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MARSEILLE

MARSEILLE

Regie Angela Schanelec

Kritiken • MARSEILLE

24. September 2004 | MARSEILLE • Kritik • Der Freitag

Für Matthias Dell ist Handlung in MARSEILLE "nicht die eigentliche Tat, sondern der Weg dahin, das Reifen einer Entscheidung, das Überlegen, Wiederverwerfen, das Tändeln. ... Spannend wird das scheinbar Banale durch den Umstand, dass der Film unter dem Generalverdacht steht, jeden Moment könnte etwas Entscheidendes passieren."

23. September 2004 | MARSEILLE • Kritik • Die Tageszeitung

Harald Fricke könnte den ganzen Film mit Nebensächlichkeiten nacherzählen. "Es gehört zu den großen Qualitäten von MARSEILLE, dass Schanelec alles Zwischenmenschliche in der Schwebe belässt. ... Intimität und Bekenntnis gehören nicht in Schanelecs Kino, eher schon sind sie durch Gesten und Andeutungen indirekt vermittelt wie bei Eric Rohmer oder Robert Bresson. Nie werden die Gefühle der Protagonisten ausgesprochen, beklagt oder diskutiert. Immer aber spürt man im Film die Anwesenheit solcher prägenden Erfahrungen - sei es in der Erinnerung oder als Verletzung. ... So viel Sinn für die Abgründe der Realität hat im deutschen Kino sonst niemand."

23. September 2004 | MARSEILLE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala handelt der Film von Seelenzuständen. "Es passiert nicht viel in ihnen; umso mehr verführen sie einen, selber sehend in einen anderen Zustand zu geraten, ganz still außer sich zu sein. In
MARSEILLE heißt dieser Zustand Einsamkeit, vielleicht noch tiefer als in Schanelecs anderen Filmen. ... Maren Eggert spielt diese Sophie, ohne sie zu spielen, ein Gesicht, wie es die deutschen Romantiker geträumt hätten: große Augen, starke Nase, voller Mund, ein Gesicht wie herausgeträumt aus einem Scherenschnitt in die Farbe. Und einmal sogar lächelt es, unwiderstehlich."

23. September 2004 | MARSEILLE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Sascha Westphal findet viele positive Worte für die Arbeit der Regisseurin. "Die strukturelle Radikalität ihrer Filme, das ständige Wechselspiel von langen, unbewegten Einstellungen und jede Kontinuität negierenden Ellipsen, verweist nicht auf die Regisseurin, sie ergibt sich aus dem Leben selbst. Nicht nur der Film als Ganzes ist Ausdruck seiner selbst, auch jede Szene besitzt diese wunderbare Autarkie. ... Dass diese banalen und doch so vielsagenden Augenblicke in nahezu jedem anderen Film einfach fehlen würden, macht sie umso wertvoller."

23. September 2004 | MARSEILLE • Kritik • Die Zeit

Für Birgit Glombitza ist die Regisseurin "eine wunderbare Dokumentarin des Alltäglichen. ... Schanelecs Inszenierung geht von der Fotografie, dem Standbild aus. Und nicht selten wartet die Kamera eine Weile auf ihr »Ereignis« oder verharrt auf den Schauplätzen, die die Akteure längst verlassen haben. Nur der Originalton hält dann noch die Verbindung zu Sophie und den anderen, folgt aus dem Off den Schritten und Sätzen, bis der Lärm eines Lasters die letzten Reste verschluckt. So vermischen sich bei Schanelec Störgeräusche und andere Kleinigkeiten mit dem vordergründig Wesentlichen, bis das eine das andere absorbiert. Bis das Eigentliche, die Lüge, das Begehren, die Traurigkeit, so vergänglich wird wie die Lichtflecken, die ein Schaufenster oder eine Wasseroberfläche auf ein Gesicht werfen."

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