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IN THE CUT

IN THE CUT

Regie Jane Campion

Kritiken • IN THE CUT

30. September 2004 | IN THE CUT • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Michael Kohler paßt die Schauspieler-Konstellation besser als erwartet: auch die Hauptfigur ist wie Meg Ryan selbst "zwischen romantischen Blütenträumen und einer harschen Wirklichkeit gefangen. ... IN THE CUT beginnt als Geschichte einer Frau, die sich von der grimmigen Männerwelt zugleich angezogen und abgestoßen fühlt, und schließt als konventioneller Thriller, der sich bis in die genretypische Auflösung nicht wesentlich von seiner Verwandtschaft unterscheidet. Dion Beebes ruhelose Kamera verwandelt Manhattans East Village dafür in ein Gefahr ausschwitzendes Sündenpfuhl, wie man es seit den amerikanischen Polizeifilmen der achtziger Jahre nicht mehr gesehen hat. Selbst wenn die Kamera inne hält, sorgen Schärfenwechsel dafür, dass die Wirklichkeit zum kriminalistisch aufgeladenen Suchbild wird."

30. September 2004 | IN THE CUT • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz hat einen Albtraum gesehen, in dem nichts hift. "Nicht gegen die Softporno-Ästhetik der Sexszenen. Nicht gegen Jennifer Jason Leighs tränenseligen Schlafzimmerblick samt pseudoerotisch verschmiertem Lippenstift. Jane Campion will das Fragile und Laszive gegen den Machismo verteidigen. Aber sie treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus und überfrachtet die Bilder, indem sie eben das Laszive überdeutlich zur Schau stellt. Allein die Farbe Rot: Rotwein, Blut, Leuchtreklame, ein Kleid und ein knallroter Leuchtturm (Virginia Woolf lässt grüßen) als Schauplatz des Showdowns. Oder das Motiv der Befangenheit: Ständig ist der Blick verstellt, versperrt, vergittert."

30. September 2004 | IN THE CUT • Kritik • Die Tageszeitung

Für Anke Leweke hat Jane Campion die Gesetze des Thrillers leicht umgewandelt. Die Regisseurin "versucht, ihrer Heldin die Fantasien zurückzugeben, indem sie Frannies sexualisierten Blick über die Versatzstücke des Thrillers legt. Sogar innerhalb des recht standardisierten Serienmörder-Genres macht sie die weibliche Hauptfigur zur Co-Autorin. Man sieht eine Frau, die ihr verdrängtes Begehren nach außen kehrt - und einen Film, der die Bilder der Wahrnehmung seiner Heldin überlässt."

30. September 2004 | IN THE CUT • Kritik • SPIEGEL-Online

Für Wiebke Brauer ist die Geschichte zwar nicht neu, aber die Regisseurin hat "mit einigen ungeschriebenen Gesetzen des amerikanischen Hollywood-Kinos gebrochen: Männliche Geschlechtsteile zeigt man nicht, Frauen sind keine Spanner, und Sonnenschein Meg Ryan schon gar nicht. Wie irritierend, wie unschicklich."

2004 | IN THE CUT • Kritik • film-dienst 20/2004

Marcus Stiglegger will den Film nicht auf seine "Inszenierungen sexueller Motive und Begegnungen reduziert" und ihn nur als vertrackten Erotik-Thriller bezeichnen. Das weibliche Filmteam macht "sich daran, ein ausgelaugtes Genre neu zu beleben. Schlug Susanna Moores Roman noch den Ton eines Hardboild-Krimis an, sucht der Film nach einer eigenen psychosexuellen, durchaus postfeministischen Poesie. Warme, goldene Farben dominieren, immer wieder scheint der Fokus zu verschwinden, taucht das Bild partiell in Unschärfe. Die Lieder in den Bars und im Radio erzählen von der Sehnsucht und der Unsicherheit ... Der Film erzählt von einem 'Danach' - jenseits jugendlichen Aufbegehrens. Deshalb ist er so ungewöhnlich und komplex, deshalb ist es Meg Ryan hier erstmals gelungen, ihr Image der postmodernen Doris Day abzustreifen."

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