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VERA DRAKE

VERA DRAKE

Regie Mike Leigh
Kinostart 03.02.2005

Kritiken • VERA DRAKE

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Berliner Zeitung

Nur Imelda Staunton macht Mike Leighs Film VERA DRAKE sehenswert, meint Jan Brachmann. "VERA DRAKE ist also ein Film, den man nicht gesehen haben muss, obwohl er im vergangenen Jahr den Goldenen Löwen in Venedig gewonnen hat. Allerdings wird man es auch nicht bereuen, ihn gesehen zu haben. Das liegt an Imelda Staunton. Sie füllt die Titelrolle der proletarischen Putzfrau aus und bekam dafür als beste Schauspielerin die Coppa Volpi. Staunton ist eine ungewöhnliche Erscheinung. ... Was nun mit der Frau passiert, ist das eigentlich Interessante an dem Film."

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Die Tageszeitung

Andreas Busche führt ein Gespräch mit dem Regisseur Mike Leigh über die Aktualität seines Sujets, das Improvisieren als Methode und den richtigen Umgang mit Zeitkolorit.

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christina Tilmann ist die britische Theaterschauspielerin Imelda Staunton nicht umsonst mit Preisen überhäuft worden. Der Film "wirkt, im düsteren Fünfzigerjahre-Dekor, zunächst sehr naturalistisch und etwas schlicht - und implodiert doch sehr schnell in einer Lebenskatastrophe. ... Die Tatsache, dass Leigh der Haupthandlung eine Upper-Class-Nebenhandlung entgegenstellt, wo dem ungewollt schwangeren Mädchen die Möglichkeit der medizinischen Abtreibung nach psychologischer Beratung gegeben wird (auch das allerdings eine Tragödie, eine kältere, einsamere), spricht für Letzteres. Und auch die Sympathie, mit der alle, vom Kommissar über die Untersuchungsbeamtin bis hin zum Richter der traurigen, kleinen Frau begegnen, zeigt deutlich, auf welcher Seite Film und Regisseur stehen."

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Der Regisseur überwindet die Grenzen des sozialen Realismus und zeigt Mitgefühl, meint Sascha Westphal. "Vera Drake, die Engelmacherin, erscheint nicht trotz sondern gerade aufgrund ihres Handelns als moderne Heilige. Als unschuldige Lichtgestalt, die selbst für ihre Familie ein Rätsel darstellt, wird sie auf immer eine Fremde in einer Welt menschlicher Schwächen und institutionalisierter Ungerechtigkeit bleiben. Imelda Staunton aber offenbart in dieser Fremdheit das eigentliche Wesen der Menschlichkeit. Wenn man ihr gütiges Lächeln sieht, das ein wenig einfältig wirkt und doch ein geradezu göttliches Wissen um die existentielle Ohnmacht der Menschen andeutet, beginnt man zu glauben."

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck weist darauf hin: Der Regisseur "will nicht eigentlich ein filmisches Pamphlet pro Abtreibung gedreht haben, sondern eine nur leicht der einen Seite zugeneigte Präsentation der Dinge, wie sie vor der Legalisierung der Abtreibung eben lagen. ... Leigh, als Sohn eines liberalen Provinz-Arztes selbst nur bedingt mit Zeit und Ort vertraut, porträtiert eine vom Krieg traumatisierte, von der andauernden Lebensmittelrationierung stärker als die Oberschicht betroffene Arbeiterklasse. Schlichte, warmherzige Menschen mit viel Familiensinn, ungebrochenem Arbeitsethos und großer Solidarität füreinander."

03. Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • Junge Welt

Andreas Hahn sagt es unumwunden: VERA DRAKE ist einer der besten Filme, die er in der letzten Zeit gesehen hat. "Die zweite Hälfte des Films ist den Blöcken der Institutionen gewidmet: Hospital, Polizeirevier, Gerichtssaal, Gefängnis. Institutionelle Orte, an denen man einem bestimmte Blick und einer bestimmten Sprache ausgesetzt ist. Die minutenlangen Polizeiverhöre oder die Kameraeinstellung auf das Panorama des Gefängnisflurs im Film sind bezeichnender als eine kurze Abhandlung zum Thema. Der Film zeigt so die Hilflosigkeit des Subjekts gegenüber diesem Blick und dieser Sprache der Disziplin."

Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • film-dienst 03/2005

Der Film wirft unbequeme Fragen auf, meint Stefan Volk. "Die historische Distanz, die Leigh mit weichem Licht und getragenen Farben nostalgisch inszeniert, erlaubt es ihm, grundlegende Fragen aufzuwerfen, ohne sich zu aktuellen Debatten äußern zu müssen. Dennoch scheut sich Leigh nicht, dessen Film Abtreibungsbefürwortern unzweifelhaft mehr Argumente an die Hand gibt als -gegnern, eine eigene Meinung zu vertreten, nur kulminiert diese in keinem abschließenden Werturteil. ... In diesem Sinne ist VERA DRAKE ein reifer Film, ein Werk der Zwischentöne. Weder wird Veras Handeln heroisiert noch verteufelt. Diese Ausgewogenheit kennzeichnet den Film allerdings nur als Ganzes, im Einzelnen steckt er voller Klischees und stereotyper Charaktere, allen voran Vera Drake."

Februar 2005 | VERA DRAKE • Kritik • epd-Film 02/2005

Marli Feldvoß hat den Tagesablauf einer Hausfrau gesehen, mehr nicht. "Doch die Zeit auf der Leinwand fliegt nur so dahin. So viel innere Spannung trägt die banale Handlung, so viel Energie, so viel ansteckend gute Laune verströmt diese geschäftige kleine Frau, dass sie damit auch das triste, aber stimmige Interieur überlistet - gedeckte Grün- und Brauntöne, monochrome Herbst- und Winterfarben. ... Erst als die Welt der Vera Drake zusammenbricht, verweilt die Kamera zum ersten Mal eindringlich lange auf dem Gesicht der einfachen Frau, überlässt es dem Schockerlebnis und der verständnislosen Erkenntnis einer Wohltäterin, die, wie sie es selbst formuliert, immer nur Frauen aushelfen wollte."

08. September 2004 | VERA DRAKE • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Jan Schulz-Ojala ist der Film der überzeugendeste des Regisseurs seit langem "und ein unaufdringliches Kino-Lehrstück darauf, dass die größten Tragödien jene ganz ohne Pathos sind. ... VERA DRAKE ist nicht wirklich ein Film über Abtreibung, sondern über einen Engel in Menschengestalt. Irgendwann reißt ihm die Gesellschaft, und der Film zeigt das diskret und präzis, die Flügel aus."

07. September 2004 | VERA DRAKE • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal hatte fast alles gewußt, was der Film ihr mitteilen wollte. Er ist "ein sorgfältig inszenierter und sogar hinreißend präzise gespielter Film. ... aber da Recht und Gesetz so unverfroren auf Seiten der Reichen und Mächtigen sind, braucht es gerade im Kino etwas mehr als das Mitleid eines Mike Leigh."

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