OCEANS TWELVE

film-zeit Film: OCEANS TWELVE
Regie Steven Soderbergh
Kinostart 16.12.2004

Inhalt • OCEANS TWELVE

Vor drei Jahren hat Danny Oceans Team einen der waghalsigsten Raubüberfälle aller Zeiten durchgeführt: Mit seiner rechten Hand Rusty Ryan, dem Taschendieb Linus Caldwell, dem Sprengstoffexperten Basher Tarr, Safeknacker Frank Catton und anderen räumte Danny den uneinnehmbaren Las-Vegas-Tresor des skrupellosen Unternehmers Terry Benedict aus. Oceans berüchtigte Crew teilte sich die 160 Millionen Dollar Beute und ließ Gras über die Sache wachsen - man lebt jetzt bürgerlich, fällt nicht auf ... auch wenn das sehr schwerfällt, was besonders Dannys Frau Tess großen Kummer bereitet. Als jemand die Regel Nummer eins missachtet und das Team an Benedict verpfeift, ist es mit der Ehrlichkeit endgültig vorbei. Denn Benedict will seine 160 Millionen zurück - mit Zinsen. Sonst wird er ungemütlich. Und sehr schnell begreift das Team, dass nicht nur der allmächtige Benedict seine Verbindungen spielen lässt, um Oceans Elf auf den Zahn zu fühlen...

Kritiken • OCEANS TWELVE

17. Dezember 2004 | Kritik • Der Stern

Wolfgang Hübner stellt fest: Die Fortsetzung von OCEAN'S ELEVEN ist rauer und trickreicher geraten als der erste Coup. "Vermutlich hatten all die mitwirkenden Stars eine Menge Spaß miteinander, auch Bruce Willis bekommt noch einen Kurzauftritt. Aber Spaß sollen nun einmal vor allem die Zuschauer haben. Doch die beschleicht mit wachsender Filmdauer das unangenehme Gefühl, nicht sonderlich ernst genommen zu werden. Zu oft arbeitet die Dramaturgie mit Zufällen und Unwahrscheinlichkeiten, zu oberflächlich werden die Stationen in Europa ins Bild gebracht, zu bemüht wird ein Happy End für alle gebastelt, natürlich mit Ausnahme des arroganten Franzosen Toulour."

16. Dezember 2004 | Kritik • Neues Deutschland

Der Film wird in die Filmgeschichte eingehen, behauptet Marion Pietrzok. "Erster Grund: Steven Soderbergh versammelt die größte (größtmögliche) Anzahl von Hollywood-Stars auf einmal, die schönsten - mehr oder weniger - und die reichsten. Zweiter Grund: die Szene, in der Vincent Cassel als Hobby-Meisterdieb François Toulour einen grandiosen artistischen Tanz vollführt: durch, unter, über, zwischen die Laser-Strahlen, die Museumsschätze sichern. Aber mehr Filmannalenträchtiges gibt's nicht zu sehen in der Krimi-Komödie um den Filmtitel-gebenden Danny Ocean und seine Truppe."

16. Dezember 2004 | Kritik • Berliner Zeitung

Andreas Kurtz berichtet von der Premiere des Films.

16. Dezember 2004 | Kritik • Berliner Zeitung

Für Knut Elstermann ist der Film von der Melancholie des Scheiterns durchzogen. "Und diese beständige Nähe zur Katastrophe ist, bei aller Strukturlosigkeit und einer gewissen Zähigkeit, seine beste Seite. ... Niemand vermag diese Vergeblichkeit des menschlichen Strebens besser zu vermitteln als George Clooney, der sich im Film schon mal auf 50 schätzen lassen muss. Die leise Wehmut seines nun wahrlich malerischen Älterwerdens, die selbstironische Ablösung vom eigenen Ruhm lassen Star und Figur für Augenblicke vollkommen verschmelzen."

16. Dezember 2004 | Kritik • Die Welt

Peter Zander schreibt 5 Gründe auf, warum Fortsetzungen nicht schlecht sein müssen. "Zugegeben: OCEAN'S TWELVE hat nicht mehr die Geschlossenheit und bei weitem nicht die Lässigkeit und Eleganz von OCEAN'S ELEVEN, aber Soderbergh will sie auch gar nicht imitieren, sondern sucht etwas Neues. Das allein ist sympathisch. Wie auch die Selbstironie aller Beteiligten, die auch anderen Starvehikeln in Hollywood gut zu Gesicht stünde."

