TOUCH THE SOUND

film-zeit Film: TOUCH THE SOUND
Regie Thomas Riedelsheimer

Inhalt • TOUCH THE SOUND

Den Klang berühren - so beschreibt Evelyn Glennie, als Solo-Perkussionistin ein Weltstar der klassischen Musik, das Hören. Nachdem sie in ihrer Kindheit ihr Gehör weitgehend verlor, hat sie gelernt, anders zu hören, den Körper als Resonanzraum zu nutzen, den Klang zu spüren. Regisseur Thomas Riedelsheimer und Evelyn Glennie begeben sich auf eine Expedition ins Innere dieser Klangwelten, die alle unsere Sinne fordert. Ausgehend von einer alten Fabrikhalle in Dormagen, wo Evelyn mit Fred Frith ihre erste CD mit improvisierter Musik aufnimmt, unternimmt der Film eine Reise um die Welt, nach Japan, Kalifornien, New York und Schottland. Gemeinsam mit Evelyn Glennie und ihren musikalischen Partnern tauchen wir ein in ein faszinierendes Universum, in dem wir beginnen, Bilder zu hören und Klänge zu sehen.

Kritiken • TOUCH THE SOUND

11. November 2004 | Kritik •

Lasse Ole Hempel hat eine gleichwertige Beziehung zwischen dem Regisseur und seiner Protagonistin wahrgenommen. "Riedelsheimer spielt das Spiel mit, beginnt selbst zu improvisieren und begegnet so der Musik mit einem liebevoll gestalteten impressionistischen Bilderfluss, dessen Spektrum von abstrakten Lichtreflexen bis zu Werbetafeln und fahrenden Zügen reicht. Ähnlich sinnlich-assoziativ verläuft die Tonspur. Immer wieder sind Passagen eingestreut, die die auditive Vielfalt des modernen Lebens entfalten, ohne dass auch nur ein einziges Mal dazwischen geredet würde. Diesen kleinen Großstadt-Symphonien stehen Leerstellen gegenüber, in denen Stille herrscht, oder in die sich fast unmerklich ein minimales Geräusch einschleicht."

06. November 2004 | Kritik •

Der Film erschließt die Welt als kolossalen Resonanzkörper, meint Claus Löser. "In der Eingangssequenz des neuen Films von Thomas Riedelsheimer bündelt sich der ästhetisch-inhaltliche Ansatz: Phänomene der sinnlichen Wahrnehmung werden aus einer leicht versetzten Perspektive beleuchtet, erscheinen zunächst als schillernde Mimikry, enthüllen dann überraschend eine zweite Natur - eine Art dokumentarischer Suspense."

05. November 2004 | Kritik •

Tilman Spreckelsen lobt den Film. "Es sind Glennies Hände, denen Riedelsheimers Interesse gilt, die er in Nahaufnahmen einfängt und umkreist, aber auch ihre nackten Füße, mit denen sie unruhig die Vibrationen aufnimmt. Denn die Perkussionistin ist in ihrer Kindheit fast vollständig ertaubt, und es ist der sanften Beiläufigkeit dieses großen Films geschuldet, daß diese Tatsache und ihre Folgen genau insoweit ausgebreitet wird, wie es für die Musik Glennies eine Rolle spielt. ... Riedelsheimers Bildsprache unterstreicht diese kreative Neugier auf die Welt, er fängt ganz großartige und selten gesehene Details ein, und daß der Film nicht nur seines Gegenstands halber, nicht nur des Geschicks wegen, mit dem er Glennie in Szene setzt, mehrfach bedeutend ausgezeichnet wurde, leuchtet sofort ein. Daß er dennoch manchmal ein bißchen zu elegisch, zu sehr auf harmonische Bilder bedacht ist, läßt sich verschmerzen."

04. November 2004 | Kritik •

Martin Hatzius stellt fest, daß sich der Regisseur nicht für die Lebensgeschichte der Potagonistin interessiert. "Riedelsheimers Streifen gleicht einem Gedicht, nicht etwa einem Roman oder gar einem Sachbuch. Kein Spielfilm und auch nicht wirklich eine Dokumentation, ist TOUCH THE SOUND ein Reigen wundervoller Bilder und Klänge. Nichts für nüchterne Prosaiker. Ein Fest für sensible Poeten."

04. November 2004 | Kritik •

Josef Engels hat einen wirklichen Ton-Film gesehen. "TOUCH THE SOUND ist nämlich keine Dokumentation über eine zweifellos bemerkenswerte Musikerin. Es ist vielmehr ein Essay über die Physik und Metaphysik des Hörens. ... Es ist eine penible Tonverortung, die der Normal-Hörende längst aus den Ohren verloren hat. Und das bedeutet weit mehr, als einer Musikerin, die ihren Körper als Resonanzraum einsetzt, beim Verfertigen pulsierender Rhythmusgeflechte zuzuschauen."

04. November 2004 | Kritik •

Konrad Heidkamp lobt den klangvollen Film: Der Regisseur wagt sich "ans Unmögliche, an den Widerspruch in sich: Musik zu filmen. Während man der Musik mit allen Sinnen frei (oder verschlossen) gegenübersteht, bindet der Film das Auge, legt sich das Bild über den Ton, müsste man hin und wieder im Kino die Augen schließen, um den Ton zu hören. Welch eine Fügung, dass dieser Film um eine junge Frau kreist, die zu achtzig Prozent schwerhörig ist (eine Tatsache, die erst zur Mitte des Films kurz zum Thema wird), dass sie mit dem Körper hört, barfuß spielt, um die Schwingungen zu spüren, die Dinge berühren muss, um sie mitzuhören. Touch the Sound ist wörtlich und bildlich zu nehmen, jedes Material hat seinen Klang in sich, trägt ihn unter der Oberfläche. Man muss ihn nur hervorholen."

03. November 2004 | Kritik •

Peter Uehling hat der Film die Ohren geöffnet. "Was aber nimmt Glennie nun wahr, wenn sie hört, tastet, zur Membran wird? Bekanntlich kann das ein Mensch dem anderen nicht mitteilen. Thomas Riedelsheimer hat offenbar genau diese Unmöglichkeit herausgefordert. ... Auch in TOUCH THE SOUND sehen wir Glennie bei der Arbeit am Material, im Prinzip aber hat es der Film mit Unanschaulichem zu tun. Das aber macht ihn gerade interessant, denn Riedelsheimer macht die Wahrnehmung an sich zum Thema. Bewusst setzt er die Differenz zwischen unserer und Glennies Wahrnehmung: Er zeigt sie beim "Hören" - wir sehen ihr dabei zu und hören etwas, was sie nicht hört."

31. Oktober 2004 | Kritik •

Ein unbekannter Schreiberling porträtiert die Percussionistin Evelyn Glennie.

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