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ALEXANDER

ALEXANDER

Regie Oliver Stone

Kritiken • ALEXANDER

24. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Der Freitag

Allen will es Oliver Stone recht machen, meint Paul Mollenhauer. "Stone nimmt sich fast drei Stunden, um Alexander und seine Welt zum Leben zu erwecken. Viel Zeit, um eine Geschichte zu erzählen. Und Stone erzählt nicht nur eine. ... Stone hält sich sehr genau an die in den antiken Quellen überlieferten Details; vieles, was man beim ersten Hinsehen für einen originellen Regieeinfall halten könnte, erweist sich als eine wortgetreue Umsetzung irgendeiner Stelle aus Plutarch oder Arrian. ... Gerade in dieser enzyklopädischen Beflissenheit offenbart sich das Scheitern von Stones Film. Großes Kino soll es sein, und es soll keine Fragen zu Alexander offenlassen. Die manchmal quälenden Dialoge bringen ständig alles zur Sprache."

23. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Zuviel Gerede zerstört den Film, meint Rüdiger Suchsland. "Ständig schwankt seine Perspektive zwischen einer halbwegs authentischen Darstellung der damaligen Welt und der persönlich-subjektiven Sicht einer getriebenen, schwer traumatisierten Persönlichkeit, die zugleich modern und ihrer Zeit in manchem weit voraus war. ... Vieles ist perfekt recherchiert, detailgenau verfilmt, und Stone kennt neben den historischen Klassikern - der britische Alexander-Biograph Robin Lane Fox, dessen Buch bei Klett-Cotta erschienen ist, diente ihm als Drehbuch-Berater - auch poetische Phantasiestücke, wie Klaus Manns Roman Alexander."

23. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Die Tageszeitung

Kein monumentales Epos, sondern einen enorm zerrissener, gescheiterten Film hat Jan Distelmeyer gesehen. "Ihm fehlt die homerische Dramaturgie, auf die TROJA bauen konnte, und Colin Farrells Mienenspiel unter der blondierte Mähne kann im Multiplex schwer mit den Duellen konkurrieren, die GLADIATOR und TROJA zu bieten hatten. ALEXANDER besteht fast zu gleichen Teilen aus losen Enden, kruden Klischees, interessanten Andeutungen, spektakulären Massenszenen und Holzhammerpsychologie. Zugleich kann man zu dem Schluss kommen, dass mit diesem Film vor allem unser Blick scheitert, wenn er auf eindeutige Sinnstiftung angelegt ist: der Blick auf einen Film, der als "Oliver-Stone-Film" immer schon zweifellos auf das Filmemacher-Subjekt verweist, und der Blick auf die Historie, die sich als kohärente Geschichte eines starken (Ver-)Führers erweisen soll."

23. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Neues Deutschland

Für Hanno Harnisch erzählt der Regisseur "die Geschichte des Alexanders von Mazedonien als einen Mix von Schlachten und Gelagen, Reflexionen und Proklamationen, Trieb und Sog. ... Die Dialoge wirken oft wie gefilmtes Theater. Immerhin nicht wie gefilmtes Geschichtsbuch, denn Stone geht sehr frei mit der 'Story' um. Vermag es, die insgesamt nur zwei Schlachtenszenen überzeugend zu zeigen. Krieg ist ermüdend, schmutzig, gewaltig, tötend. Nicht Computeranimationen sondern Menschen sind da auf der Leinwand. Den Kampf Mann gegen Mann und Pferd gegen Elefant taucht Stone in ein psychedelisches Rot und hat es so geschafft, zumindest mich aus dem Kinosessel in seine andere Welt zu ziehen. So auch mit der architektonischen Rekonstruktion Babylons - einzigartig. Leider nicht der ganze Film. Viel Lärm um einen blonden Krieger."

22. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Berliner Zeitung

Alexander war gar nicht so groß, stellt Stephan Speicher fest. "Was am piefigsten scheint, das ist zuletzt noch eine Leistung Oliver Stones: Alexander den Großen darzustellen als Geschöpf seiner Mutter, als einen Ödipus, dessen Herrschaft mit einem Vatermord beginnt und der bis zuletzt aus dem Bann der Mutter nicht herausfindet. Piefig wird es finden, wem solche Psychologisierung in historischen Dingen nicht schmeckt, und das Frauenbild ist ranzig, jenseits aller Diskussion. ... Man muss sich allerdings disziplinieren, hier eine Idee zu erkennen, denn die Aufdringlichkeit der Darstellung verdirbt alles. Die ganze Sphäre von Sexualität und Sinnlichkeit hat etwas Kunstnebliges. Gegen die homoerotischen Neigungen des Film-Alexander zu prozessieren, wie es einzelne Griechen taten, war albern. Aber ärger ist doch die Darstellung dieser Neigungen im Film selbst. Es liegt in diesen Szenen etwas ungut Angewärmtes, ungut, weil verdruckst."

21. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte erklärt, warum der Regisseur mit seinem ALEXANDER scheitert. "Nicht, weil der Film auf ganz kuriose Weise missraten wäre oder jemand etwa die Besetzung Angelina Jolies (geboren 1975) als Mutter von Colin Farrells Titelhelden (geboren 1976) skeptisch gemacht hätte. Nein, Alexander hat schlechte Karten, einfach nur, weil die Vorboten des Erfolges eben ein Freiwilligenheer von Claqueuren ernennen, die des Misserfolges aber nur ein Heer von Unwilligen. Es ist nicht anders, als bei Alexanders Feldzügen selbst: Bleiben die Erfolge aus, lungern die Massen nutzlos herum."

21. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Tagesspiegel

Kerstin Decker macht sich über den Film lustig. "Der Beziehung Alexanders zu Hephaistion verdanken wir eine der lustigsten Szenen des Films, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Humor in ALEXANDER grundsätzlich unfreiwilliger Natur ist. So sagt der sterbende Freund, "Es geht mir schon viel besser!", um entseelt aufs Lager zurückzusinken. Wenn Alexanders Kampf gegen die indische Elefantenarmee beginnt, ist der Zuschauer für jeden Schlachtenernst verloren."

20. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Spiegel

Dirk Kurbjuweit porträtiert den Produzenten Thomas Schühly, der jahrelang für das Filmprojekt gekämpft hat.

16. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Die Zeit

Laut Jens Jessen hat sich der Regisseur zu wenig getraut. "Oliver Stone ist ein Regisseur, der nur in der hemmungslosen Übertreibung groß wird. Aber sein Alexander-Film, ohnehin arm an Einfällen, versucht selbst diese Einfälle noch im Rahmen des Seriösen zu halten. ... Es ist, als habe der berühmt verrückte Regisseur sich diesmal ein Taschentuch in den Mund gestopft, um allzu heftige Beißreflexe zu unterbinden und den ehrwürdigen Alexander-Stoff unzermalmt ans Publikum weiterzugeben. Wir, die Stone-Fans, hätten den Stoff aber lieber zermalmt serviert bekommen, als gepfeffertes oder mit halluzinogenen Drogen versetztes Teufelsbreichen."

14. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal führt ein Interview mit dem Regisseur Oliver Stone über Feldherren als Menschenfreunde und seinen Film ALEXANDER.

02. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Die Zeit

Katja Nicodemus führt ein Interview mit dem Regisseur über Vietnam, die sechziger Jahre, amerikanische Albträume und seinen neuen Film.

01. Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • Der Spiegel

Oliver Stones Historien-Epos hat schwer zu kämpfen: Erst zogen griechische Anwälte wegen der im Film dargestellten Bisexualität des Herrschers vor Gericht, dann floppte der Film an Amerikas Kinokassen. Doch der Regisseur gibt sich gewohnt streitbar - und vergleicht sich selbst mit dem genialen Feldherrn.

Dezember 2004 | ALEXANDER • Kritik • filmz.de

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