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DER NEUNTE TAG

DER NEUNTE TAG

Regie Volker Schlöndorff

Kritiken • DER NEUNTE TAG

13. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für ein psychologisches Kammerspiel bietet die Geschichte zu wenig Spielraum, meint Daniel Kothenschulte. "Genau deshalb muss eine kluge Regie gelegentlich auf ein Weniger an Expression drängen, was Schlöndorff, besorgt um die wenigen Pfunde, mit denen er wuchern kann, nicht tut. So haben wir einen Film, der uns allein schon durch seine konfektionierte visuelle Gestaltung erschreckend bekannt vorkommt, dessen dramaturgischer Grundkonflikt zum Scheitern verurteilt und der schließlich allein als losgelöste Performance zweier großer Schauspieler von Interesse ist."

12. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Spiegel

Oliver Hüttmann findet August Diehl faszinierender, "obwohl er als Gebhardt mit zurückgekämmten Haaren auf den ersten Blick nicht dem Abziehbild des Nazis entrinnt. Doch Diehl gibt seinem Charakter nahezu unmerklich einige Kanten und Schwächen, die ihn mal als verblendeten, dann wieder verzweifelten Emporkömmling ausweisen. Mit seinem opportunistischer Ehrgeiz und seinen krausen, durchsichtigen Gedankengänge ist Gebhardt jener Typus, der die Menschheit immer schon ins Elend stürzte. Oder wie Kremer mit letzter Kraft brüllt: "Der Judas sind Sie!""

11. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Die Tageszeitung

"Jede Einstellung ist eine ästhetische Entscheidung, auch wenn sie Verdopplungseffekte mit sich bringt.", meint Christina Nord. "Eben noch Goebbels, nun KZ-Häftling: Matthes doppelter Einsatz mag einer Laune der Gleichzeitigkeit geschuldet sein, und doch bietet er Anlass zur Skepsis: Ob Täter, ob Opfer - so gerne sich das deutsche Kino gegenwärtig an NS-Sujets versucht, so wenig Genauigkeit, so wenig gedankliche Trennschärfe legt es dabei an den Tag. Glücklicherweise hat Volker Schlöndorff, der Regisseur von DER NEUNTE TAG, seinen Kollegen Hirschbiegel und Eichinger einiges voraus: Er weiß, dass er einen Spielfilm dreht, auch wenn er einem historisch überlieferten Stoff folgt."

11. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Die Tageszeitung

Christina Nord führt ein Gespräch mit Volker Schlöndorff über Geschichte und Fiktion, vermeintliche Darstellungstabus und entschleunigte Bilder.

11. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Neues Deutschland

Für Gunnar Decker ist der Film eine Gratwanderung, der durch seine Beobachtungsgabe besticht. Volker Schlöndorffs DER NEUNTE TAG ist große Kunst, er setzt nicht allein auf die Überwältigungskraft des Inhalts, sondern findet eine eigene ästhetische Form. DER NEUNTE TAG wird "zur großen Parabel über das Gewissen und die Stärke der Schwachen. Eine Parabel, die sich jederzeit noch des kleinsten Details versichert und so in einem Höchstmaß dokumentarisch wirkt."

10. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Berliner Zeitung

Für Stephan Speicher ist DER NEUNTE TAG so eigentümlich und fremdartig wie schon lange kein anderer Film. "Es ist ein christlicher, genauer: katholischer Film. Katholisch ist er nicht, weil er im katholischen Milieu spielt und katholische Helden hat. Katholisch ist er darin, dass er überhaupt einen Helden hat und eine Wahrheit, die Heldentum ermöglicht. Der Film ist nicht frömmelnd, er wird nicht zu Spenden für Diaspora und Mission animieren, er wird auch niemanden zum (Wieder-) Eintritt in die Kirche führen. Aber er sieht auf eine andere Welt und vertritt wenn nicht einen Frieden oder eine Wahrheit, aber doch eine Haltung, die höher ist als alle Vernunft."

10. November 2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • Der Tagesspiegel

Gegen den NEUNTEN TAG ist DER UNTERGANG gewichtlos, findet Kerstin Decker. "Konventionell? Filmspezialisten würden die Machart des "Neunten Tags" wohl so nennen. Sie haben Recht. Aber das Etikett schlägt zurück. Denn wer DER NEUNTE TAG sieht und sich nicht verschluckt an diesem 'konventionell', der sieht nichts. Erzählkino also. Noch so ein Wort, dessen Naivität mehr über den Kritiker verrät als über den Film. Denn Schlöndorffs DER NEUNTE TAG ist gemacht aus äußerster Konzentration, aus zerreißender Anspannung. Das ist etwas anderes als bloße Spannung."

2004 | DER NEUNTE TAG • Kritik • film-dienst 23/2004

Der Film vermittelt einen existenziellen Kampf in einer Unmittelbarkeit, die streckenweise den Atem raubt, meint Josef Lederle. Er ist "ein quälendes, ebenso bildmächtiges wie spannendes Kammerspiel über die Versuchung des Bösen, widersetzt sich von der ersten Einstellung an der Illusion einer 'absoluten' Perspektive; seine Annäherung an das Schicksal eines von Millionen Menschen, dessen Leben durch die Nazis zerstört wurde, ist dezidiert subjektiv, vielfach gebrochen und gerade dadurch am ehesten seinem Gegenstand angemessen. ... Was in DER UNTERGANG nur Staffage und Pathos ist, durchdringt DER NEUNTE als Ganzes: eine historisch fundierte, fiktiv entwickelte Geschichte, die im Spiegel einer sorgsam rekonstruierten Historie von einem verbrecherischen Mördersystem, ihren Schergen und Opfern handelt, und dabei zugleich die Adressaten der Gegenwart im Auge hat. Das ist neben der dramaturgischen Geschlossenheit und der bezwingenden Ästhetik eine Leistung, die in diesem Genre eher die Ausnahme bleibt."

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