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CARPATIA

CARPATIA

Regie Andrzej Klamt
Ulrich Rydzewski

Kritiken • CARPATIA

24. März 2005 | CARPATIA • Kritik • Die Tageszeitung

Auf den ersten Blick mag CARPATIA ein ethnografischer Film sein, schreibt Wilfried Hippen, aber "tatsächlich sind die Filmemacher mehr an einer poetischen Wahrheit als an gesellschaftlichen Realitäten interessiert. ... In seinen besten, bildgewaltigen Momenten erstrahlt "Carpatia" in einer dunklen, melancholischen Schönheit, und zumindest einen der Menschen in ihnen wird man so schnell nicht mehr vergessen: Gustav Obsivan, der allein mit seinen Tauben in einer Berghütte lebt. Seit seiner frühesten Kindheit sind seine Beine verkrüppelt und er muss sich auf den Händen voranziehen."

06. Januar 2005 | CARPATIA • Kritik • Die Tageszeitung

Katrin Jäger hat einen gemächlichen Dokumentarfilm gesehen. Sie hat bei den Einheimischen extreme Wahrnehmungsunterschiede wahrgenommen, "denen das Filmteam nicht nachgeht. Stattdessen durchkämmt man die Karpaten nach neuen Interviewpartnern. In sechs Episoden klappern sie die hintereinander ab, ohne die individuellen Lebenszusammenhänge zu vertiefen. Dabei hätten einige von ihnen Stoff für einen eigenen Film geboten."

13. Dezember 2004 | CARPATIA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Thomas Medicus findet den Dokumentarfilm außergewöhnlich. "Dieser von der geschichtsmächtigen Furie des Verschwindens bedrohten Zone kleiner Völker widmet sich Carpatia voller Empathie. ... Dieser meditative Film, der ohne Off-Kommentar, Soundtrack und temposchaffende Schnitte auskommt, kennt viele traurige Menschen. Carpatia, bemerkenswertes Beispiel im Genre der ethnographischen Dokumentation, erzählt zwei Stunden lang vom drohenden Untergang der in der ungewissen Zone kleiner mitteleuropäischer Nationen heimischen kulturellen Traditionen. Alles, was die Kamera zeigt, ist gleichberechtigt. Mensch und Natur, Mensch und Tier, sogar die Wind- und Wettergeräusche, die zu hören sind, stehen ebenbürtig neben menschlichen wie tierischen Stimmen."

02. Dezember 2004 | CARPATIA • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film kommt gerade richtig, um in seinen poetischen Bildern dem Winter zu entfliehen. Wenn nur die Verkunstung des Dokumentierten nicht wäre, meint Detlef Kuhlbrodt. "Der Film ist poetisch, die Bilder der Berglandschaften in unterschiedlichen Jahreszeiten sind wie schöne Postkarten. Sie sagen zum Beispiel "es regnet". Man ruht sich in diesen Bildern aus. ... Vielleicht ist es dies tendenziell Autorlose, das einen etwas nervt - nicht nur in diesem Dokumentarfilm. Oft wird so getan, als ob es weder Kamera noch Regisseur gebe. Die Verkunstung des Dokumentierten führt dazu, dass die Menschen, ihre Gesichter, Gesten und das, was sie sagen, zum Material werden; dass jeder irgendwann einen Schlüsselsatz sagt und dass diese Schlüsselsätze und -szenen dann wieder den Film strukturieren."

01. Dezember 2004 | CARPATIA • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist begeistert. "Acht Sprachen werden in diesem Film gesprochen, der die Zeit so tief und lange einatmet, wie er langsam reist. Achtungsvoll, nicht romantisierend passt er sich dem Rhythmus der Karpatenbewohner an, so wie sie sich in die Verhältnisse schicken. Das Idyll entsteht zunächst im Auge des westlichen Zuschauers; in Wahrheit resultiert aus dem kreatürlichen Angewiesensein, dem Überlebenskampf in Jahreszeiten und Wettern zwangsläufig Härte."

November 2004 | CARPATIA • Kritik • filmz.de

Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.

November 2004 | CARPATIA • Kritik • film-dienst 24/2004

"Kein Off-Kommentar, keine Musik - nichts trübt die pittoresken Szenarien eines abgeschiedenen Landstrichs", meint Reinhard Lüke. "Dabei gelingen den Filmemachern hie und da durchaus spektakuläre Sequenzen (etwa, wenn aus der Tür eines vergleichsweise kleinen Gebäudes, einer Kirche womöglich, nach und nach immer mehr betagte, schwarz gewandete Frauen mit Gehstöcken ins Freie treten.), dennoch leidet ihr Film frühzeitig an Redundanzen. Wenn die fixe Kamera einen Bergkamm ins Visier nimmt und irgendwann eine Kuh gemächlich den Bildrahmen von rechts nach links durchschreitet, mag das ein sinnfälliges Indiz für eine ursprüngliche Lebensart ohne Stress und Hetze sein. Doch wenn sich Minuten darauf in einer ähnlichen Einstellung ein Pferd (und später vielleicht ein Schaf) wieder von links nach rechts durchs Bild bewegt, ist der Effekt rasch dahin."

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