen den Betrachter doch so zu fesseln, dass er der Erzählung folgt. ... Bei dem Verhältnis von Reichtum und Lebensglück, ruht der eigentliche, gedankliche Schwerpunkt des Films. ... Vor der Aufgabe, einen Schluss zu ziehen aus dem, was er zeigt, weicht der Film aus und lässt den Zuschauer, nachdem vieles hin- und her gewendet wurde, allein."

23. Dezember 2004 | ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Gerhard Midding ist der melancholische Thriller "ein stiller, distanzierter Film geworden, der auf das Unausgesprochene horcht und erstaunliche Geduld aufbringt für das, was zu spät gesagt wird; Kameramann Denis Lenoir hat ihn in kühle, desaturierte Farben getaucht. Die obligatorischen Machtkämpfe zwischen Entführer und Opfer spult er eher halbherzig ab, ihn interessiert, wer die moralische Kontrolle über die Situation behält. Redford und Dafoe legen ihre Szenen als lauernden Dialog zweier Männer an, die plötzlich gezwungen sind, sich Rechenschaft abzulegen. Es ist kühn, wie Brugge den Thrillerplot die Schmuggelware melancholischer Selbstbefragung transportieren lässt."

22. Dezember 2004 | ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG • Kritik • Spiegel

Der Regisseur "hat Elemente mehrerer europäischer Entführungsfälle genommen und sie auf die USA übertragen, um einen Film über ein uramerikanisches Thema zu machen.", stellt Lars-Olav Beier fest. "Präzise beschreibt der Film, wie sich die beiden Männer auf ihrem Weg durch den Wald, auf dem die sozialen Unterschiede Schritt für Schritt eingeebnet zu werden scheinen, wie Wesen einer fremden Spezies taxieren. Neugier, Neid, Misstrauen, Angst, Sympathie - ständig wechseln bei diesem Freilandversuch über die amerikanische Klassengesellschaft die Emotionen, und für kurze Augenblicke schließt sich sogar die weite Kluft zwischen Arm und Reich. Robert Redford und Willem Dafoe machen aus diesem Duell zwischen dem neureichen Selfmademan und dem sozialen Absteiger ein fesselndes Kammerspiel unter freiem Himmel."

Dezember 2004 | ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

Dezember 2004 | ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG • Kritik • film-dienst 26/2004

Ulrich Kriest ist von den Schauspielern und der Leistung des Regisseurs angetan. "Elegant bedient sich Brugge in seinem Regiedebüt bei den Distanzierungstechniken von Brechts epischem Theater, setzt mehr auf das Gestische als auf Action - mit einer bedauerlichen Ausnahme, einer nächtlichen Lösegeldübergabe -, und nutzt das Production Design stilsicher zur Figurencharakteristik. Dazu passt, dass er zwar auf Stars wie Robert Redford und Willem Dafoe setzt, diese aber in ihren schauspielerischen Manierismen diszipliniert und ihnen die außerordentlich beeindruckende Helen Mirren entgegenstellt, deren eiserne Selbstdisziplin und Beherrschtheit den Film mit Eiseskälte ausstattet."

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