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LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG

LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG

Regie Pedro Almodóvar

Kritiken • LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG

01. Oktober 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • SPIEGEL Online

Mit diesem Film hat der Regisseur für Oliver Hüttmann "stilistisch und inhaltlich eine Qualität und Komplexität erreicht, an der man mit einer Beschreibung eigentlich nur scheitern kann. Bei der Fülle an Einfällen, der Schönheit der Bilder, der Raffinesse der Montagen und verschiedenen Ebenen bleibt jedes Lob profan, wirken schwärmerische Elogen wie von Sinnen. Nach ALLES ÜBER MEINE MUTTER war man überrascht, mit SPRICH MIT IHR glaubte man Almodóvar am Gipfel seiner Gabe. Und doch übertrifft auch SCHLECHTE ERZIEHUNG wieder alle seine Werke und zudem vieles, was man in den letzten Jahren an großartigen Filmen gesehen hat."

30. September 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte findet den Film schwer, "aber es ist die duftende Schwere eines guten Rioja-Weines. ... Doch es sind diesmal nicht Bildgewalt und Farbenrausch, die die schwere Fracht so leicht an ihren Zielort bringen. Man spürt fast eine Verweigerung, die Dunkelheit dieses grimmigen Stoffes über die Zerstörung von Liebesfähigkeit überhaupt zu illustrieren. So ist es der meisterhafte Filmtext selbst - die Erfindung des Autors, nicht des Bilderfinders Almodóvar -, der zum Ereignis wird. Und der allen Anlass gibt, am Ende der schicken Olivetti-Schreibmaschine das Schlusswort zu überlassen."

30. September 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • Tagesspiegel

Kerstin Decker steht dazu, kein Almodovar-Fan zu sein; die Geschichte hat sie kalt gelassen. "Auch in LA MALA EDUCACIóN - SCHLECHTE ERZIEHUNG scheint es trotz der vielen Ebenen nur eine einzige zu geben. Alles ist ganz undurchsichtig durchsichtig. Als ob man eines jener Päckchen auspacken wird, in denen immer noch ein anderes steckt, und irgendwann hast du keine Lust mehr."

30. September 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • Die Tageszeitung

Für Christina Nord bleibt die Verführungskraft auf der Strecke. "So kaltherzig, wie die Figuren einander beobachten und benutzen, so kalt kann der Film sein Publikum lassen. Man mag ihm das vorwerfen: Wo bleibt die Verführungskraft? Wo die Anteilnahme für die Figuren? Man kann die Kühle aber auch als notwendigen Tribut an den Film Noir betrachten - und wird zu dem Schluss kommen, dass niemand existenzielle Fragen - was ist Wahrheit, wenn jeder einen anderen Blick auf ein Geschehen entwickelt? Wie lässt sich erzählen, wenn die einheitliche Erzählung eine Lüge ist? - so elegant und klug in Szene setzt wie Pedro Almodóvar."

30. September 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • Neues Deutschland

Für Gunnar Decker wandert der Film auf dem schmalen Grat zwischen Trash und tieferer Bedeutung. "Seine Filme gelten als Meisterwerke - und sehen immer noch aus wie Mischungen aus Groschenheft und spanischem Katholizismus. Bildmächtig, düster, sakral. ... Zweifellos hat Almodóvar einen sicheren Instinkt für Bilder. Sie haben eine eigene Macht, verführen und stoßen wieder zurück. Auch das kunstvolle Gewebe von Erinnerungsfetzen, das Spiel mit Täuschungen, handhabt Almodóvar virtuos."

29. September 2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • Berliner Zeitung

Für Christina Bylow der Film ein Meisterwerk. Er handelt davon, "wie das Leben vom Kino kontaminiert wird und umgekehrt. ... Er ist zuallererst ein Kunstwerk und so verstörend, wie es nur Kunstwerke sein können, Thesenpapiere nie. Die katholische Kirche sei für ihn kein Gegner, erklärte Almodóvar, und tatsächlich ist sie nicht mehr als eine Folie dessen, was Almodóvar ohnehin interessiert: das Mysterium der Sexualität, das zentrale Nervensystem seines Kinos, das mit jedem Film dichter, reicher wird."

2004 | LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG • Kritik • film-dienst 20/2004

Für Charles Martig offenbart sich eine dunkle Vergangenheit in dem Film. "Auffallend ist die ausgeklügelte Symmetrie und Struktur von gebrochenen Perspektiven und Zeitebenen. In diesem System besteht eine emotionale Kälte und Distanz, die für den leidenschaftlichsten der zeitgenössischen Regisseure auffallend ist. Mit Angel, dem Racheengel, der sich auf keine Beziehung einlässt und andere für seine Zwecke missbraucht, geht der Moralist Almodóvar hart ins Gericht. Ob die dargestellte intime Vergangenheit autobiografisch ist oder nicht, spielt keine große Rolle mehr. Mit der komplexen Erzählung in Möglichkeitsform entführt einen der spanische Meister bereits in eine Welt der fließenden Übergänge zwischen Macht und Ohnmacht, Liebe, Sex und Missbrauch."

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