16. Dezember 2004 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Regisseur hat in der Fortsetzung das Motto "höher, weiter, schneller" ausgegeben, schreibt Michael Kohler. "Mehr noch als sein Vorgänger handelt OCEAN'S TWELVE von der Egomanie, die durch einen mit ästhetischer Raffinesse ausgeführten Theatercoup befriedigt wird. ... Diesen Mehrwert namens Stil hat auch OCEAN'S TWELVE wieder vorzuweisen, doch bringt es Soderbergh diesmal merklich in die Bredouille, dass er mit OCEAN'S ELEVEN vor allem eines zeigen wollte: dass er es besser kann als alle anderen. ... Leider funktioniert das diesmal lange nicht so gut wie bei OCEAN'S ELEVEN, weil das weniger ausgelassen denn unkonzentriert agierende Starensemble über einem äußerst dünnen Drehbuch improvisieren muss. Die Gags sind fade, die kriminalistischen Handlungsfäden fransen aus und irgendwann geht es nicht mehr darum, das Publikum als Komplizen zu gewinnen, sondern es möglichst ohne Gesichtsverlust über's Ohr zu hauen."

16. Dezember 2004 | Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord sieht zumindest einen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger: das Scheitern. Bei OCEAN'S TWELVE "treffen es die englischen Begriff style, look und smoothness noch viel besser als ihre deutschen Entsprechungen. Denn im Film wird ein Stilwettbewerb ausgetragen: steifer Stil tritt gegen lockeren Stil an, Etikette gegen Nonchalance, französischer Snobismus gegen US-amerikanischen Hedonismus."

16. Dezember 2004 | Kritik • Spiegel

Für Wolfgang Höbel ist der Film ein einziger Spaß. "Wer wann warum in ein römisches Museum einsteigt, um das wohl wertvollste aller Fabergé-Eier zu klauen, wer wen wie leimt, ertappt, verhaftet, wieder freilässt - das gerät in diesem Film, der sich fortwährend um noch einen aberwitzigeren Dreh bemüht, in absolut schwindelerregender Weise aus dem Blick und dem Interesse des Zuschauers. Dafür sieht man vielen fabelhaften Menschen dabei zu, wie sie sich ganz scheckig und speckig amüsieren vor lauter Vergnügen an sich selbst."

16. Dezember 2004 | Kritik • Die Zeit

"Dieser Film, um es gleich zu sagen, ist absoluter Schwachsinn. Dass er nicht den geringsten Hehl daraus macht, gehört zu seiner fröhlichen Impertinenz.", kommentiert Katja Nicodemus. "In diesem Film wird die Story, werden ernsthafte Dialoge nur noch behauptet, um sie ausgelassen aus dem Weg zu räumen. Ergebnis ist eine filmische Textur, die den Blick frei macht für die Coolness, den Narzissmus und die grenzenlose Selbstironie der Darsteller. Für Stil und Sex-Appeal. Für ein Ensemble, das mit der Unschuld eines außer Kontrolle geratenen Kindergeburtstages den eigenen Glamour zelebriert, ausbeutet und zugleich gnadenlos auf die Schippe nimmt."

15. Dezember 2004 | Kritik • Frankfurter Allgemeine Zeitung

Andreas Kilb fragt sich, was es kostet, ein Erfolgsregisseur zu sein. Es liegt "ein Schleier der Resignation über allen Bildern dieses Films ... Eine Resignation, die sich gerade den Flottheiten, den Finten, den gelungenen Pointen dieses Films mitteilt. Soderbergh kennt alle Kinotricks, aber er will gar nicht unbedingt, daß wir darauf hereinfallen. Wir sollen sie nur bewundern. In einer der schönsten Szenen von OCEAN'S TWELVE tanzt ein Mann durch ein Netz sich bewegender Laserstrahlen hindurch, ohne daß ihn einer davon berührte. So tanzt Soderbergh mit den Motiven des Genres."

14. Dezember 2004 | Kritik • Süddeutsche Zeitung

Der Film sieht nicht nach Arbeit aus, meint Susan Vahabzadeh. "Soderbergh, der sich mit jedem Film neu erfindet und doch so etwas wie eine Handschrift hat - in den sparsam eingestreuten Freeze Frames beispielsweise - , gibt sich hier wesentlich experimentierfreudiger als beim ersten Teil ... Der Look des Films spiegelt seine Verspieltheit, den Spaß als Selbstzweck, die leichte, beschwingte Pokerrundenatmosphäre ... Ein bisschen Großzügigkeit muss man allerdings mitbringen, um teilzuhaben an diesem Spaß: Das Drehbuch gibt den Figuren wenig Raum, sie werden kreuz und quer durch Europa und den Plot gehetzt und bleiben dabei auf der Strecke."

12. Dezember 2004 | Kritik • Welt am Sonntag

"Weil Soderbergh diesmal viel mehr Interesse an den Marotten seiner hochkarätigen Hauptfiguren hat (selbst Bruce Willis guckt für einen ausgiebigen Gastbesuch vorbei), stellt er die europäischen Kulissen bei weitem nicht so schwelgerisch aus wie den Las-Vegas-Luxus im ersten Film", meint Roland Huschke.

12. Dezember 2004 | Kritik • Welt am Sonntag

Roland Huschke hat einige Sätze von George Clooney aufgeschrieben.

Dezember 2004 | Kritik • filmz.de

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