| Regie | Steven Soderbergh |
| Kinostart | 16.12.2004 |
Der Film wird in die Filmgeschichte eingehen, behauptet Marion Pietrzok. "Erster Grund: Steven Soderbergh versammelt die größte (größtmögliche) Anzahl von Hollywood-Stars auf einmal, die schönsten - mehr oder weniger - und die reichsten. Zweiter Grund: die Szene, in der Vincent Cassel als Hobby-Meisterdieb François Toulour einen grandiosen artistischen Tanz vollführt: durch, unter, über, zwischen die Laser-Strahlen, die Museumsschätze sichern. Aber mehr Filmannalenträchtiges gibt's nicht zu sehen in der Krimi-Komödie um den Filmtitel-gebenden Danny Ocean und seine Truppe."
Andreas Kurtz berichtet von der Premiere des Films.
Für Knut Elstermann ist der Film von der Melancholie des Scheiterns durchzogen. "Und diese beständige Nähe zur Katastrophe ist, bei aller Strukturlosigkeit und einer gewissen Zähigkeit, seine beste Seite. ... Niemand vermag diese Vergeblichkeit des menschlichen Strebens besser zu vermitteln als George Clooney, der sich im Film schon mal auf 50 schätzen lassen muss. Die leise Wehmut seines nun wahrlich malerischen Älterwerdens, die selbstironische Ablösung vom eigenen Ruhm lassen Star und Figur für Augenblicke vollkommen verschmelzen."
Der Regisseur hat in der Fortsetzung das Motto "höher, weiter, schneller" ausgegeben, schreibt Michael Kohler. "Mehr noch als sein Vorgänger handelt OCEAN'S TWELVE von der Egomanie, die durch einen mit ästhetischer Raffinesse ausgeführten Theatercoup befriedigt wird. ... Diesen Mehrwert namens Stil hat auch OCEAN'S TWELVE wieder vorzuweisen, doch bringt es Soderbergh diesmal merklich in die Bredouille, dass er mit OCEAN'S ELEVEN vor allem eines zeigen wollte: dass er es besser kann als alle anderen. ... Leider funktioniert das diesmal lange nicht so gut wie bei OCEAN'S ELEVEN, weil das weniger ausgelassen denn unkonzentriert agierende Starensemble über einem äußerst dünnen Drehbuch improvisieren muss. Die Gags sind fade, die kriminalistischen Handlungsfäden fransen aus und irgendwann geht es nicht mehr darum, das Publikum als Komplizen zu gewinnen, sondern es möglichst ohne Gesichtsverlust über's Ohr zu hauen."
Christina Nord sieht zumindest einen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger: das Scheitern. Bei OCEAN'S TWELVE "treffen es die englischen Begriff style, look und smoothness noch viel besser als ihre deutschen Entsprechungen. Denn im Film wird ein Stilwettbewerb ausgetragen: steifer Stil tritt gegen lockeren Stil an, Etikette gegen Nonchalance, französischer Snobismus gegen US-amerikanischen Hedonismus."
Für Wolfgang Höbel ist der Film ein einziger Spaß. "Wer wann warum in ein römisches Museum einsteigt, um das wohl wertvollste aller Fabergé-Eier zu klauen, wer wen wie leimt, ertappt, verhaftet, wieder freilässt - das gerät in diesem Film, der sich fortwährend um noch einen aberwitzigeren Dreh bemüht, in absolut schwindelerregender Weise aus dem Blick und dem Interesse des Zuschauers. Dafür sieht man vielen fabelhaften Menschen dabei zu, wie sie sich ganz scheckig und speckig amüsieren vor lauter Vergnügen an sich selbst."
"Dieser Film, um es gleich zu sagen, ist absoluter Schwachsinn. Dass er nicht den geringsten Hehl daraus macht, gehört zu seiner fröhlichen Impertinenz.", kommentiert Katja Nicodemus. "In diesem Film wird die Story, werden ernsthafte Dialoge nur noch behauptet, um sie ausgelassen aus dem Weg zu räumen. Ergebnis ist eine filmische Textur, die den Blick frei macht für die Coolness, den Narzissmus und die grenzenlose Selbstironie der Darsteller. Für Stil und Sex-Appeal. Für ein Ensemble, das mit der Unschuld eines außer Kontrolle geratenen Kindergeburtstages den eigenen Glamour zelebriert, ausbeutet und zugleich gnadenlos auf die Schippe nimmt."
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