Daniel Haas hat eine Verwurstung amerikanischer Geschichte zur nervigen Schnitzeljagd gesehen. "Zu viele dramaturgische Lücken, zu wenig Witz und trotz aller Betriebsamkeit zu wenig Tempo: DAS VERMäCHTNIS ist kein stolzes Erbe, sondern eher eine Bankrotterklärung jenes Kinoformats, das man als "High Concept" bezeichnet. Maximale Schauwerte, Genre-Mix."
Mariam Schaghaghi führt ein Interview mit dem Produzenten Jerry Bruckheimer.
Für Katja Lüthge bestätigt sich das Sprichwort: Gut geklaut ist besser als schlecht selbst ausgedacht. "Misslich aber, wenn die unverholene Kopie eines verdientermaßen erfolgreichen Films willenlos an die Wand gefahren wird. So hat DAS VERMäCHTNIS DER TEMPELRITTER zwar gewissenhaft die Abenteueridee und personelle Grundkonstellation von "Indiana Jones" aufgenommen, aber leider dessen Spannung und Witz komplett verfehlt. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund nämlich nimmt sich das Verschwörungs-Supergeheim-Spektakel von Regisseur Jon Turteltaub sehr ernst."
Sascha Westphal fragt sich, ob Geheimbündler die USA gegründet haben. "Die Dramaturgie der Ereignisse folgt in DAS VERMäCHTNIS DER TEMPELRITTER der einer klassischen Schnitzeljagd. ... Doch während diese typische Cliffhanger-Struktur in den INDIANA JONES-Filmen Teil einer ganz eigenen Realität ist, die man als reine Phantasiewelt wahrnimmt, steht sie in Turteltaubs postmodernem Abenteuerspektakel in einer bizarren Spannung zu den höchst realen Schauplätzen der Ereignisse. Mit jeder weiteren phantastischen Wendung versichern uns Turteltaub und seine Drehbuchautoren zwar, dass dies alles nur ein großes Spiel sei und dass die Gründerväter Amerikas selbst in ihrer Funktion als Geheimbündler nur das Beste für die Menschheit im Sinn hatten. Doch ein gewisses Unbehagen bleibt bestehen."
Christian Aust spricht mit Nicolas Cage.
Andreas Hahn nennt den Film schlichtweg US-Irrsin, Verschörungsmuff.
Infos, Links und Kommentare vorab bei filmz.de.
Für Michael Kohler nimmt Produzent Bruckheimer sein Publikum sehr ernst. "Die Grundidee des Films ist verblüffend einfach und dabei in ihrer historisch unpräzisen Fabulierlust so verführerisch, dass sich das Nationalarchiv zu einer Erwiderung veranlasst sah ... Was folgt, ist eine Mischung aus routiniert inszeniertem Caper-Movie, lässig hingeworfener Dekodierkunst und Radau auf dem Abenteuerspielplatz Hollywood. Also ein genreüblicher und dabei eminent unterhaltsamer Wettlauf zwischen Gut und Schurkisch, der Gates erst zum Hüter der 'Declaration of Independence' macht, und dann, mit der Polizei und dem ehemaligen Kompagnon im Nacken, zum gejagten Jäger des verlorenen Schatzes."