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THE FOG OF WAR

THE FOG OF WAR

Regie Errol Morris

Kritiken • THE FOG OF WAR

01. Oktober 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Der Freitag

Andreas Busche sieht den Dokumentarfilm kritisch: Er zeige, "wie leicht 'Objektivität', die er (der Regisseur) für seine Art des Filmemachens reklamiert, mit Hilfe formaler und technischer Mittel außer Kraft gesetzt werden kann. Man kann Morris nicht nur kritiklose Distanz vorwerfen, sondern ihn unterschwelliger Parteilichkeit, zumindest jedoch der Voreingenommenheit verdächtigen. ... Morris ist dem Irrtum aufgesessen, dass sich Geschichte, reichlich bebildert und von kompetenter Seite kommentiert ("re-examined"), von selbst erklärt. Der Erkenntnis steht jedoch immer die Uneinsichtigkeit McNamaras im Weg."

30. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Berliner Zeitung

Platte Symbolik hat der Film nicht nötig, meint Christian Esch. "Aber fühlt sich McNamara im Rückblick nur im Irrtum, oder auch schuldig, verantwortlich für die Opfer des Krieges? Das fragt ihn Morris am Ende, und McNamara weicht ihm klar aus. Er hat, so scheint es, seinen Interviewer im Griff und uns dazu; dass er den Zuschauern so naherückt, ihnen direkt ins Auge schaut - ein Trick von Morris' Aufnahmetechnik - verstärkt den Eindruck noch. McNamara antwortet nicht auf die Schuldfrage, aber wenigstens stellt er sie selbst."

30. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Frankfurter Rundschau

Holger Roemers hat sich mit Unbehagen an den Namen McNamara erinnert, ist aber fasziniert von dem Greis. "Am faszinierendsten sind allerdings die visuell banalsten Passagen dieses Films: die tautologischen Bilder von Tonbandgeräten, als Mitschnitte vertraulicher Gespräche mit Kennedy und Johnson eingespielt werden, die die Ratlosigkeit der US-Entscheidungsträger im Hinblick auf Vietnam auf den Punkt bringen. Und vor allem: die Interviewbilder McNamaras, dessen Gesicht im Lauf des Films immer mehr ins Zentrum der entsprechenden Großaufnahmen rückt und gelegentlich bildfüllend wird. Diesem Gesicht ist abzulesen, wie jemand eine schier untragbare Verantwortung annimmt - und sie im gleichen Zuge immer wieder relativiert und weiterreicht."

30. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Junge Welt

Andreas Hahn kritisiert einiges an dem Film, trotzdem findet er drei Themenbereiche des Films für wichtig. (Die müssen selbst nachgelesen werden.)

30. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Neues Deutschland

Für Gunnar Decker hat der Film nur einen Hauptdarsteller - McNamara. "Ein eindringlicher Film über die Blindheit des Nebels von bloßer Machtpolitik, wo am Ende die Nebelwerfer selbst am wenigsten durchblicken. Wir sehen McNamara im Zwielicht seiner eigenen Vergangenheit. Schlimm nur, dass erst die Pensionäre auf der Schwelle zum Tod den Mut haben, die bizarre Vernichtungslogik der Machtapparate in Zweifel zu ziehen."

29. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Die Tageszeitung

Ulrike Herrmann hat mit mit dem Dokumentarfilmer Errol Morris über seinen Film gesprochen.

29. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • SPIEGEL Online

David Kleingers meint, daß der Regisseur vom US-Verteidigungsminister Robert McNamara ausgetrickst worden sei; der Ansatz des Films ist gescheitert. "Denn das von Morris früher so erfolgreich angewandte Verfahren einer suggestiven Annäherung an den Gegenstand Geschichte stößt hier nicht nur empfindlich an seine Grenzen. Vielmehr fährt sein formal zweifelsohne eleganter Dokumentarismus angesichts eines mediengeschulten Protagonisten wie McNamara sehenden Kamera-Auges gegen die Wand. In mehr als 100 Minuten darf sich der einstige kalte Krieger warm reden und eindrucksvoll über seine Rolle in Amerikas Schicksalsmomenten monologisieren."

23. September 2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • Die Zeit

Thomas Assheuer findet den Dokumentarfilm ungewöhnlich diskret und ungemein spannend. "Natürlich kann man einwenden, THE FOG OF WAR sei nur McNamaras verfilmte Autobiografie In Retrospect. Aber so ist es nicht. Die Sprache des Films ist nicht die Sprache eines Buches; sie ist eher wie ein Partisan, der das bewegliche Heer von Metaphern aus der Deckung lockt. In solchen Momenten wirkt McNamara, als rede er nicht zu Errol Morris, sondern zu seinem moralischen Spiegelbild. Und weil sich Morris, anders als Michael Moore in FAHRENHEIT 9/11, kein Urteil über sein Material anmaßt, sind die suggestivsten Momente jene, in denen er auf alle Suggestion verzichtet, in denen McNamara in Schweigen versinkt oder nach Erklärungen sucht, die es nicht gibt."

2004 | THE FOG OF WAR • Kritik • film-dienst 20/2004

Für Hans Jörg Marsilius ist THE FOG OF WAR einer der "aufregendsten, brisantesten und kraftvollsten" Dokumentarfilme der letzten Jahre. Der Regisseur ergänzt das Interview "mit Unmengen historischen Bildmaterials, das er manchmal zwar nur als komplex und visuell eindrucksvoll organisierten Bildteppich (unter der schicksalsschweren Minimal-Music von Philip Glass) nutzt, was jedoch meistens einen präzisen Bezug zur Tonebene hat und diese auf hoch spannende Weise begleitet und kommentiert. ... Doch trotz der überwältigenden Fülle an historischen Daten und Ereignissen geht es dem Dokumentarfilm nicht um objektive Geschichtsschreibung, vor allem anderen ist THE FOG OF WAR das mitunter sogar berührende Porträt eines in sich zerrissenen, hochintelligenten Mannes, der sich ernsthaft mit den bitteren Konsequenzen seiner früheren Entscheidungen auseinander zu setzen versucht, ohne dabei die schnelle Entschuldigung zu bemühen."

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